Please enable JavaScript!
Bitte aktiviere JavaScript!
S'il vous plaît activer JavaScript!
Por favor,activa el JavaScript!
antiblock.org

Diese Seite verwendet Cookies für die Funktionalität und für anonymisierte Statistiken.
Stimmen Sie auch der Verwendung von Cookies durch Drittanbieter auf dieser Website für die Schaltung von personalsierter Werbung zu? Weitere Informationen
Sie können Ihre Zustimmung jederzeit auf der Seite Impressum / Datenschutz widerrufen.
Dort finden Sie auch weitere Informationen zu Cookies.
HL-live.de - Nachrichten aus Lübeck

Donnerstag,
der 4. Juni 2020






Lübeck:

Vor 75 Jahren geschah die Tragödie in der Lübecker Bucht

Archiv - 03.05.2020, 10.31 Uhr: Eine der größten Tragödien gegen Ende des zweiten Weltkrieges hat sich in der Lübecker Bucht zugetragen. Am 3. Mai 1945, vor 75 Jahren, fanden Tausende ehemaliger KZ-Häftlinge den Tod auf mehreren Schiffen, die zwischen Niendorf und Neustadt lagen. Das Ereignis wird in den Geschichtsbüchern unter dem Stichwort „Cap Arcona“ behandelt.

Was war geschehen? Als die britische Armee im April über Niedersachsen immer weiter nach Norden vorrückte, lösten die Nazis in aller Eile die Konzentrationslager auf. Die Häftlinge sollten nicht von den Alliierten befreit werden. Insbesondere aus dem KZ Neuengamme waren Tausende Inhaftierte nach Lübeck getrieben worden.

Vom Vorwerker Hafen aus wurden sie auf Schiffe gebracht, die in der Lübecker Bucht lagen, insbesondere auf die „Cap Arcona“, aber auch auf die „Athen“ und die „Thielbek“. Insgesamt, so die Schätzungen, waren auf den Schiffen etwa 8.000 Menschen. Am Nachmittag des 3. Mai griffen Bomber der Royal Air Force in mehreren Wellen die Schiffe an. Da Rettungsmöglichkeiten nicht vorhanden waren, starben die meisten, viele eingesperrt unter Deck.

Über die Hintergründe ist viel spekuliert worden. Angeblich war der britischen Heeresleitung eine Meldung zugespielt worden, dass sich auf den Schiffen Reste der Wehrmacht befänden, die sich ins Ausland absetzen wollten. Angeblich war die Meldung vom Roten Kreuz korrigiert worden. Eine entsprechende Nachricht sei jedoch nicht an die Flugstaffeln weitergeleitet worden.

Die am häufigsten erwähnte Vermutung lautet, dass die Nazis ohnehin vor hatten, die Häftlingsschiffe in der Ostsee zu versenken. Durch entsprechende Falschmeldungen habe man die Briten dazu benutzt, die schmutzige Arbeit zu tun. Auf jeden Fall überlebten nur wenige. Falls sie nicht ohnehin unter Deck eingesperrt waren, half auch Schwimmen nichts. Das Wasser hatte acht Grad, die Häftlinge waren entkräftet. Zudem wurde auch auf Schwimmende geschossen.

Entlang der Lübecker Bucht, von Niendorf über Neustadt hinaus, erinnern Gedenkstätten an die Opfer. Da die meisten Toten der „Cap Arcona“ unter Deck lagen, brauchte man lange Zeit, alle zu bergen und zu begraben. Ältere Lübecker berichteten, dass in den Sommern 1945 und 1946 an den Stränden der Lübecker Bucht immer wieder Leichenteile oder Knochen angespült wurden. Die Hintergründe der Tragödie sind nie wirklich untersucht, geschweige denn aufgeklärt worden.

In der Lübecker Bucht gibt es zahlreiche Gedenkorte für die Opfer. Foto: Karl Erhard Vögele

In der Lübecker Bucht gibt es zahlreiche Gedenkorte für die Opfer. Foto: Karl Erhard Vögele


Text-Nummer: 137935   Autor: TD   vom 03.05.2020 10.31

Text teilen: auf facebook +++ auf Twitter +++ über Kontaktformular

Text ausdrucken. +++  +++ Text ohne Bilder ausdrucken.


HL-live.de Flohmarkt

Nachrichten:
Polizei & Feuerwehr
Stadtgeschehen
Politik
Kultur & Theater
Wirtschaft
Sport
Veranstaltungskalender

Service:
Flohmarkt
Wetter
Notdienste
Stadtplan
Archiv
RSS und App
Newsletter

Werbung

Kontakt:
Meldung schicken
Veranstaltungs-Tipp
Impressum
Nutzungsbedingungen
Datenschutz








Zur Ansicht für Mobiltelefone wechseln.