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HL-live.de - Nachrichten aus Lübeck

Donnerstag,
der 4. Juni 2020






Lübeck:

Karfreitag - ein hoher Feiertag

Archiv - 10.04.2020, 10.02 Uhr: Pastorin i.R. Ellen Naß erläutert die Bedeutung des Karfreitag, das wichtigste Fest für evangelische Christen. In der Zeit der Pandemie und Einsamkeit spende der Tag auch Trost.

Heute feiern wir Karfreitag. Es ist alles anders als sonst, in anderen Jahren war Schleswig-Holstein voller Touristen, die Ostseebäder waren voll, überall herrschte Leben. Die Gottesdienst waren nicht ganz so gut besucht, weil viele gar nicht zu Hause waren. In diesem Jahr fallen sie ganz aus.

Ich fand das immer traurig, dass Karfreitag so in dem langen Osterurlaubswochenende unterging. Denn für unsere evangelisch-lutherische Kirche sollte Karfreitag der höchste Feiertag im Jahr sein. Für Martin Luther war er das. Nicht Weihnachten, das Fest, das ja bei uns so groß gefeiert wird, ist das wichtigste Fest im Jahr, sondern Karfreitag.

Das klingt merkwürdig, denn auf den ersten Blick ist der Karfreitag ein trostloser Tag. Es gibt nur traurige Musik, viele Veranstaltungen dürfen nicht stattfinden. Selbst mein völlig unkirchlicher Großvater aß am Karfreitag kein Fleisch und spielte keinen Skat. Da ist Weihnachten doch viel schöner – mit den Geschenken, dem Tannenbaum, den frohen Familienfesten.

Karfreitag ist ein solch trauriger Tag, weil wir an Jesus denken, der an diesem Tag auf grausamste Weise gefoltert und hingerichtet wurde. Wenn jemand nicht gerade mit Leidenschaft Horrorfilme guckt, ist die Passionsgeschichte kaum zu ertragen. Ich habe mit KondirmandInnen gerne eine Verfilmung von Jesu Leben angesehen – mich aber dabei auf sein Leben, seine Erzählungen und sein Handeln beschränkt. Wahrscheinlich hätten sonst Eltern protestiert.

Dabei ist uns in diesen Tagen der Bericht vom Leiden näher als sonst. Wir sind in einer Art und Weise bedroht wie seit dem 2. Weltkrieg nicht mehr, die meisten Menschen haben so etwas noch nie erlebt. Wir haben Angst vor Ansteckung, vor der Krankheit, Angst, dass wir einen lieben Menschen verlieren.

Dabei sind wir in unserer Angst allein. Das heißt nun zwar „Social Distancing“, bedeutet aber nichts anderes, als dass wir keine anderen Menschen um uns haben dürfen. Natürlich haben wir Telefon, Skype, aber letztlich sind wir doch allein in unseren Häusern und unseren Wohnungen, wenn auch manchmal in einer viel zu großen Enge.

Auch Jesus war allein, und auch Jesus hatte Angst. Die Evangelien berichten, dass er vor seiner Verhaftung gebetet hat, dass ihm das Leiden erspart werden möge. Er hatte Angst, so, wie wir Angst haben vor dem, was kommen könnte.

Jesus hatte zwar 3 Jünger mitgenommen, die ihm beistehen und helfen sollten, aber statt zu ihm zu halten, schliefen sie. Jesus hat sie mehrfach geweckt, und doch schliefen sie immer wieder ein. Er war wirklich völlig allein.

Deshalb versteht er auch, wie es uns geht in dieser Coronazeit. Gott ist kein Gott, der hoch und erhaben über uns thront und versucht, sich hineinzudenken in unseren Alltag, unsere Sorgen, Ängste und Krankheiten. Er hat es in Seinem Sohn selbst erlebt.

Das kann uns trösten, deshalb kann Gott uns trösten. Deshalb ist es auch schön, dass Karfreitag solch ein hoher Feiertag ist, auch wenn Weihnachten und Ostern fröhlicher und bunter sind. Karfreitag feiern wir, dass Gott nicht nur ein Gott für schöne und gute Zeiten ist, sondern ein Gott, der uns auch in schweren Zeiten beisteht. Er steht uns auch in diesen Coronazeiten zur Seite.

Und die Gottesdienste fallen nicht so richtig aus, im Fernsehen und im Internet, zum Beispiel auf YouTube kann man an einem Gottesdienst teilnehmen. Dann ist man nicht mehr allein, erfährt in der Gemeinschaft mit den anderen Zuschauern die Nähe und Hilfe Gottes.

Pastorin i.R. Ellen Naß erläutert die Bedeutung des Karfreitag.

Pastorin i.R. Ellen Naß erläutert die Bedeutung des Karfreitag.


Text-Nummer: 137537   Autor: red.   vom 10.04.2020 10.02

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