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HL-live.de - Nachrichten aus Lübeck

Montag,
der 13. Juli 2020






Lübeck:

Gottes Wort hochhalten

Archiv - 06.06.2020, 09.18 Uhr: Pastorin i.R. Ellen Naß greift ihren Gedanken zum Wochenende ein Thema auf, das viele Menschen aktuell beschäftigt: Rassismus. Gottes Liebe gelte allen Menschen.

Seit über einer Woche herrscht an vielen Orten in den USA der Ausnahmezustand. Seit George Floyd durch einen Polizisten zu Tode kam, wird das Land von Unruhen erschüttert, den schlimmsten seit dem Tod von Martin Luther King.

Ein bizarrer Höhepunkt dieser Unruhen war, als Donald Trump friedliche Demonstranten vor dem Weißen Haus gewaltsam entfernen ließ, um dann mit seiner Familie zu einer Kirche zu gehen und vor dieser Kirche eine Bibel in die Höhe zu halten.

Irgendetwas muss er sich dabei gedacht haben, aber ich frage mich seitdem, was das Hochhalten einer Bibel mit dem ungesetzlichen Tod eines Menschen in Polizeigewalt zu tun hat. Donald Trump hat nicht aus der Bibel vorgelesen, er hat sie nicht mal zitiert oder vielleicht ein Gebet gesprochen, er besucht auch nicht – wie viele andere Präsidenten vor ihm – die Gottesdienste dieser Kirche.

Viel gelesen haben kann er in der Bibel auch nicht, jedenfalls weite Teile der Bibel nicht. Natürlich war zu Zeiten der Bibel die Todesstrafe, Kriege, Unterdrückung der Frauen und Kinder und auch körperliche Züchtigung normal – das war damals so, vor 2000 und mehr Jahren, es wäre erstaunlich, wenn es anders wäre. Aber selbst solche Aussagen würden nicht rechtfertigen, dass man so lange auf dem Hals eines Verdächtigen - oder selbst eines Überführten – kniet, bis er stirbt.

Solche zeitbezogenen Aussagen gibt es, das ist keine Frage. Aber es gibt auch viele Berichte und grundlegende Berichte, die eine andere Botschaft verkündigen.

Schon in der allerersten Zeit der jungen Kirche gab es einen - vermutlich – schwarzen Christen. Es wird in der Apostelgeschichte berichtet, wie sich ein Mann auch Äthiopien zum Christentum bekehrt. VERMUTLICH schwarz deshalb, weil die Hautfarbe nicht einmal erwähnt wird, so unwichtig war sie. In der Pfingstgeschichte wird erzählt, dass Menschen vieler bekannter Völker die frohe Botschaft hörten und zum Glauben kamen. Es gab dann langfristig auch Streitigkeiten untereinander, es waren Menschen, doch dass jemand auf Grund seiner Volkszugehörigkeit benachteiligt wurde oder als zweitklassig galt, wird nicht berichtet.

Stattdessen hat Jesus immer wieder dazu aufgerufen, zu lieben und zu vergeben. Er erzählt von dem Mitglied eines verfeindeten Volkes, dass einem Juden half, er selbst half einem der damals verhassten Römer und einer Frau, die zu einem anderen Volk gehörte. Alle drei stellt er seinen Mitbürgern als Vorbilder dar, von denen sie etwas lernen sollten.

Deshalb hat es mich gefreut, als die Bischöfin der betreffenden Kirche gegen den Missbrauch ihrer Kirche und den Missbrauch der Bibel zu Demonstrationszwecken protestiert hat. Sie hat gesagt, dass diese Aktion allem widerspricht, wofür Jesus und seine Botschaft stehen, und sie hat Recht. Auch bei uns sollte solch eine Auffassung und solch ein Verhalten keinen Platz finden.

Ich bin dankbar, dass wir nicht solche Zustände haben wie in den USA. Das ist aber keine Selbstverständlichkeit, auch bei uns werden Menschen aufgrund ihrer Herkunft oder ihres Geschlechtes ausgegrenzt, wenn auch nicht so brutal wie dort.

Trotzdem sollten wir uns nicht darauf ausruhen. Gottes Liebe gilt ALLEN Menschen, Jesus ist für alle Menschen in unsere Welt gekommen und hat Gottes Liebe gepredigt und gelebt.

Wir sollen nicht vor einer Kirche stehen und eine Bibel hochhalten. Hochhalten sollen wir stattdessen Gottes Wort, dass er alle Menschen gleich geschaffen hat, Er und alle liebt, wir alle seine Kinder sind. Wir können und sollten für die Angehörigen von George Floyd und alle andere Opfer beten und dabei hochhalten, dass wir keinen und keine ausgrenzen, sondern alle nach Seiner Liebe gleich behandeln.

Ellen Naß predigt am Sonntag in St. Philippus, Schlutuper Straße 52.

Ellen Naß predigt am Sonntag in St. Philippus, Schlutuper Straße 52.


Text-Nummer: 138570   Autor: red.   vom 06.06.2020 09.18

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