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Lübecker sind jetzt Lübecker:innen

Lübeck: Archiv - 30.12.2019, 15.00 Uhr: Viele haben sich über die Formulierungen in der Silvesterbotschaft der Stadtspitze gewundert. Dort geht es um "Lübecker:innen". An die Schreibweise müssen sich die Lübeckerinnen und Lübecker gewöhnen. Ab kommenden Jahr gilt bei der Verwaltung die "AGA II 1/68", die geschlechtsneutrale Schreibweisen anordnet.

Die neuen Regeln in der Verwaltung: Es sollen keine Klischees mehr verwendet werden, wie der "Mutter-Kind-Parkplatz" oder "Not am Mann". Außerdem möchte die Hansestadt Lübeck alle Menschen ansprechen. Frauen und Männer und jene, die sich nicht als Mann oder Frau beschreiben. Dafür wird ein Doppelpunkt verwendet, wie bei "Lübecker:innen". Und noch ein Beispiel: In Zukunft wird es den Satz "Es gab 20 Teilnehmer" in der Stadtverwaltung nicht mehr geben. Korrekt heißt es laut "AGA II 1/68": "Teilgenommen haben 20 Personen".

"Da Sprache keine stabile Einheit ist, sondern sich in ständiger Veränderung befindet, kommt ihr auch in der Herstellung von Geschlechtergerechtigkeit eine wichtige Rolle zu", sagt Bürgermeister Jan Lindenau "Spätestens seit dem Urteil des Bundesgerichtshofes, das das Recht auf Anerkennung eines dritten Geschlechts bestätigt und zu neuen gesetzlichen Änderungen führte, besteht auch für die Verwaltung der Hansestadt Lübeck Handlungsbedarf. Lübeck als tolerante und offene Stadt muss diskriminierungsfrei kommunizieren. Mit dieser Regelung für die Stadtverwaltung wollen wir einen Beitrag zur Geschlechtergerechtigkeit leisten."

So ganz scheint es nicht zu klappen. In der Pressemitteilung zum Thema verwendet die Stadt den Begriff "Bürgermeister". Da es auch nicht männliche Lübecker gibt, müsste es Bürger:innenmeister" heißen.

"Die Stellenausschreibungen der Stadt werden schon länger so gehandhabt – und es gibt positive Rückmeldungen, da der Doppelpunkt gut verständlich ist und nicht den Lesefluss stört", ergänzt Gleichstellungsbeauftragte Elke Sasse.

Die neue Regelung gilt ab sofort für alle Beschäftigten der Hansestadt Lübeck. Betroffen ist der gesamte städtische Schriftverkehr, also E-Mails, Präsentationen, Broschüren, Pressemitteilungen, Drucksachen, Formulare, Flyer, Hausmitteilungen, Rechtstexte und Briefe. Die Umsetzung soll sukzessive erfolgen, nicht alle Formulare, Flyer und sonstige Drucksachen können gleichzeitig angepasst werden. Die Verwaltung beginnt mit der Umstellung in 2020. Der neue Leitfaden kann unter luebeck.de/gender im Internet heruntergeladen werden.

In der Hansestadt Lübeck leben jetzt Lübecker:innen. Foto: JW/Archiv

In der Hansestadt Lübeck leben jetzt Lübecker:innen. Foto: JW/Archiv


Text-Nummer: 135337   Autor: VG/Presseamt Lübeck   vom 30.12.2019 um 15.00 Uhr

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