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HL-live.de - Nachrichten aus Lübeck

Sonntag,
der 5. Juli 2020






Lübeck:

Corona-Krise: Lübecker Frauenhaus braucht Hilfe

Archiv - 20.03.2020, 09.21 Uhr: Auch das Autonome Frauenhaus in Lübeck hat mit den Folgen der Coronaausbreitung schwer zu kämpfen. Es ist dem Verein "Frauen helfen Frauen" als Träger der Projekte der "Lübecker Stadtmütter" und des Autonomen Frauenhauses sehr daran gelegen, entschieden und mit gebührendem Ernst den Frauenhausbetrieb aufrechtzuerhalten. Aus der Not hat man sich entschieden, ergänzend zu den bundes- und landesweiten Stellungnahmen der Frauenhäuser und Beratungsstellen, die Lübecker Situation darzulegen.

Die Presserklärung im Wortlaut:

(") Bereits seit November 2016 fordern die autonomen Frauenhäuser in Schleswig-Holstein ebenso wie die bundesweite Frauenhausbewegung die Schaffung von weiteren Frauenhausplätzen, um dem bestehenden Bedarf und der rechtskräftigen Istanbul-Konvention gerecht zu werden. Am 8. März 2020 teilte die Ministerin Frau Dr. Sütterlin-Waack mit, dass eine Verdopplung der Frauenhausplätze ausgeschlossen sei und der Bedarf geprüft wird. 30 zusätzliche Notplätze werden seit November 2019 vom Land finanziert. Angesichts der aktuellen Gefährdung vieler Familien durch das Corona-Virus einerseits hinsichtlich einer Infizierung und andererseits hinsichtlich der Gefährdung durch häusliche Gewalt sind wir als Team des Autonomen Frauenhauses in Lübeck sehr besorgt. Die "taz" berichtete am vergangenen Sonnabend 14. März, dass es in China sogar zu Tötungen von Frauen während der Quarantäne kam.

Innerhalb unseres Hauses haben wir die Kapazitäten voll ausgeschöpft. Wir haben das Zusammenleben der Bewohnerinnen so organisiert, dass jede Familie ein gemeinsames Zimmer nutzt und jede alleinstehende Frau ein kleines Zimmer bewohnt. Das ist der Minimalstandard, der nicht weiter eingeschränkt werden darf. Die Kolleginnen arbeiten derzeit in Schichten, um eine Anwesenheit im Haus von durchschnittlich 12 Stunden abzudecken. Aktuell sind fünf Kolleginnen arbeitsunfähig. Die Aufgaben im Frauenhaus bestehen jetzt vorrangig darin, die Frauen und Kinder zu stärken und ein gutes Miteinander zu fördern sowie die notwendige Beratung und "online-Erledigungen" zu leisten. Die Mädchen und Jungen sind darüber hinaus angemessen zu beschäftigen und für die schulischen Aufgaben zu fördern. Das Erledigen der Hausaufgaben kann nicht immer von der Mutter verantwortlich geleistet werden. Die Personaldecke ist somit sehr dünn und weist Lücken auf.

Täglich gehen bei uns die Anrufe von der Polizei, dem Jugendamt, den Familienhilfen und den Frauenberatungsstellen ein, die darauf abzielen, sich zu vergewissern, ob und wie sie das FH "belegen" können. Hier können wir aktuell keine Zusagen machen. Wir und jedes Frauenhaus in Schleswig-Holstein wird sich jetzt Gedanken machen müssen, was mit weiteren Anfragen geschehen soll. In Lübeck könnten wir uns Folgendes vorstellen: Wir bitten das Land und die Hansestadt in leerstehenden Wohnungen oder Gemeinschaftsunterkünften Wohnraum einzurichten (möglicherweise kann hier Frauen_Wohnen tatkräftig unterstützen), der von "geschlagen und bedrohten Frauen und ihren Kindern" kurzfristig bezogen werden kann. Im Nebengebäude des Frauenhauses sind derzeit sogar drei Wohnungen frei, die möglicherweise vorübergehend genutzt werden könnten. Zur Unterstützung dieser "neuen" Familien ist zusätzliches Personal zu sichern, evtl. Lehrkräfte oder Erzieherinnen, die wir dann gerne hinsichtlich der psychosozialen Beratung der Frauen unterstützen, in dem wir Kolleginnen aus dem Frauenhaus hierfür delegieren.

Da auch im Frauenhaus ein erhöhter Arbeitsaufwand besteht, zum Beispiel bei der Hausaufgabenbetreuung, bei der Vorschulkinder- und Kleinkinderunterstützung möchten wir im Gegenzug gerne eine Lehrkraft und/oder Erzieherin im Team willkommen heißen. Es ist höchste Zeit zu handeln und sicherlich kann noch viel ermöglicht werden, denn so viele Stellen ziehen sich auf ihre Schreibtischstühle mit Telefon und Internet zurück. Das reicht nicht aus. Jetzt ist mehr gefragt. Und wir brauchen Mehrfachsicherheit für Frauen und Kinder in Schleswig-Holstein. Auch für uns Mitarbeiterinnen ist die aktuelle Situation eine große, neue Herausforderung, die wir bereits vor einigen Wochen so diskutiert haben, dass jede von uns zugunsten der Im Frauenhaus lebenden Menschen auf persönliche Kontakte außerhalb des Frauenhauses verzichtet. Dabei stellen wir uns auch darauf ein, dass wir täglich neu entscheiden müssen, was zu tun ist. Einmal mehr sind Frauenhausmitarbeiterinnen gefordert, verschärften Sicherheitsanforderungen gerecht zu werden. (")

Angesichts der Gefährdung durch häusliche Gewalt in der aktuellen Situation ist das Team des Autonomen Frauenhauses in Lübeck sehr besorgt. Foto: Archiv/FHF

Angesichts der Gefährdung durch häusliche Gewalt in der aktuellen Situation ist das Team des Autonomen Frauenhauses in Lübeck sehr besorgt. Foto: Archiv/FHF


Text-Nummer: 137097   Autor: FHF/Red.   vom 20.03.2020 09.21

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