Please enable JavaScript!
Bitte aktiviere JavaScript!
S'il vous plaît activer JavaScript!
Por favor,activa el JavaScript!
antiblock.org

Diese Seite verwendet Cookies für die Funktionalität und für anonymisierte Statistiken.
Stimmen Sie auch der Verwendung von Cookies durch Drittanbieter auf dieser Website für die Schaltung von personalsierter Werbung zu? Weitere Informationen
Sie können Ihre Zustimmung jederzeit auf der Seite Impressum / Datenschutz widerrufen.
Dort finden Sie auch weitere Informationen zu Cookies.
HL-live.de - Nachrichten aus Lübeck

Sonntag,
der 5. Juli 2020






Lübeck:

Nicht vergessen, worauf es in der Not wirklich ankommt

Archiv - 02.05.2020, 10.52 Uhr: Pastorin i.R. Ellen Naß geht in ihren Gedanken zum Wochenende auf den "Tag der Arbeit" ein. Die Krise zeige, auf welche Berufe es wirklich ankommt. Und ausgerechnet viele in diesen Bereichen Beschäftigte würden keinen gerechten Lohn bekommen.

Gestern haben wir den 1. Mai gefeiert, den Tag der Arbeit. Normalerweise gibt es viele Demonstrationen für Arbeitnehmerrechte, in einigen Städten leider dann auch Unruhen und Krawalle. In diesem Jahr war alles ruhiger. Durch das Virus besteht noch Versammlungsverbot. Auch wenn die Vorschriften schon gelockert sind, die Ansteckungsgefahr ist noch zu hoch.

Für mich als Pastorin war der 1. Mai immer einer der beiden gottesdienstfreien Feiertage im Jahr (das andere war der Tag der deutschen Einheit), gerade in der Frühlingszeit habe ich das genossen. Dabei war mir natürlich bewusst, wie wichtig Arbeitnehmerrechte sind, und dass auch in unserem Land durchaus nicht alles so gut geregelt ist, wie es sein könnte.

In diesem Jahr durch die Covid-19 Krankheit wurde das plötzlich allen überdeutlich. Zwar finde ich es beachtlich, wie schnell Hilfen für berufstätige Menschen beschlossen wurden, aber trotzdem haben viele Probleme, mit dem, was ihnen bleibt, über die Runden zu kommen.

Außerdem hat sich gezeigt, dass gerade die Berufe, die wir in einer solchen Pandemie am nötigsten brauchen, am schlechtesten bezahlt werden: EinzelhandelsverkäuferInnen, PflegerInnen, Reinigungskräfte, LastkraftwagenfahrerInnen, Paketboten und viele andere, die bisher mehr oder minder unsichtbar solche täglichen Aufgaben erledigten. Sie sind nicht nur absolut notwendig, sondern auch am stärksten gefährdet, und der größte Anteil davon sind Frauen. In den sonst üblichen 1. Mai Demonstrationen hat man davon nicht viele gesehen, man merkt nur, wie wichtig sie sind, wenn sie fehlen oder so wie jetzt in einer Krise.

Es wird ja immer wieder die Meinung vertreten, dass Christen sich um den inneren Menschen kümmern sollten, nicht um gerechte Bezahlung. Dabei wird in der Bibel – schon im Alten Testament – immer wieder von Gott gemahnt, Menschen gerecht zu behandeln, ihnen den zustehenden Lohn auszuzahlen.

Jesus selbst war wohl auch eher jemand aus dieser Bevölkerungsgruppe. Sein Vater soll Zimmermann gewesen sein – nach einem riesigen Tischlerbetrieb hört sich das nirgendwo an, sie können nach seiner Geburt nur das billigste Opfer bringen, wie es arme Menschen tun. Viele seiner Gleichnisse handeln von Menschen im Berufsleben, zum Beispiel von Tagelöhnern, die nur so viel verdienen, dass sie einen Tag überleben können. Wenn sie keine Arbeit finden, dann hungern sie. Jesus erzählt von dem Weinbergbesitzer, der alle gleich bezahlt, so dass sie genug zu essen haben, auch, wenn sie nur kurz gearbeitet haben.

Seine Jünger waren zum Teil Fischer – wenn sie nichts fingen, was durchaus vorkam, dann hungerten auch sie. Eines der überlieferten Wunder Jesu war, dass sie nach einer Nacht ohne Fang und den Hunger vor Augen dann doch genügend Fische fangen konnten, um sich satt zu essen. Er erzählt von der Frau, die mit Nachbarn ein Fest feiert, als sie eine verlorene Münze wiedergefunden hat.

Deshalb sind auch wir als Kirche aufgefordert, uns darum zu kümmern, dass Menschen gerechte und gute Bezahlung für ihre Arbeit bekommen. Das gilt für diejenigen, die für uns arbeiten, und auch für alle anderen. Warum haben wir uns nie gefragt, weshalb z.B. der wirklich körperlich und seelisch anstrengende Beruf eines/r PflegerIn so viel schlechter bezahlt wird als der eines Automechanikers? Ich denke, Jesus hätte das gefragt und ein Gleichnis erzählt über diesen Beruf.

Der 1. Mai in diesem Jahr ist ruhiger als in anderen Jahren. Aber durch die Pandemie haben wir die Möglichkeit, neu zu fragen, neu zu gewichten, welche Arbeit uns wie viel wert ist – und was sie Jesus wert wäre. Das kann uns helfen, nicht zu vergessen, worauf es in der Not wirklich ankommt.

Ellen Naß berichtet über die Erzählungen aus der Bibel über den gerechten Lohn.

Ellen Naß berichtet über die Erzählungen aus der Bibel über den gerechten Lohn.


Text-Nummer: 137923   Autor: red.   vom 02.05.2020 10.52

Text teilen: auf facebook +++ auf Twitter +++ über Kontaktformular

Text ausdrucken. +++  +++ Text ohne Bilder ausdrucken.


Kommentare sind am Wochenende leider nicht möglich.

HL-live.de Flohmarkt

Nachrichten:
Polizei & Feuerwehr
Stadtgeschehen
Politik
Kultur & Theater
Wirtschaft
Sport
Veranstaltungskalender

Service:
Flohmarkt
Wetter
Notdienste
Stadtplan
Archiv
RSS und App
Newsletter

Werbung

Kontakt:
Meldung schicken
Veranstaltungs-Tipp
Impressum
Nutzungsbedingungen
Datenschutz








Zur Ansicht für Mobiltelefone wechseln.