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HL-live.de - Nachrichten aus Lübeck

Dienstag,
der 26. Mai 2020






Schleswig-Holstein:

Polizei: Deutlich weniger Straftaten, 50 Prozent weniger Unfälle

Die Landespolizei zog am Freitagabend eine erste Bilanz nach der Verschärfung der Beschränkungen zum Schutz gegen die Ausbreitung des Coronavirus. Es gibt deutlich weniger Einbrüche, die Zahl der Verkehrsunfälle hat sich mehr als halbiert. Auch an diesem Wochenende wird die Polizei wieder deutlich präsent sein, unter anderem in Sportboothäfen.

"Das Aufkommen polizeilicher Einsätze im Zusammenhang mit der Einhaltung der Beschränkungen war überschaubar", berichtet Carola Jeschke vom Landespolizeiamt. "Die Bürgerinnen und Bürger verhalten sich sehr besonnen, nehmen die Verhaltensregeln zur Vermeidung und Ausbreitung einer Infektion weiterhin ernst und halten diese größtenteils ein."

Vereinzelt würden Verstöße gegen die Auflagen gemeldet oder durch die Polizei festgestellt und Maßnahmen ergriffen, um den Verstößen zu begegnen. Das betreffe auch Ansammlungen in der Öffentlichkeit und unerlaubte touristische Aufenthalte. Die Polizei setze aufgrund ihrer guten Erfahrung der vergangenen Tage aber weiterhin auf den Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern, "die sich dankenswerter Weise in aller Regel einsichtig und kooperativ verhalten."

Ähnlich wie am vergangenen Wochenende geht die Landespolizei Schleswig-Holstein auch für die kommenden Tage davon aus, dass sich mehr Menschen in der Öffentlichkeit bewegen werden. Deshalb wird auch an diesem Wochenende die Präsenz landesweit erhöht und es werden verstärkt Streifen auf Schleswig-Holsteins Straßen unterwegs sein. Auch die Sportboothäfen werden verstärkt kontrolliert. Laut einer Verfügung des schleswig-holsteinischen Wirtschaftsministeriums vom Freitag, 27. März 2020, sind ab sofort alle Sportboothäfen an der Nord- und Ostseeküste geschlossen. Die Versorgungseinrichtungen stehen nicht mehr zur Verfügung, Übernachtungen, Gastlieger oder das Ein- und Auslaufen von Booten sind nicht mehr erlaubt.

"Erfreulicherweise stellt die Polizei fest, dass die registrierte Kriminalität im Land seit Beginn der Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus deutlich zurückgegangen ist", so Carola Jeschke. "Es stehen derzeit noch keine Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik zur Verfügung und eine Lagebewertung auf der Datenbasis des polizeilichen Vorgangsbearbeitungssystems ist nicht abschließend und daher von eingeschränkter Aussagekraft. Dennoch lässt sich sagen, dass sich die Summe aller festgestellten Straftaten in den vergangenen zwei Wochen nahezu halbiert hat. Der deutliche Rückgang der Zahlen ist in vielen Deliktsbereichen zu verzeichnen, von Eigentumsdelikten über Verkehrsdelikte bis hin zu Rauschgiftdelikten."

Das gelte auch für den Bereich des Wohnungseinbruchdiebstahls: Hier hat sich die Lage weiter entspannt, die Zahlen sind rückläufig. Viele Menschen bleiben zuhause und machen es potenziellen Einbrechern dadurch schwerer möglich, entsprechende Taten zu begehen. Auch die Zahl der Ladendiebstähle hat sich deutlich verringert, was auf die Schließung vieler Geschäfte zurückgeführt werden kann.

Bei den Verkehrsdelikten hat sich die Anzahl der polizeilich bekannten Fälle mehr als halbiert. "Viele Bürgerinnen und Bürger vermeiden aufgrund der derzeitigen Einschränkungen im Alltag unnötige Wege, die Straßen sind dadurch deutlich leerer", so die Sprecherin. "Da die Ansteckungsgefahr in und aus Gruppen heraus am größten ist, appelliert die Polizei auch weiterhin an die Bürgerinnen und Bürger, sich verantwortungsbewusst zu verhalten und auf den notwendigen Sicherheitsabstand zu anderen Personen zu achten!"

Die Corona-Krise sorgt auch für weniger Kriminalität und weniger Verkehrsunfälle. Foto: Karl Erhard Vögele

Die Corona-Krise sorgt auch für weniger Kriminalität und weniger Verkehrsunfälle. Foto: Karl Erhard Vögele


Text-Nummer: 137267   Autor: LPA/red.   vom 27.03.2020 20.38

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