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HL-live.de - Nachrichten aus Lübeck

Sonntag,
der 29. März 2020






Lübeck - Travemünde:

Travemünder Woche: Lösungsweg gesucht

Festhalten, verschieben, absagen oder kleiner feiern? Für alle Events im Kultur- und Sportleben steht diese Frage in Zeiten der Corona-Krise im Raum. Auch die Verantwortlichen der Travemünder Woche setzen sich mit allen möglichen Szenarien auseinander, wägen die Optionen verantwortungsbewusst gegeneinander ab.

Vor dem Hintergrund, dass die Travemünder Woche erst in der zweiten Juli-Hälfte (17. bis 26. Juli) terminiert ist, bleibt noch etwas Zeit für die Entscheidung. Zeit, die TW-Geschäftsführer Frank Schärffe, Sportdirektor Jens Kath, Projektleiterin Birgit Stamp-Oehme, der Gesamt-Wettfahrtleiter Anderl Denecke und Uwe Bergmann von der Eventagentur uba nutzen wollen, um in Abstimmung mit Seglern, der Stadt Lübeck sowie mitveranstaltenden Vereine, Partnern und Schaustellern die beste Entscheidung zu treffen.

"Bis zum 19. April ist das öffentliche Leben weitgehend auf Null gesetzt. Danach werden wir vielleicht sehen können, wie sich die Maßnahmen der Regierung auf die Infektionskurve ausgewirkt haben und in welchen Schritten die Rückkehr zur Normalität möglich ist", sagt Frank Schärffe und peilt den Zeitraum um dieses Datum herum auch als Horizont für die Entscheidung der TW-Organisation an.

"In der verbleibenden Zeit müssen wir viel Arbeit in die Abstimmung stecken, um dann zügig bekanntzugeben, wie die Travemünder Woche 2020 aussehen wird." Schärffe lässt keinen Zweifel daran, dass man den Funken Hoffnung, die TW in fast gewohnter Form durchführen zu können, lange glimmen lassen möchte, ohne auch flexible alternative Lösungswege außer Acht zu lassen. Denn die Terminierung auf die letzte volle Juli-Woche ist aus guten Gründen seit Jahrzehnten etabliert.

Die Organisation der Travemünder Woche hängt ganz entscheidend von dem Engagement der rund 300 Ehrenamtler ab. Diese bringen für die TW ihren Urlaub ein. Und mit der Aussicht, zur schönsten Sommer- und Ferienzeit eine Woche mit Freunden an der Lübecker Bucht zu verbringen, fällt das naturgemäß leichter. Dazu kommt, dass Schüler und Studenten dann freie Zeit haben. Daneben bestehen durch die Ferienzeit in der Landesberufsschule auf dem Priwall auch günstige Unterbringungsmöglichkeiten für die Helfer. Und Uwe Bergmann kann in der Vermarktung des Landprogramms, das zu großen Teilen die Segelgroßveranstaltung erst möglich macht, im Hochsommer ein deutlich attraktiveres Umfeld für die Schausteller bieten: "Das Flair der Travemünder Woche ist geprägt durch die entspannte Atmosphäre mit lauen Sommerabenden. Und die sind zu keinem anderen Zeitpunkt so sicher wie eben im Juli."

Auch Jens Kath und Anderl Denecke haben es deutlich leichter, hochwertige Meisterschaften nach Travemünde zu holen, wenn sie neben der erstklassigen Ausrichtung der Regatten auf dem Wasser zudem mit einem attraktiven Rahmenprogramm werben können. Dass europaweit die Ferienzeit im Hochsommer dazu beiträgt, regelmäßig Teilnehmer aus rund 20 Nationen an der Lübecker Bucht zusammenzubringen, spricht zudem für den Juli. Kath und Denecke werden daher bei den insgesamt 30 geplanten Wettbewerben (inklusive 14 Meisterschaften) in diesem Jahr nun viele Abstimmungsgespräche mit den diversen Klassenvereinigungen führen. "Uns ist wichtig, dass wir alle treuen TW-Klassen in den Prozess miteinbeziehen. Wir wollen niemanden hinten runterfallen lassen", sagt Denecke.

Jens Kath geht nach Rücksprache mit Birgit Stamp-Oehme über die Möglichkeiten mit zwei frischen Termin-Optionen in die Gespräche: "Wir müssen sehen, was bei dem Gros der Klassen am besten ankommt. Da wir wenig Überschneidungen in den Segelklassen mit anderen deutschen Regattawochen haben, können wir uns ganz auf unsere Segler konzentrieren", sagt Kath.

Im schmalen Zeitkorridor bei einer Verlegung haben die TW-Verantwortlichen eine Woche im Spätsommer und eine bereits im Herbst ins Auge gefasst. In der Abwägung geht es darum, den Seglerwillen, die Vermarktungsmöglichkeiten und die verfügbare Freizeit der Ehrenamtler im Auge zu haben – und dann auch noch keine Überschneidungen mit anderen Travemünder Veranstaltungen zu provozieren. Wenn all diese Entscheidungsstränge zusammengeführt sind und die Entwicklung der Krise sichtbarer wird, wird das Format der TW 2020 festgezurrt. Der Wille, die Regatta- und Festivalwoche auch in 2020 durchzuführen, ist bei den TW-Verantwortlichen ungebrochen.

Der Wille, die Regatta- und Festivalwoche auch in 2020 durchzuführen, ist bei den TW-Verantwortlichen ungebrochen. Foto: Archiv/Karl Erhard Vögele

Der Wille, die Regatta- und Festivalwoche auch in 2020 durchzuführen, ist bei den TW-Verantwortlichen ungebrochen. Foto: Archiv/Karl Erhard Vögele


Text-Nummer: 137205   Autor: TW   vom 25.03.2020 11.08

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Kommentare zu diesem Text:

Henry Armitage schrieb am 25.03.2020 um 14.52 Uhr:
Kieler Woche wurde bereits kräftig nach hinten verschoben.
Aber Lübeck wird sicher frei von Corona sein bis zur Travemünder Woche.
Denn "Wir schaffen das" und "Weiter geht`s" und "Wir sind gut!" - so zumindest die offiziellen Durchhalteparolen.

Sunny schrieb am 25.03.2020 um 15.37 Uhr:
Was spricht denn dagegen es einfach Mal ein Jahr ausfallen zu lassen ?

Bernd Feddern schrieb am 25.03.2020 um 18.00 Uhr:
Absagen! Punkt!
Was für eine Frage - Olympia nächstes Jahr, aber die Wasserrutscher sollen sich tummeln?
Wie war das noch? Versammlungen von mehr als ...

Niko Mahn schrieb am 25.03.2020 um 18.01 Uhr:
Absagen und die Zeit nutzen, die Meile neu zu überdenken. Jedes Jahr dieselben Buden am gleichen Platz. Selbst die Lasershow wird immer schlechter. Hier fehlt ein neues Konzept und ein tolles Rahmenprogramm. Eine richtige Festivalbühne zum Beispiel, wie es sie einst gab, bis man sich in seiner Ruhe gestört fühlte. Internationale Musikzüge aus aller Welt wären toll. Man könnte auch jedes Jahr ein anderes Motto machen. Frankreich zu Gast. Danach Italien und so weiter.

K. Palte schrieb am 25.03.2020 um 19.45 Uhr:
Segeln ist ein 1% oder 2% Sport, einer für wenige, der sich nur allmählich vom Vorurteil löst, ein Sport der gut Betuchten zu sein. Die Leute interessiert an der TraWo das Landprogramm. Im Ehrgeiz mit den Kielern auch seglerisch mithalten zu können ist mit der Finanzierung nach Art des LYC gescheitert. Denn die Möglichkeiten die TraWo durch einen Unternehmer zu finanzieren, der selbst Geld an der TraWo verdienen will, ist an seine Grenzen gekommen. Der LYC muss sich aus dieser Abhängigkeit lösen und neue Wege finden. Finanzierungen wie Kiel oder Rostock sind zielführender. Kleiner Denken, Kosten abbauen, bescheidener sein. Die Stadt muss sich engagieren und auch das Land. Die Stadt muss mehr Einfluss auf dieses Festival bekommen. Das Landprogramm muss zurückgefahren werden und sich von seinem Ruf als Konsumorgie und Volksbespaßung lösen. Die TraWo muss dieses Jahr ausfallen. Denn es muss Zeit gewonnen werden für einen Neuanfang und ein neues Konzept, auch in der Finanzierung.


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