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HL-live.de - Nachrichten aus Lübeck

Montag,
der 1. Juni 2020






Lübeck:

HL historisch: Ein Rechenmeister wie Adam Riese

Jeder kennt den Spruch: „Das macht nach Adam Riese....“. Adam Riese – eigentlich Adam Ries oder Adam Rys – war ein berühmter deutscher Rechenmeister. Dass er in Lübeck einen besonders erfolgreichen Kollegen hatte, ist weithin vergessen. Vor 500 Jahren wurde der „Lübecker Riese“ namens Franz Brasser geboren.

Ganz genau steht das Geburtsdatum allerdings nicht fest. „Um 1520“ müsste man korrekterweise sagen. Sein Werdegang müsste noch erforscht werden. Fest steht, dass 1552 sein erstes Rechenbuch erschien, gedruckt bei Johann Ballhorn dem Älteren in Lübeck, und dass er schon vorher in Lübeck erfolgreich eine private deutsche Schule unterhielt; im Gegensatz zum Katharineum als erster bürgerlicher Lateinschule nach der Reformation.

Von derartigen deutschen Schulen gab es im 16. Jahrhundert mehrere in der Stadt. Die Lizenzen wurden vom Senat vergeben. Franz oder Franciscus Brasser war einer der bekanntesten Lehrer, wurde zusammen mit dem Kollegen Nicolaus Boldewin zum Sprecher der Zunft gewählt. In welchem Gebäude sich Brassers Schule befand, ist nicht genau bekannt. Jedenfalls muss es in der Nähe der Katharinenkirche gewesen sein.

Überliefert ist der Ort als „in J. Marie Carspell in de Klockgeterstraten“, also im Kirchspiel von St. Marien, in der Glockengießerstraße. In diesen Schulen wurde auf Niederdeutsch vor allem Schreiben, Lesen und Rechnen unterrichtet. Neben seiner Tätigkeit als Lehrer und Leiter der eigenen Schule war Franz Brasser 20 Jahre Werkmeister, das heißt Rechnungsführer, an St. Katharinen.

Seine eigentliche Bedeutung waren seine niederdeutsch verfassten und veröffentlichten Rechenbücher. Er wollte dem Volk, vor allem den Kaufleuten und ihren Lehrlingen den Umgang mit Zahlen und Rechenarten leicht verständlich erklären. Das Buch war auch außerhalb Lübecks verbreitet. Bis 1710 erschienen angeblich 43 Auflagen. Fachleute haben 25 Auflagen nachgewiesen, halten die übrigen für wahrscheinlich.

Nicht von jeder Auflage existieren noch Exemplare, und nicht alle wurden in Lübeck gedruckt. Auch Drucker „zu Hamborch“ waren beteiligt sowie Kollegen in Stettin, Greifswald oder Kopenhagen. Nach seinen Methoden und mit seinem Material wurde auch in Dänemark oder den Niederlanden gearbeitet. Ein Bremer Kollege übersetzte das Rechenbuch sogar ins Lateinische.

Brasser erläutert ausführlich die Grundrechenarten. Danach folgen Beispiele zur Dreisatzrechnung. Dabei geht er sehr praktisch vor. Seine Beispiele nennen Waren, mit denen sich viele Lübecker beschäftigten: Hering, Bier, Butter, Honig, Getreide, Stoffe, Gewürze. Hierzu gibt es im Buch fast 200 Beispiele, an denen die Lernenden studieren konnten. Kompliziert war das Rechnen durch unterschiedliche Geldeinheiten sowie verschiedene Maße und Gewichte.

Heute befinden sich Brassers Rechenbücher in den Bibliotheken mehrerer Länder. Die Lübecker Stadtbibliothek besitzt vier Exemplare, und zwar aus den Jahren 1619, 1622, 1651 und 1697. Sie erschienen also alle nach seinem Tod, denn Brasser starb am 22. März 1594.

Aus Anlass des 500. Geburtstages von Adam Riese hielt Prof. Ulrich Reich vom Fachbereich Wirtschaftsinformation der Fachhochschule Karlsruhe in Lübeck einen Vortrag. Beim Recherchieren über den namentlich bekannten Rechenmeister war Reich auf dessen Lübecker Kollegen gestoßen und holte ihn ins Bewusstsein der Stadt zurück.

An St. Katharinen war der Lübecker Rechenkünstler Franz Brasser Werkmeister. Foto TD

An St. Katharinen war der Lübecker Rechenkünstler Franz Brasser Werkmeister. Foto TD


Text-Nummer: 138077   Autor: TD   vom 10.05.2020 16.21

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