Alter Speicher wird saniert

An der Gesamtsanierung des Speicher-Wohnhauses in der Schwönekenquerstraße 22 in Lübeck beteiligt sich die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) mit 40.000 Euro. Den symbolischen Fördervertrag überbrachte Johannes Schindler, Ortskurator Lübeck der DSD, an die Denkmaleigentümer Lisa von Stetten und Constantin von der Lühe, denen sich der von diesen beauftragte Architekt Georg Feyerabend mit seinem Fachkollegen Architekt Dr. Ing. Raimund Becker-Ritterspach angeschlossen hatten.



Die Schwönekenquerstraße in der nordwestlichen Lübecker Altstadt ist Weltkulturerbe. Seit Mitte des 14. Jahrhunderts wird die Querstraße zwischen Fischer- und Engelsgrube nach der Betreiberin der in der Hausnummer 14 ansässigen Badestube Sweneke als Swenekendwerstrate bezeichnet. Die schmale Straße prägt bis auf wenige Ausnahmen eine geschlossen erhaltene historische Bebauung. Viele Gebäude sind deutlich älter als ihre meist im 18. und 19. Jahrhundert umgestalteten Fassaden vermuten lassen.

Das Haus Nummer 22 ist ein seltener Typ des kleinen mittelalterlichen Speichers mit geringen Deckenhöhen und originalen Balkenlagen und Dachstuhl. Der später zum Wohnhaus umfunktionierte Speicher gehörte zu den mittelalterlichen Brauhäusern in der Fischergrube. Die mittelalterlichen Ausfachungen sind gut erhalten. Der Holzeinschlag datiert nachweislich auf 1472. Auch die Brandwände und Fragmente der Straßenfassade des Gebäudes sind spätmittelalterlich und stammen aus dem 15. Jahrhundert.

Nach langer Nutzung als Speicherbau wurde das Gebäude im 19. und 20. Jahrhundert zu Wohnzwecken umgebaut. Dabei wurde in die Statik des Gebäudes stark eingegriffen. Den Zugang in die oberen Geschosse erschloss man durch eine neue Treppe an der hofseitigen Außenwand. Die Anbindungen der Hoffassade an die Deckenbalkenlagen durch Maueranker wurden dabei entfernt. Infolgedessen verformte sich, zusätzlich verstärkt durch den ohnehin schlechten Baugrund der südlichen Schwönekenquerstraße, die Hoffassade deutlich.

Die nun geplante Instandsetzung des bauhistorisch wertvollen, teils einsturzgefährdeten Gebäudes dient neben seinem Erhalt der zeitgemäßen Wohnnutzung unter Berücksichtigung der gewachsenen Binnenstruktur.

Der Speicher in der Schwönekenquerstraße gehört nunmehr zu den über 180 Denkmalen, die die Deutsche Stiftung Denkmalschutz dank ihrer Spender und der Mittel der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, bisher allein in Schleswig-Holstein erhalten helfen konnte.

Johannes Schindler informierte sich bei den Eigentümern und Architekten über die Sanierung. Fotos: RB

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