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Weitere Warnstreiks im privaten Busverkehr

Lübeck: Archiv - 28.02.2020, 12.57 Uhr: Ver.di kündigt für die Zeit vom 4. bis 8. März einen weiteren Warnstreik im privaten Omnibusverkehr an. Betroffen sind im Lübecker Bereich nur Umlandverkehre. Die Busfahrer des Stadtverkehrs haben bereits eine Tarifeinigung erzielt (wir berichteten), die Fahrer der LVG werden von einer anderen Gewerkschaft vertreten.

Vor einer leeren Arbeitgeberbank wartete die ver.di-Verhandlungskommission am Freitag um 10.30 Uhr in Kiel auf das Eintreffen der Vertreter des privaten Omnibusgewerbes Schleswig-Holstein (OVN). "Der heutige Termin in den Lohntarifverhandlungen für die Beschäftigten im privaten Busgewerbe des ganzen Landes war bereits am 11. Februar mit dem Arbeitgeberverband vereinbart worden. ver.di hatte daraufhin die Räumlichkeiten für die Tarifverhandlung in der Kiel gebucht und die Mitglieder der Tarifkommission eingeladen", erklärt Karl-Heinz Pliete, ver.di Landesfachbereichsleiter Verkehr und Verhandlungsführer für den Tarifbereich OVN.

"Mit der öffentlich erklärten Weigerung des OVN, an den Verhandlungen teilzunehmen, nimmt der Arbeitgeberverband OVN bewusst die Beeinträchtigung der Fahrgäste als Kollateralschaden in Kauf, um Lohnerhöhungen zu verhindern. Wir sind hier heute mit der gesamten Tarifkommission mit dem festen Willen angetreten, ein Ergebnis im Verhandlungswege zu erzielen. Nicht ohne Grund hatte ver.di die Räumlichkeiten bis 23 Uhr gebucht. Wir fordern den Arbeitgeberverband auf, unverzüglich an den Verhandlungstisch zurückzukehren", so Pliete weiter.

Zur Unterstützung der Lohnforderung ruft die Gewerkschaft ver.di alle Beschäftigten im Tarifbereich des OVN zu einem fünftägigen Warnstreik ab Dienstbeginn am Mittwoch, den 4. März, bis Dienstende am Sonntag, den 8. März auf.

"Sollte mit dem Arbeitgeberverband OVN ein Ergebnis erzielt werden können, werden die Warnstreiks selbstverständlich kurzfristig beendet, um die Auswirkungen für die Fahrgäste so gering wie möglich zu halten", erklärt Pliete im Namen der ver.di Tarifkommission. "Das derzeitige Angebot der Arbeitgeber für die Zeit ab Januar 2020 bedeutet gerade einmal eine Erhöhung von 2,2 Prozent im Kalenderjahr und wurde von der ver.di-Tarifkommission als völlig unzureichend abgelehnt."

"Die Arbeitnehmer würden bei Annahme eines solchen Angebots für 2020 einen Reallohnverlust erleiden. Ohnehin reicht das derzeitige Entgelt in Vollzeit selbst nach 45 Jahren der Erwerbstätigkeit nur für ein Leben in Altersarmut. Nur mit einer deutlichen Lohnerhöhung kann ein Arbeitnehmer im privaten Omnibusgewerbe einen Rentenpunkt pro Jahr erwirtschaften", so der ver.di-Landesfachbereichsleiter.

Aus dem ganzen Land signalisierten die Beschäftigten der ver.di-Tarifkommission eine überaus große Bereitschaft, den Warnstreikaufrufen folgen zu wollen, berichtet die Gewerkschaft.

Die ver.di-Tarifkommission fordert für die Mitglieder der Gewerkschaft zwei Euro pro Stunde mehr, eine neue Stufe mit einem Lohnabstand von 100 Euro zur bisherigen letzten Stufe sowie die Übernahme des GUV/FAKULTA-Jahresbeitrages.

Ver.di kündigt weitere Warnstreiks im privaten Busgewerbe an. Foto: Archiv

Ver.di kündigt weitere Warnstreiks im privaten Busgewerbe an. Foto: Archiv


Text-Nummer: 136618   Autor: Verdi/red.   vom 28.02.2020 um 12.57 Uhr

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