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+++ HL-live.de - Archiv +++

16.12.2014 14.26


Info-Aktion zum Job auf Zeit

Wenn der Arbeitsplatz ein "Verfallsdatum" hat: Es geht um die Menschen, die in Lübeck einen "Job auf Zeit" haben einen befristeten Arbeitsvertrag. Sie bekommen jetzt Know-how und Hilfe von der IG Bauen-Agrar-Umwelt. Die IG BAU Holstein startet die Aktion "Faire Arbeit Jetzt: Für unbefristete Arbeit mit Perspektive".

Dabei informiert die Gewerkschaft, unter welchen Bedingungen Arbeitgeber überhaupt einen Job als befristete Beschäftigung anbieten dürfen. Ebenso geht es um die Rechte, die "Jobber auf Zeit" haben. Dazu hat die IG BAU ab sofort eine Info-Hotline "Faire Arbeit Jetzt!" (zum regulären Telefontarif) geschaltet: 0391/4085232 (Montag bis Freitag von 7 bis 20 Uhr, Samstag von 9 bis 16 Uhr). Unter dieser Rufnummer wird Betroffenen, die auf dem Bau, in der Baustoffbranche, in der Gebäudereinigung und in den "grünen Berufen" etwa im Garten- und Landschaftsbau oder als Floristin arbeiten, rasch eine Beratung von einem regionalen Experten vermittelt. Sie können auch den Info-Flyer "Befristet beschäftigt Deine Rechte" über die Hotline ordern. Er gibt wichtige "Arbeitnehmer-Tipps gegen Arbeitgeber-Tricks" rund um die befristete Beschäftigung.

"In Lübeck haben Hunderte von Menschen einen Arbeitsvertrag mit 'Verfallsdatum' unterschrieben oft aus der Angst heraus, sonst gar keinen Job zu haben. Es gibt einen regelrechten Befristungs-Wildwuchs. Besonders schlimm ist es in der Gebäudereinigung", sagt Uwe Hahn. Der Bezirkschef der IG BAU Holstein beobachtet eine Zunahme von Arbeitsverträgen in der Reinigungsbranche, die lediglich für ein halbes oder ein Jahr abgeschlossen werden. Betroffen seien überwiegend Frauen. Deren Sorge, überhaupt einen Arbeitsplatz zu bekommen, werde "ganz oft schamlos ausgenutzt", so Uwe Hahn.

Dabei sind Arbeitsverträge, die ein Unternehmen ohne erkennbaren Grund von vornherein befristet, für die IG BAU Holstein "ein Gräuel". Denn für die Beschäftigten bedeute dies erhebliche Nachteile: "Es wird schwer, eine ordentliche Wohnung zu mieten. Denn jeder Vermieter erkundigt sich natürlich nach dem kontinuierlichen Einkommen. Auch wer etwas anschaffen will und dafür einen Kredit braucht, hat schlechte Karten. Und eine Familie gründen? Fehlanzeige", sagt Uwe Hahn.

Die IG BAU Holstein will deshalb allen "Auf-Zeit-Jobbern" Tipps geben, wie sie mit ihrem auslaufenden Arbeitsvertrag umgehen sollten. Dabei gehe es auch um die Rechte am Arbeitsplatz um Lohnfortzahlung bei Krankheit, Urlaub oder an Feiertagen. "Ein wichtiger Punkt sind 'Ketten-Befristungen'. Viele Chefs verfolgen das Ziel, dass sich ein befristeter Arbeitsvertrag nahtlos an den anderen reiht. Hier muss man die Bremse ziehen", so der IG BAU-Bezirksvorsitzende. Denn in der Regel dürfe ein Arbeitsverhältnis auf Zeit mit allen Verlängerungen maximal zwei Jahre dauern, wenn kein ordentlicher Grund für die Befristung im Arbeitsvertrag stehe.

Autor: IG BAU

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