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HL-live.de

Montag,
der 11. Dezember 2017






Senatorin: Land und Bund müssen bei Ganztagsschule helfen

Kultursenatorin Kathrin Weiher hat am Donnerstag ihre Pläne zur Schulentwicklung vorgestellt. Schwerpunkt ist dabei die Ganztagsbetreuung, die in Lübeck für 95 Prozent aller Grundschulkinder bereits angeboten wird.

Nach Jahren der intensiven Nachfrage in der Nachmittagsbetreuung der Schulen und des quantitativen Ausbaus hat sich die Hansestadt Lübeck für eine Qualitätsentwicklung im Ganztagsbereich ausgesprochen. So stehen vor allem die Einführung fachlicher Standards, wie der verbindliche Einsatz von qualifizierten pädagogischen Fachkräften (1 Fachkraft, 20 Kinder), sowie die enge Verzahnung zwischen Schulvor- und Nachmittag als Kernstücke des pädagogischen Konzepts fest.

Das Betreuungsangebot am Nachmittag an Grundschulen ist von 964 Plätzen im Schuljahr 2005/06 auf rund 3.900 Plätze im Jahr 2017/18 angestiegen. "Das Angebot wird bedarfsorientiert unter Berücksichtigung der räumlichen Bedingungen stetig weiterentwickelt", so die Senatorin. "Um diese Qualität für Lübeck flächendeckend umzusetzen und Kindern in allen Stadtteilen zu ermöglichen, wurde seit 2014 das Konzept 'Ganztag an Schule' entwickelt." Jugendhilfeausschuss, Schulausschuss und die Bürgerschaft haben das Thema mehrfach behandelt und entsprechende Beschlüsse gefasst. Die Anzahl der Hortplätze in Kitas ist im Zuge des Ausbaus der Ganztagsbetreuung an Grundschulen vom Kita-Jahr 2005/06 mit 830 Plätzen auf rund 200 Plätze im Jahr 2017/18 zurückgegangen.

"Die Qualität der Hortbetreuung kann für die steigende Anzahl der Grundschulkinder allein aus kommunalen Mitteln nicht ganz erreicht werden", so Kathrin Weiher. "In der Hortbetreuung werden im Sinne des Kindertagesstättengesetzes 1,5 sozialpädagogische Fachkräfte eingesetzt. Nach dem Lübecker Konzept 'Ganztag an Schule' wird für eine Gruppe von 20 Kindern eine sozialpädagogische Fachkraft, ergänzt um die Kräfte aus den offenen Ganztagsangeboten, gefördert. An Schulen mit besonderem Förderbedarf wird eine 'Ganztagsgruppe plus' mit einem höheren Betreuungsschlüssel eingerichtet, dort stehen zwei sozialpädagogische Fachkräfte für 15 Kinder zur Verfügung. Die personelle Ausstattung gilt es kontinuierlich weiterzuentwickeln, auch für die Teilhabe von Kindern mit Integrationsbedarf am Nachmittag. Momentan erhalten Einzelfälle eine zusätzliche Integrationskraft durch die Eingliederungshilfe nach SGB XII."

Die Raumsituation in den Schulen müsse für die Betreuung und Förderung am Nachmittag verbessert werden. Das aktuelle Schulentwicklungsgutachten empfiehlt pro Zug einen gesonderten Ganztagsraum für die Betreuung. Weitere Räume werden doppelt am Vor – und Nachmittag genutzt für Hausaufgabenbetreuung oder verschiedene AG-Angebote. Ein Konzept mit Standards für die Raumausstattung wird gemeinsam mit Schulen und Trägern erarbeitet.

"Bund und Länder sind gefordert, die Kommunen in der Ganztagsbetreuung in Grundschulen finanziell zu unterstützen und damit die räumliche und personelle Qualität sicherzustellen", fordert die Senatorin. "55 Prozent der Lübecker Grundschulkinder werden bereits öffentlich betreut."

Senatorin Kathrin Weiher stellte am Donnerstag die Entwicklung bei der Ganztagsbetreuung vor.

Senatorin Kathrin Weiher stellte am Donnerstag die Entwicklung bei der Ganztagsbetreuung vor.


Text-Nummer: 118886 Autor: Presseamt Lübeck/red. vom 07.12.2017 17.05

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