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COVID-19: Wer wird im Notfall beatmet?

Schleswig-Holstein: Archiv - 27.03.2020, 13.05 Uhr: Bei einer Ausbreitung der Coronavirus-Epidemie könnte auch in Deutschland die Frage aufkommen, welcher Patient auf der Intensivstation betreut werden kann. Acht medizinische Fachgesellschaften haben jetzt ein Handlungspapier vorgestellt.

In dem Papier „Entscheidungen über die Zuteilung von Ressourcen in der Notfall- und Intensivmedizin im Kontext der COVID-19-Pandemie“ hat sich die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. (DGP) gemeinsam mit sieben weiteren Fachgesellschaften auf Empfehlungen für Ärzte geeinigt. Ein Auszug aus dem Papier:

Danach gilt allgemein:
Eine Intensivtherapie ist nicht indiziert, wenn
o der Sterbeprozess unaufhaltsam begonnen hat,
o die Therapie als medizinisch aussichtslos eingeschätzt wird, weil keine
Besserung oder Stabilisierung erwartet wird oder
o ein Überleben an den dauerhaften Aufenthalt auf der Intensivstation gebunden
wäre.
o Patienten, die eine Intensivtherapie ablehnen, werden nicht intensivmedizinisch
behandelt. Dies kann auf der Grundlage des aktuell geäußerten, erklärten (z.B. in
einer Patientenverfügung), früher mündlich geäußerten oder mutmaßlichen Willens
erfolgen.

Wenn die Intensivbetten nicht ausreichen, empfehlen die Experten:

Die Priorisierung soll immer
- zwischen allen Patienten, die der Intensivbehandlung bedürfen, erfolgen, unabhängig
davon, wo sie gerade versorgt werden (Notaufnahme, Allgemeinstation,
Intensivstation).

Eine Priorisierung ist aufgrund des Gleichheitsgrundsatzes
- nicht vertretbar nur innerhalb der Gruppe der COVID-19-Erkrankten
- und nicht zulässig allein aufgrund des kalendarischen Alters oder aufgrund sozialer
Kriterien.

Aus verfassungsrechtlichen Gründen dürfen Menschenleben nicht gegen Menschenleben abgewogen werden. Gleichzeitig müssen Behandlungsressourcen verantwortungsbewusst eingesetzt werden. Diese Empfehlungen beruhen auf den nach Einschätzung der Verfasser am ehesten begründbaren ethischen Grundsätzen in einer tragischen Entscheidungssituation. Eine abschließende juristische Einordnung ist nicht Gegenstand dieser Empfehlungen.

Was passiert, wenn die Intensivbetten nicht mehr ausreichen? Mehrere Fachverbände haben sich auf eine Handlungsempfehlung geeinigt.

Was passiert, wenn die Intensivbetten nicht mehr ausreichen? Mehrere Fachverbände haben sich auf eine Handlungsempfehlung geeinigt.


Text-Nummer: 137260   Autor: PM/red.   vom 27.03.2020 um 13.05 Uhr

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