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HL-live.de - Nachrichten aus Lübeck

Freitag,
der 29. Mai 2020






Lübeck:

Ernst Barlachs 150. Geburtstag kann in Lübeck gefeiert werden

Der 150. Geburtstag Ernst Barlachs sollte in diesem Frühjahr an den Orten gefeiert werden, an denen der Bildhauer, Zeichner und Dichter gelebt hatte: im Geburtshaus in Wedel, in Ratzeburg, Güstrow und zusätzlich in Hamburg. Geplante Ausstellungen können nicht besucht werden. „Wie schön, dass Barlach in Lübeck täglich zu sehen ist,“ sagte ein Kunstfreund. Und zu den Lübecker Barlach-Skulpturen gibt es viel zu erzählen.

Ernst Barlach wurde 1870 in Wedel an der Unterelbe geboren. Das Museum in seinem Geburtshaus ist ohnehin bis 20. April wegen Renovierung geschlossen. Vermutlich bleibt es das auch über diesen Zeitpunkt hinaus. Der Lübecker Barlach – das sind drei überlebensgroße Figuren in der Fassade der Katharinenkirche.

Da die ehemalige Kirche der Franziskaner keinen symmetrischen Grundriss hat, ist auch die Fassade asymmetrisch. Das lässt sich am besten an der Zahl der Nischen über der Portalzone ablesen. Links sieht man drei Nischen, rechts fünf plus Mittelnische. Für die Nischen entwarf Carl Georg Heise, seit 1920 Museumsdirektor in Lübeck, einen ehrgeizigen Plan. Heise besuchte Barlach Ende der zwanziger Jahre in dessen Atelier in Güstrow; mit einem Großauftrag, für den er in Lübeck Mäzene brauchen würde.

Sechzehn große Figuren wollte er als „Gemeinschaft der Heiligen“ arbeiten lassen. 16 Figuren, denn die heute besetzten acht Nischen sind nur die untere Reihe. Darüber gibt es die gleiche Anzahl; bis heute unbesetzt. Angesichts der Weltwirtschaftskrise reduzierte Heise seinen Auftrag um die Hälfte, bestellte also acht Skulpturen. Zwischen 1930 und 1932 wurden die ersten drei Figuren geliefert und in der Kirche ausgestellt.

Barlachs Kunst wurde von den Nazis als „entartet“ eingestuft und vielerorts entfernt. Carl Georg Heise verlor seinen Posten als Lübecker Museumsdirektor gleich nach der „Machtergreifung“. Die Lübecker Figuren überlebten, weil sie versteckt werden konnten. Barlach starb 1938. Nach dem Krieg wurde Gerhard Marcks gewonnen, um den Fries zu vollenden.

So stehen sie seit 1947 in ihren Nischen. Trotz des Namens sind es keine Heiligen der römischen Kirche, sondern „Menschen, die durch ihren Geist geheiligt sind und ihre eigene Würde besitzen“ (Heise). Von links nach rechts schuf Ernst Barlach „Frau im Wind“, „Bettler auf Krücken“, „Singender Klosterschüler“.

Die Namen der Figuren von Gerhard Marcks tragen folgende Titel: „Christus als Schmerzensmann“ (Figur in der mittleren Nische), dann in der rechten Hälfte weiter „Der Brandstifter“, „Die Jungfrau“, „Mutter und Kind“, „Kassandra“, „Der Prophet“.

Carl Georg Heise, dessen Idee der Figurenfries war, kann als Vater der modernen Kunstsammlungen in Lübeck gelten. Er baute das Behnhaus entsprechend aus. Die Nazis entfernten ihn, wie erwähnt, aus dem Dienst. Von 1945 bis 1955 leitete er die Hamburg Kunsthalle. In Hamburg war er 1890 geboren worden. Er starb 1979 in seiner Vaterstadt. Lübecks Kunst aber hat er in nur einem Dutzend Jahren entscheidend geprägt.

Auch wenn es aktuell keine Ausstellungen gibt: Die Kunst von Ernst Barlach kann in der Lübecker Königstraße bewundert werden. Foto: TD

Auch wenn es aktuell keine Ausstellungen gibt: Die Kunst von Ernst Barlach kann in der Lübecker Königstraße bewundert werden. Foto: TD


Text-Nummer: 137559   Autor: TD   vom 12.04.2020 14.20

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