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HL-live.de - Nachrichten aus Lübeck

Montag,
der 1. Juni 2020






Schleswig-Holstein:

Blitzumfrage: Schlechte Stimmung bei den Arbeitgebern

Eine repräsentative Blitzumfrage der Arbeitgeberverbände Nordmetall und AGV Nord unter ihren Mitgliedsunternehmen der Metall- und Elektroindustrie hat für Schleswig-Holstein drastische Resultate ergeben: 60 Prozent der 65 Betriebe mit insgesamt rund 19.000 Beschäftigten, die an der Umfrage teilnahmen, rechnen mit Umsatzeinbrüchen, 35 Prozent nutzen mittlerweile Kurzarbeit.

Zwar mussten nur drei Prozent der Unternehmen bereits betriebsbedingte Kündigungen aussprechen, aber 28 Prozent befürchten dies in den kommenden fünf Monaten. Insgesamt nahmen an der Umfrage 169 Betriebe mit rund 80.000 Beschäftigten aus Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, dem nordwestlichen Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern teil.

"Der Schiffbau ist von den Folgen der Corona-Krise besonders stark betroffen, aber auch im Maschinen- und Fahrzeugbau sowie der Zulieferindustrie hinterlässt sie deutliche Spuren", sagt Robert Focke, Nordmetall-Vizepräsident aus Lübeck.

"Der Zusammenbruch vieler Märkte und der Logistikketten sowie die Arbeitseinschränkungen wirken sich sehr negativ aus. Die Aussichten haben sich seit dem Beginn der Pandemie weiter verschlechtert", so der Geschäftsführer Nordischer Maschinenbau Rud. Baader. Die Kapazitätsauslastung der Betriebe in Schleswig-Holstein ist auf 80 Prozent gesunken, der erwartete Umsatzrückgang liegt bei 23 Prozent.

Die durchschnittliche Arbeitszeitreduzierung erreicht bereits 44 Prozent und 56 Prozent der Unternehmen ohne Kurzarbeit planen für die Zukunft mit ihr. "Die Pandemie haben wir erfolgreich zurückgedrängt, die Krise in der Industrie hat jedoch erst begonnen", resümiert Robert Focke. "Sie wird länger anhalten und die Märkte grundsätzlich verändern. Die Wirtschaft braucht kurzfristig schnell wirkende Konjunkturprogramme, die Industrie langfristig deutliche Steuer- und Abgabenerleichterungen. Für teure Wahlgeschenke, wie etwa die Grundrente oder neue Regulierungen wie ein einseitiges Recht auf Homeoffice, ist jetzt überhaupt nicht die Zeit", so der Nordmetall-Vizepräsident weiter

Die Kapazitätsauslastung der Betriebe in Schleswig-Holstein ist auf 80 Prozent gesunken,
der erwartete Umsatzrückgang liegt bei 23 Prozent. Archivfoto: JW

Die Kapazitätsauslastung der Betriebe in Schleswig-Holstein ist auf 80 Prozent gesunken, der erwartete Umsatzrückgang liegt bei 23 Prozent. Archivfoto: JW


Text-Nummer: 138249   Autor: Nordmetall   vom 19.05.2020 10.36

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