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Kommentar: Herzlichen Glückwunsch VfB

Lübeck: Archiv - 16.05.2020, 20.07 Uhr: "Endlich 3. Liga, aber ist das auch gerecht?", fragt sich der Freie Sportjournalist Dr. Thorsten Philipps. Er kommentiert die Situation um den Aufstieg des VfB Lübeck beim Saisonabbruch.

Ich war beim wundersamen Abstieg in die Verbandsliga als 13-jähriger Phönix Lübeck Fußballer beim letzten Spiel gegen Meppen auf der Lohmühle dabei – scheinbar hatte sich alle Mannschaften gegen den VfB Lübeck verabredet, einschließlich seiner eigenen Spieler.

Als TV-Sportreporter erlebte ich auch 2002 den Aufstieg in die 2. Bundesliga live auf dem Spielfeld: Wie Dennis Kruppke im Spiel gegen Chemnitz kam, sah und traf, nach dem Schlusspfiff hatte ich ihn als erster Journalist interviewt – die Mannschaft ließ mich in der Kabine bei der Feier dabei sein. Dieter Hecking sprach schon mit einem Bier in der Hand von Neuverpflichtungen. Seitdem floss grün-weißes Blut durch meine Adern – ich begleitete den VfB trotzdem immer als kritischer Beobachter viele Monate durch die 2. Liga.

„Was erlauben Thiam“, würde mein italienischer Freund fragen. Die Tabelle lügt nicht, die Würfel sind gefallen. Was soll also der Ruf nach einem Relegationsspiel?

Der VfB ist im direkten Vergleich nicht schlechter als Wolfsburg, daraus kann sich also kein Recht auf ein Relegationsspiel ableiten alla: Wir hatte doch gezeigt, dass wir vom VfL Wolfsburg besser sind als der VfB Lübeck.

Deshalb ist ein Blick auf die Tabelle und die Verteilung der Punkte hilfreich, und: OK, der VfL Wolfsburg hat mehr Tore geschossen und weniger kassiert als der VfB.

Der VfB hatte ein größeres Risiko zur Quotientenermittlung, denn er musste einmal mehr ran. Da kannste an der Spitze nur verlieren.

Was man von der Liga-Abstimmung halten soll, bei der sich mehrheitlich für ein Relegationsspiel ausgesprochen wurde…irgendwie befremdlich. Sagen wir mal: Der VfB hat sich offenbar nicht allzu viele Freunde gemacht, vielleicht wollen die anderen Vereine auch nur, dass der VfB Lübeck in ihrer Spielklasse bleibt, weil dann garantiert wenigstens einmal pro Saison die Hütte voll ist mit Grün-Weißen.

Aber nehmen wir mal an, die kennen folgende Fakten: Der VfB spielte in der Rückrunde gegen tabellarisch schlechtere Teams, als der VfL Wolfsburg:

96 Plätze ergeben die letzten Gegner des VFB Lübeck (Jeddeloh (Tabellenplatz 15), Altona (16), Lüneburg (11), Heider SV (17), St. Pauli (12), Holstein Kiel (7) und Hannoverscher SC (18) ohne die Partie gegen VFL Wolfsburg.

Da haben die Wölfe offenbar tatsächlich gegen ganz andere Kaliber zugebissen:

Weiche Flensburg (3), Rehden (8), Oldenburg (9), Hamburger SV (14), SV Werder Bremen (5) und Norderstedt (6) - macht nur 45! Das ist weniger als die Hälfte! Es bleibt immer noch viel weniger, selbst wenn ich Platz 18 noch mal als fehlendes Spiel on top gebe!

Quindi: Wolfsburg hat mit 72:27 Toren gegenüber 64:24 beim VfB und den klar besseren Gegnern in der Rückrunde den Aufstieg nicht weniger verdient!!!!! Quotient hin oder her!

Aber: Wir wissen auch nicht, ob sich die Tabelle im Verlauf der restlichen Saison noch auf den Kopf gestellt hätte. Mit den weisen Worten des Joseph "Sepp" Herbergers: „Die Leute gehen ins Stadion, weil sie nicht wissen, wie es ausgeht.“ Und das weiß auch kein Pablo Thiam, so sehr ich ihn schätze.

Deshalb: Verdient oder nicht verdient – bisher ist noch niemand nach dieser Methode zum Corona-Meister auserkoren worden. Es ist nun mal der Quotient, der zählt, und da liegt der VFB uneinholbar mit 61/25 (2,44) gegen 56/24 (2,333) vorn.

Und please: Wieso ausgerechnet in dieser Liga, in diesem Sport keine Quotientenregelung??? – der Rechtfertigungsdruck für die Verantwortlichen wäre viel zu groß und rechtlich auf wackeligen Füßen.

Forza VfB Olé, Olé, plant schon mal für Liga 3(")

Dr. Thorsten Philipps im Grass-Haus mit dem WM-Finalball von 1954.. Foto: privat

Dr. Thorsten Philipps im Grass-Haus mit dem WM-Finalball von 1954.. Foto: privat


Text-Nummer: 138210   Autor: ThPh   vom 16.05.2020 um 20.07 Uhr

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