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HL-live.de - Nachrichten aus Lübeck

Mittwoch,
der 3. Juni 2020






Lübeck:

Auch die kleine Hilfe ist wichtig

Archiv - 04.04.2020, 09.13 Uhr: Pastorin i.R. Ellen Naß ruft in ihren Gedanken zum Wochenende dazu auf, auch mit kleinen Gesten anderen Menschen in dieser schweren Zeit zu helfen. Bereits ein Telefonanruf kann jemandem in seiner Einsamkeit helfen.

Seit 3 Wochen leben wir nun schon völlig abgesondert. Geschäfte und Schulen sind geschlossen, am 15. März fielen zum ersten Mal die Gottesdienste aus. Damals waren die Vorgaben noch nicht so streng, aber danach wurde es immer enger: Alle Veranstaltungen fallen aus, man darf sich nicht mehr treffen.

Da mein Mann und ich zur Risiokogruppe gehören, haben unsere Kinder uns sehr früh Hausarrest verordnet. Sie nennen es Quarantäne, unser Sohn kauft für uns ein, so dass wir selbst das nicht mehr müssen (dürfen).

Auf der Straße vor unserem Haus sind kaum Menschen und viel weniger Autos als sonst zu sehen, die Innenstadt ist wie ausgestorben. Vielleicht erleben Sie es - gerade wenn Sie noch selbst einkaufen müssen – nicht so extrem, aber es ist schon ein merkwürdiges Gefühl. Dass man selbst krankheitshalber längere Zeit zu Hause bleiben muss, das haben wir vielleicht schon erlebt, aber dass gleich ganz Deutschland es tut, das gab es zu meinen Lebzeiten noch nicht.

Am schlimmsten – gerade als Mitglied der Risikogruppe – ist das Gefühl der Hilflosigkeit. Ich habe das Bedürfnis, mit dabei zu sein, irgendwo nützlich zu sein und zu helfen, diese Krise zu bewältigen. Aber da mein Mann gerade Chemotherapie erhält, ist es völlig unmöglich, irgendetwas zu tun, wobei man sich vielleicht anstecken könnte. Wenn Sie nicht gerade einen der „systemrelevanten“ Berufe ausüben und daher völlig überlastet sind, geht es Ihnen wahrscheinlich ähnlich.

Mir ist inzwischen eingefallen, womit ich mich – wenn auch nur ganz wenig und an ganz unbedeutender Stelle – nützlich machen kann. Das wäre doch etwas, um auch einmal darüber nachzudenken! In der Presse werden immer wieder Beispiele dafür erzählt, wie Menschen helfen mit Dingen, an die sie vorher nie gedacht hätten. Einige Frauen nähen Masken. Andere Menschen versuchen, Spargel zu stechen, hängen Gaben für Bedürftige an Zäune, kaufen für NachbarInnen mit ein. Mein Mann ruft jetzt täglich seine 90-jährige Mutter an, obwohl es so viel gar nicht zu erzählen gibt, aber ihr Pflegeheim hatte die BewohnerInnen schon sehr frühzeitig nur noch in den Zimmern gelassen, selbst gegessen wird dort. Durch den Anruf hat sie wenigstens etwas Abwechslung.

Vielleicht fällt Ihnen noch etwas ganz anderes ein, je nachdem, was sie gut können und was sie gerne tun. Ich kenne Ihre Lebensumstände nicht, deshalb kann ich Ihnen nicht sagen, was es sein könnte.

Was jede/r von uns tun kann, selbst, wenn man meint, es gäbe nichts, ist zu beten. Wir können an alle Kranken, Trauernden, Leidenden im Gebet denken, bei Gott für sie bitten, dass er ihnen Hilfe und Kraft schenkt, wenn andere Menschen nicht mehr zu ihnen dürfen.

Das, was Sie tun können, kommt Ihnen vielleicht unwichtig und klein vor. Es wird nach außen hin vielleicht wenig bis nichts verändern. Trotzdem wird es nicht vergeblich gewesen sein, wenn jemandem dadurch geholfen wird.

Von Jesus wird berichtet, dass er sich einmal im Tempel genau gegenüber vom Opferstock hingesetzt hat und beobachtet hat, wie viel Menschen spenden. Viele Reiche spendeten viel, so steht es da.

Auch heute wird gerne berichtet, wie viel Prominente spenden, Bill Gates etwa hat gespendet, Oprah Winfrey, Fußballprofis haben auf einen Teil ihres Gehaltes verzichtet, Madonna und andere haben Mut gemacht. Da scheint es wirklich unwichtig zu sein, was wir tun können.

Doch dann kam eine arme Witwe, die spendete eine klägliche Summe, kaum nennenswert. Aber für das, was sie besaß, war es sehr viel. Diese Witwe war es, die Jesus bemerkte und die er lobte, weil sie – im Vergleich zu ihrem Einkommen – mehr gegeben hatte als alle Reichen zusammen.

Gott sieht, was wir tun. Er sah schon immer, wie wichtig PflegerInnen, Ärzte und Ärztinnen, VerkäuferInnen und all die Helden des Alltags sind, die erst jetzt auffallen. Er freut sich über das, was wir tun, auch wenn wir es für nicht genug und für nicht wichtig halten.

Das macht Mut zu überlegen, wo wir helfen können – und dann auch zu helfen. Ich bin sicher, Gott wird sich freuen – und andere Menschen auch.

Pastorin i.R. Ellen Naß ruft zur gegenseitiger Unterstützung auf.

Pastorin i.R. Ellen Naß ruft zur gegenseitiger Unterstützung auf.


Text-Nummer: 137413   Autor: red.   vom 04.04.2020 09.13

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