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Forum: Integration und Teilhabe berücksichtigen!

Lübeck: Archiv - 16.05.2020, 15.55 Uhr: Das Thema der Bildungsbenachteiligung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund beschäftigt den Vorstand des Forums für Migrantinnen und Migranten in der Hansestadt Lübeck intensiv.

Wir veröffentlichen die Mitteilung des Forums im Wortlaut:

(")Schon auf dem Zukunftsdialog des Forums im vergangenen Jahr kam deutlich heraus, dass sich die TeilnehmerInnen, ob mit oder ohne Migrationshintergrund, eine verstärkte Aufklärungsarbeit an Schulen wünschen, damit die Bedarfe von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund stärker thematisiert werden. „Diese Kinder und Jugendlichen waren teilweise bereits vor der Corona-Pandemie Nachteilen ausgesetzt. Umso gravierender ist der Bildungsrückschlag nun in Corona-Zeiten“, so Spyridon Aslanidis (Vorstandsvorsitzender) und Parva Soudikani (1. stellv. Vorsitzende). Der Bundesverband Netzwerke von Migrantenorganisationen stellte kürzlich fest, dass Kindern und Jugendlichen, die aufgrund der „Corona-Maßnahmen“ (auch wenn diese aus gutem Grund, zur Abwehr gesundheitlicher Risiken, erfolgen) über längere Zeit KiTa und Schulen nicht besuchen konnten, ein Bildungsrückschlag droht. Viele Kinder aus Familien mit Einwanderungs- oder Fluchtgeschichte sind diesem Risiko akut ausgesetzt!

Häufig leben Kinder und Jugendliche aus Familien mit Einwanderungs- oder Fluchtgeschichte unter schwierigen Lebensbedingungen (Einkommensschwäche oder sogar Armut, kleine Wohnungen usw.) zeitgleich mit einer Familiensprache, die nicht Deutsch ist. Dazu teilweise auch in einem eher bildungsfernen Milieu, was es den Eltern zusätzlich erschwert, ihre Kinder bedeutsam zu unterstützen. Durch die „Corona-Maßnahmen“ findet über einen Zeitraum von ca. 3 Monaten nur ein behelfsmäßiger Unterricht statt. Der Lerneffekt im Homeschooling ohne adäquate Begleitung ist jedoch eher gering, Lerninhalte können oft nicht ausreichend oder sogar gar nicht vermittelt werden.

Diesen Rückfall werden viele Kinder und Jugendliche mit Einwanderungs- oder Fluchtgeschichte nicht mehr alleine nachholen können. Entsprechend werden sie Probleme im nächsten Schuljahr respektive in ihrem Werdegang haben - langfristig kann sich dies negativ auswirken.

Deshalb fordert das Forum für Migrantinnen und Migranten in der Hansestadt Lübeck, dass dieser Entwicklung so schnell wie möglich entgegengewirkt wird. „Vom Land Schleswig-Holstein wünschen wir uns einen zeitnahen Aktionsplan, der auf diese Lage reagiert, um eine bildungspolitische und soziale Katastrophe zu verhindern, die auch die Integrationsziele gefährdet“, abschließend Spyridon Aslanidis und Parva Soudikani in ihrem Brief an Torsten Geerdts, Staatssekretär im Ministerium für Inneres, ländliche Räume, Integration und Gleichstellung der Landeregierung Schleswig-Holstein.(")

Der Vorstand des Forums. Foto: Forum/Archiv

Der Vorstand des Forums. Foto: Forum/Archiv


Text-Nummer: 138202   Autor: Forum   vom 16.05.2020 um 15.55 Uhr

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