Please enable JavaScript!
Bitte aktiviere JavaScript!
S'il vous plaît activer JavaScript!
Por favor,activa el JavaScript!
antiblock.org

Diese Seite verwendet Cookies für die Funktionalität und für anonymisierte Statistiken.
Stimmen Sie auch der Verwendung von Cookies durch Drittanbieter auf dieser Website für die Schaltung von personalsierter Werbung zu? Weitere Informationen
Sie können Ihre Zustimmung jederzeit auf der Seite Impressum / Datenschutz widerrufen.
Dort finden Sie auch weitere Informationen zu Cookies.
HL-live.de - Nachrichten aus Lübeck

Sonntag,
der 5. Juli 2020






Lübeck:

Lübecker Informatiker zur Corona-App: So könnte es gehen

Archiv - 04.05.2020, 10.15 Uhr: Auch bei einer dezentralen Lösung einer "Corona-Tracing-App" lassen sich viele Möglichkeiten umsetzen, die Infektionsdynamik umfangreich auszuwerten. Das sagen Informatiker der Universität zu Lübeck, die mit anderen norddeutschen Universitäten und Forschungseinrichtungen im Kompetenzverbund KI-SIGS für Künstliche Intelligenz im Gesundheitswesen zusammengeschlossen sind. Sie setzen auf die Stärken eines "Privacy-Preserving Federated Learning".

Die Lübecker IT-Sicherheits- und KI-Experten antworten damit auf die Forcierung der Entwicklung einer Corona-Tracing-App, mit der wichtige Daten über mögliche Infektionskontakte gesammelt werden sollen, durch die Bundesregierung. Als Beispiel für die Vorteile einer dezentralen Lösung nennen sie eine zeitnahe Analyse der Infektionsgefahr durch mangelnden Abstand nach Lockerungsmaßnahmen. Dies sei auch ohne zentrale Algorithmen zur Auswertung der Daten möglich.

Dabei bauen die Lübecker Wissenschaftler auf eine Erweiterung des sogenannten "Federated Learning", das in seiner heutigen Form zwar schon dezentrales Lernen auf verteilten Daten ermöglicht, jedoch bis heute weitgehend ohne den nötigen Datenschutz. Mit ihrem Ansatz des "Privacy-Preserving Federated Learning" wollen sie die Ansätze des verteilten Lernens mit Methoden zum Schutz der Privatsphäre kombinieren. Es wäre dafür sinnvoll und wünschenswert, neben dem Contact-Tracing der aktuellen Corona-App noch weitere Funktionen anzubieten, die auf freiwilliger Basis weitere Daten des Bewegungsprofils oder des Bewegungssensors für vertrauenswürdige Berechnungen zur Verfügung stellt. Ein dezentraler Ansatz könnte damit durch vertrauenswürdige Berechnungen weitaus interessantere Daten als ein zentraler Ansatz nutzen und damit weitreichendere Informationen über die Infektionsdynamik liefern. Für eine zeitnahe Analyse der Infektionsgefahr beispielsweise könnten in einem ersten Schritt verteilte, datenschutzfreundliche und verrauschte Statistiken berechnet werden, welche die Daten einzelner Nutzer in der Form von Differential Privacy Garantien – eine strenge Datenschutzdefinition aus der Forschung – schützen. Für derart geschützte Garantien gibt es einen reichen Schatz an Literatur, sodass eine zeitnahe Umsetzung realistisch ist.

In einem zweiten Schritt könnte dann das neuartige "Privacy-Preserving Federated Learning" eine solide Basis für datenschutzfreundliche, verteilte Anwendung von KI-Methoden bieten – auch wenn die Lübecker Wissenschaftler hier noch hohen Forschungsbedarf sehen, um die Datenschutzgarantien der verteilten KI-Methoden zu stärken, damit sie verantwortungsvoll deutschlandweit ausgerollt werden können. Als ein Beispiel für die Nutzung solcher innovativer Methoden könnten einzelne Nutzer ein Simulationsmodell für Infektionsausbreitung lokal mit ihren eigenen Daten verbessern, um in einem zweiten Schritt diese Verbesserungen des Modells miteinander abzugleichen. Bei diesem Abgleich muss sichergestellt werden, dass die Verbesserungen dieses Modells nicht auf einzelne Nutzer zurückführbar sind.

Eine weitere Anwendung könnte in einer Verbesserung der Treffergenauigkeit der App liegen. Es muss vor allem in der Anfangszeit, wenn die Technik noch nicht genügend ausgereift ist, mit vielen falsch positiven Warnungen gerechnet werden, da beispielsweise dünne Plexiglaswände nur schwer erkannt werden können. Unter Einbeziehung weiterer Daten in die Lernprozesse könnte die Fehlerrate noch deutlich reduziert werden, so dass unnötige Einweisungen in Quarantäne vermieden werden könnten. "Lübeck ist zentraler Standort des KI-Flaggschiff-Projektes KI-SIGS, dem zentralen Hub in Norddeutschland für KI im Gesundheitswesen. Zusammen mit unserem neu gegründeten KI-Zentrum, in dem unsere KI-Experten eng mit den Medizinern des UKSH zusammenarbeiten, sind wir prädestiniert, künstliche Intelligenz im Kampf gegen COVID-19 zum Einsatz zu bringen", sagt Prof. Dr. Thomas Martinetz, Co-Sprecher des Zentrums für künstliche Intelligenz an der Universität zu Lübeck.

"Die aktuelle Diskussion zeigt, wie essentiell die Vertrauenswürdigkeit von Software ist, wenn massiv persönliche Daten benutzt werden müssen. Durch die schon etablierte enge Zusammenarbeit von Sicherheits-, KI- und Telematik-Experten sind wir in Lübeck ideal aufgestellt, um vertrauenswürdige verteilte KI-Methoden für kritische Aufgaben wie der Eindämmung der COVID-19 Pandemie zu entwickeln.", sagt Prof. Dr. Esfandiar Mohammadi, Professor für Privacy und Security an der Universität zu Lübeck. "Die Forschung im Bereich des vertrauenswürdigen und dezentralen Lernens entwickelt sich sehr schnell. Die Diskussionen um die App zeigen einmal mehr, wie wichtig es ist, dass insbesondere im medizinischen Bereich der Datenschutz der Nutzerinnen und Nutzer ernst genommen wird. Durch die Einbindung von Forschern an der Schnittstelle von KI, IT-Sicherheit und Telematik kann es gelingen, auch ohne einen zentralen Ansatz einen Mehrwert aus den erhobenen Daten zu gewinnen, ohne dass die Privatheit der einzelnen Nutzerinnen und Nutzer beeinträchtigt wird. So können sowohl die Akzeptanz der Technologie gesichert werden als auch der Nutzen der Daten optimiert werden" fügt Prof. Dr. Thomas Eisenbarth, Direktor des Instituts für IT-Sicherheit der Universität zu Lübeck hinzu.

Und Prof. Dr. Stefan Fischer, Vizepräsident der Universität zu Lübeck und Direktor des Instituts für Telematik: "Wir sehen den von der Bundesregierung eingeschlagenen Weg einer dezentral operierenden Corona-App als den richtigen an, plädieren aber unbedingt dafür, die App noch deutlich weitgehender als bisher geplant zu nutzen. Die Universität zu Lübeck sieht sich mit ihrem Zentrum für Künstliche Intelligenz und dem norddeutschen Leuchtturm-Institut für IT-Sicherheit hervorragend aufgestellt, um sich führend an der Entwicklung innovativer IT-Lösungen zur Bekämpfung von COVID-19 zu beteiligen".

Von links: Prof. Dr. Stefan Fischer, Prof. Dr. Thomas Martinetz, Prof. Dr. Thomas Eisenbarth, Prof. Dr. Esfandiar Mohammadi. Fotos: Universität zu Lübeck.

Von links: Prof. Dr. Stefan Fischer, Prof. Dr. Thomas Martinetz, Prof. Dr. Thomas Eisenbarth, Prof. Dr. Esfandiar Mohammadi. Fotos: Universität zu Lübeck.


Text-Nummer: 137950   Autor: Universität zu Lübeck   vom 04.05.2020 10.15

Text teilen: auf facebook +++ auf Twitter +++ über Kontaktformular

Text ausdrucken. +++  +++ Text ohne Bilder ausdrucken.


Kommentare sind am Wochenende leider nicht möglich.

HL-live.de Flohmarkt

Nachrichten:
Polizei & Feuerwehr
Stadtgeschehen
Politik
Kultur & Theater
Wirtschaft
Sport
Veranstaltungskalender

Service:
Flohmarkt
Wetter
Notdienste
Stadtplan
Archiv
RSS und App
Newsletter

Werbung

Kontakt:
Meldung schicken
Veranstaltungs-Tipp
Impressum
Nutzungsbedingungen
Datenschutz








Zur Ansicht für Mobiltelefone wechseln.