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HL-live.de - Nachrichten aus Lübeck

Sonntag,
der 5. Juli 2020






Lübeck:

Wetter: Regen kommt, aber nicht genug

Archiv - 26.04.2020, 18.29 Uhr: Seit über drei Wochen kein Regen: Wie geht es mit dem Wetter weiter? Harald Denckmann hat für uns die Karten und Wettermodelle ausgewertet. Das Ergebnis für Lübeck: Es wird in den kommenden Wochen etwas Regen geben, aber nicht genug für Landwirtschaft und Gärten.



Erinnern wir uns, in der letzten Wettervorschau sagten wir Sonne, frischen Ostwind und keinen Regen voraus. Das hat uns schöne Tage beschert und den Gastronomen in Zeiten von Corona Tränen in die Augen getrieben. Was wäre das für eine rekordverdächtige Vorsaison geworden.

Es ist wie es ist, und das Wetter macht einfach weiter. Die Großwetterlage hat sich kürzlich umgestellt und von daher werfen wir heute einmal einen Blick etwas weiter in den Mai 2020 hinein. Das stabile Hochdruckgebiet über Nordeuropa, das uns den frischen Ostwind bescherte, ist verschwunden. Ein Tiefdruckgebiet mit unterschiedlichen regionalen Schwerpunkten hat sich über ganz Europa ausgebreitet. In so einem Druckgebilde vermischen sich die unterschiedlichsten Luftmassen und es kommt in der Begleiterscheinung zu kräftigen Wolkenbildungen und natürlich auch an Luftmassengrenzen einmal zu Niederschlägen. Das wollen wir uns für unsere Region einmal etwas genauer ansehen.



Die Karte gibt die Verhältnisse etwa um den 1. Mai wieder. Dann kommt ein kleines Zwischenhoch, das uns aber nur am Rande streift und ab dem 6. Mai sieht es dann wieder aus wie abgebildet. Eventuelle Regengebiete, die in unsere Region vorstoßen, werden daher vor allem von dem kräftigen Tiefdruckgebiet über dem Atlantik gesteuert. Aus heutiger Sicht werden das daher nur Regengebiete sein, die es am 30. April, am 2. / 3. Mai und am 7./8. Mai einmal bis zu uns schaffen. Zu anderen Zeiten geraten wir eher in den Einflussbereich des schwachen Tiefdruckgebietes über Osteuropa, das uns relativ unspektakuläre Luftmassen aus unterschiedlichsten Richtungen bringen wird. Unter normalen Umständen könnte man damit zufrieden sein.

Die Temperaturen sind frühlingshaft angenehm, die Winde an den meisten Tagen ausgesprochen schwach und trotz reichlicher Bewölkung bekommen wir oft genug die Sonne zu sehen.

Nur die nachhaltigen Niederschläge, die Landwirtschaft und Garten jetzt einmal gut gebrauchen könnten, die fallen leider aus. Dazu werfen wir einmal einen kurzen Blick auf die Statistik und danken Peter Faulbrück, der uns die folgenden Daten von seiner Station Lübeck Eichholz zur Verfügung gestellt hat:



Danach fielen die letzten Regentropfen bereits am 3. April. 3,0 Liter Regen gab es bisher im April auf den Quadratmeter. Auch im vergangenen Jahr war der April mit 16,2 l/m² bereits deutlich zu trocken. Dem super-nassen Februar haben wir es allerdings zu verdanken, dass der Jahreswert mit 251 l /m² immer noch weit über dem Vergleichswert des letzten Jahres liegt, und trotz des knochentrockenen Aprils gab es in diesem Jahr bis heute immer noch mehr Regentage als nicht-Regentage.

Aber auch das kann uns nicht trösten. Die Böden sind ausgetrocknet, wir brauchen dringend Niederschläge. Wie gesagt, einige wenige Regengebiete sind dabei bis zum 10. Mai, aber leider nicht genug.

Offensichtlich beschert uns der Klimawandel Verhältnisse, wie wir sie eigentlich eher aus mediterranen Regionen kennen. Der letzte Winter ist ganz ausgefallen, den Winterregen hat es gegeben und nun steuern wir unter Umständen einen Sommer mit mediterraner Trockenperiode an. Das ist natürlich lediglich eine kühne Vermutung. Es ist schließlich in unseren Breiten immer noch möglich, dass der Jet-Stream in günstiger Lage uns doch noch einige atlantische Tiefdruckgebiete vorbeischickt, die die schlimmste Dürre und begleitende Waldbrände, auch bei uns, verhindern. Hoffen wir einmal darauf.

Ansonsten können wir auch nur hoffen, dass die aktuelle Lockerung keinen erneuten Anstieg der Virusaktivitäten mit sich bringt. Die aktuellen Zahlen aus Lübeck sind schließlich für alle, die zu unserem Schutz gearbeitet haben, eine Erfolgsmeldung. Das darf man ruhig einmal dankbar sagen.

Besonders am heutigen Tage. Der 26. April ist für alle, die es miterlebt haben, schließlich tief im Gedächtnis eingegraben. Es ist der Tschernobyl-Tag, als in der Ukraine ein Schrottreaktor durchging und seine Strahlen über ganz Europa ausbreitete. Rentiere in Lappland und Schafe im fernen Wales wurden auf diese Weise zu wandelndem Sondermüll. In Bayern werden Pilze und Wildschweine immer noch überwacht, obwohl jetzt, 34 Jahre später, die Radioaktivität schon etwas abgeklungen ist. Das war schon ein wenig wie Corona. Panische Eltern holten ihre Kinder von der Straße wenn Regen angesagt war und die Spielplätze waren geschlossen damit die Kleinen beim Buddeln im Sand nicht erglühen. Das Regierungsmantra seinerzeit war die Versicherung, dass die Bevölkerung zu keiner Zeit gefährdet war. Leute, die Bescheid wussten, haben ihre Familien trotzdem lieber kurz mal zum Sonderurlaub nach Italien geschickt.

Das ist schon anders in dieser Krise. Wir werden darüber informiert, dass die Lage wirklich gefährlich ist. Fliehen kann man diesmal nicht und wohin auch? Man sollte durchaus einmal wahrnehmen, dass wir in Schleswig-Holstein im weltweiten Vergleich zurzeit sehr gut dastehen. Wir können nur hoffen, dass es so bleibt. Durch verantwortungsloses Handeln kann sich alles sehr schnell ändern.

Die aufziehende Wolken werden nur selten Regen im Gepäck haben. Grafik: Harald Denckmann, Fotos: Karl Erhard Vögele

Die aufziehende Wolken werden nur selten Regen im Gepäck haben. Grafik: Harald Denckmann, Fotos: Karl Erhard Vögele


Text-Nummer: 137810   Autor: Harald Denckmann   vom 26.04.2020 18.29

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