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Linke fordert respektvollen Umgang mit Obdachlosen

Lübeck: Archiv - 04.12.2019, 18.51 Uhr: Die Partei "Die Linke" und die Obdachlosenhilfe Lübeck zeigten sich empört wie in Lübeck mit den schwächsten Menschen unser Gesellschaft umgegangen wird. Hintergrund ist die Räumung einer Schlafstelle in der Breiten Straße (wir berichteten am Dienstag).

Die Linke setzte sich sofort mit der Verwaltung und der Obdachlosen Hilfe Lübeck (OHL) in Verbindung. "Deutlich wurde, dass beide die Fälle ganz unterschiedlich schildern", so die Partei.

Die Linke berichtet: "Laut Aussage der beiden Obdachlosen, hätte ihnen das Lübecker Ordnungsamt seit Oktober den Aufenthalt in der Breiten Straße erlaubt, da aus Sicht der Lübecker Ordnungshüter ihr Platz ordentlich aussah. Auch haben die Obdachlosen den Platz nicht vermüllt und Fäkalien hinterlassen und dann das Weite gesucht. Auch haben sie keine Betreuung ausgeschlagen, wie jetzt die Lübecker Verwaltung argumentiert, sie wurden von der Obdachlosenhilfe Lübeck bei Bedarf mit Lebensmittel versorgt. Alle Mitglieder der Obdachlosenhilfe Lübeck können bezeugen, dass sich die beiden Obdachlosen in den letzten drei Wochen in der Breiten Straße bei ihrem Platz aufgehalten haben. Auch am Hauptbahnhof, im Gang zum ZOB, wurden Lager von Obdachlosen ohne ersichtliche Gründe geräumt. Besonders Schlimm, mit dem Hab und Gut der Obdachlosen wurden auch ihre Papiere vernichtet."

"Bei diesem Fall gab es offensichtlich Kommunikationsprobleme im Lübecker Ordnungsamt. Eine Kontaktaufnahme mit der Lübecker Obdachlosenhilfe wurde nicht für Nötig befunden. Über das ganze Jahr wurde kein Obdachloser von seinem Platz verscheucht. Aber zur Weihnachtszeit passen einigen Leuten in der Lübecker Verwaltung Obdachlose nicht in ihr Weltbild einer Lübecker Weihnachtsmarktidylle. Da müssen dann Obdachlose aus dem Stadtbild verschwinden", sagt Christian Zeikowsky der 2. Vorsitzender der OHL.

"Wir sind entsetzt, wie rigoros die Stadt gegen die Obdachlosen vorgeht, die zuvor Monatelang niemanden störten. Viele Bürgerinnen und Bürger haben Decken und Kleidung gespendet, die nun auch vernichtet wurden. So geht man auch nicht mit Bürger:innenengagement um. Es gibt viele Gründe, warum Menschen nicht in die Obdachlosenheime wollen, Diebstahl, Drogen- und Alkoholmissbrauch, keine Tiere und Paare können nicht gemeinsam untergebracht werden. Deswegen darf man die Schlafplätze, die durch die Öffentlichkeit auch Sicherheit bieten, nicht einfach räumen", erklärt Katjana Zunft Bürgerschaftsabgeordnete und Vorsitzende der Lübecker Linken.

Katjana Zunft, Vorsitzende der Linke, ist vom Vorgehen der Stadt entsetzt.

Katjana Zunft, Vorsitzende der Linke, ist vom Vorgehen der Stadt entsetzt.


Text-Nummer: 134887   Autor: Linke/red.   vom 04.12.2019 um 18.51 Uhr

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