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HL-live.de - Nachrichten aus Lübeck

Sonnabend,
der 4. Juli 2020






Lübeck:

HL historisch: Vor 80 Jahren starb Kunstfreund Dr. Max Linde

Archiv - 01.06.2020, 09.09 Uhr: Lübeck steckt voller Geschichten. Als kürzlich bekannt wurde, dass das Standesamt saniert werden muss, fiel auf, dass alteingesessene Lübecker bei dem Gebäude Ratzeburger Allee 16 noch immer von der Lindeschen Villa sprechen. Die Bezeichnung erinnert an einen früheren Eigentümer, den Augenarzt, Kunstsammler und -förderer Dr. Max Linde. Vor 80 Jahren starb der bedeutende Sohn der Stadt.

Max Linde war gebürtiger Lübecker, kam 1862 als Apothekersohn zur Welt. Das Abitur machte er am Katharineum, studierte Medizin, eröffnete 1897 eine Praxis für Augenheilkunde in Lübeck. Im Jahre 1898 erwarb Linde das Anwesen an der Ratzeburger Allee, das 1804 für Senator Hermann Hartmann als Sommerhaus vor den Toren der Stadt gebaut worden war.

Die Baupläne entwarf ein berühmter Flüchtling aus Dänemark, Joseph Christian Lillie. Von ihm stammen auch die Pläne für das Behnhaus in der Königstraße. Neben seinem Beruf und durch glückliche Umstände dazu in die Lage versetzt, sammelte Linde Kunstwerke. Zum Beispiel französische Impressionisten sowie eine ganze Reihe von Skulpturen von Auguste Rodin. Einige zierten den weitläufigen Park hinter dem Gebäude. Als Folge der Inflation in den 1920er Jahren verlor Linde einen Teil des Parks.

In die Geschichte eingegangen aber ist Max Linde vor allem als Entdecker und Förderer des norwegischen Malers Edvard Munch (1863-1944). Heute ist Norwegen stolz auf den großen Sohn, dem in Oslo ein eigenes Museum gewidmet ist. Aber um 1900 nahm kaum jemand Notiz von den ungewöhnlichen Arbeiten des jungen Malers. Linde lernte den Maler und seine Bilder in Berlin kennen und lud ihn nach Lübeck ein.


Die Söhen des Dr. Linde von Edvard Munch. Das Bild ist im Museum Behnhaus/Drägerhaus ausgestellt. Foto: JW

Zwischen 1902 und 1907 war Edvard Munch mehrere Male zu Gast bei Max Linde. Um ihm Mut zu machen, gab Linde dem Künstler Aufträge und unterstützte ihn bei Ausstellungen in Berlin. 1903 entstand das berühmteste Lübecker Bild mit dem Titel „Die Söhne des Dr. Linde“, heute eines der Prunkstücke im Museum Behnhaus/Drägerhaus.

Max Linde starb 1940. Seine Sammlung ist in viele Länder gegangen. Die Erben trennten sich 1964 von dem Anwesen. Neuer Eigentümer wurde die Hansestadt Lübeck, die 1968 das zentrale Standesamt in die Räume verlegte. Zwischen 1.000 und 1.200 Paare werden jährlich hier getraut. Inzwischen werden auch eingetragene Partnerschaften hier vollzogen und registriert.

Das soll auch während der auf etwa zwei Jahre geschätzten Sanierungszeit weitergehen. „Deutschlands schönstes Standesamt“ bleibt also weiterhin geöffnet. Das Gebäude steht übrigens schon fast 100 Jahre, seit 1922 unter Denkmalschutz. Und mehr als 200 Jahre nach dem Erstbezug kann eine Sanierung durchaus nötig sein.

Die Lindesche Villa an der Ratzeburger Allee.

Die Lindesche Villa an der Ratzeburger Allee.


Text-Nummer: 138475   Autor: TD   vom 01.06.2020 09.09

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