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Greenpeace räumt auf: Aktion an der Untertrave

Lübeck: Archiv - 25.05.2020, 09.35 Uhr: Mitglieder von Greenpeace Lübeck haben am Sonntagnachmittag, dem 24. Mai, an der Untertrave Zigarettenkippen gesammelt. Zehn Umweltschützer waren mit Mund-Nasen-Schutz, Handschuhen, Greifern und Mülleimern ausgestattet unterwegs. Mit gegenseitigem Abstand sammelten sie in nur zwei Stunden knapp 6000 Zigarettenstummel, eine Ausbeute, die die die gesamte Wassermenge vom Zentralbad, Sportbad St. Lorenz und Freibad Moisling zusammen hätte vergiften können.

Lisa Panthel ärgert sich: "Dass solche Mengen an Kippen einfach weggeschmissen werden ist unglaublich. Und ich empfinde es als zynisch, wenn Zigarettenkippen auf dem Boden direkt neben einem Mülleimer liegen." Weltweit werden laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) rund 5,6 Billionen Zigaretten pro Jahr geraucht. Davon werden bis zu zwei Drittel auf den Boden entsorgt. Pro Jahr verschmutzen demnach zwischen 340 und 680.000 Tonnen Kippen unseren Planeten — ein riesiger Berg von toxischem Sondermüll.

Weggeschnippte Zigarettenkippen auf Gehwegen und am Strand sind nicht nur eklig, sondern stellen auch durch ihre Giftstoffe ein Problem für unser Grundwasser dar. Zigaretten enthalten über 7000 giftige Chemikalien, die mit dem Regen ausgespült werden, sich in der Umwelt anreichern und sogar in unsere Nahrungskette gelangen können. Dieser giftige Müll endet auf unseren Straßen, in unseren Böden und Abwasserkanälen und letztlich sowohl im Meer als auch in unserem Trinkwasser.

Laut einer Studie der Harvard-Universität kann bereits eine einzige Zigarette auf 1000 Liter Wasser wegen ihres Nikotingehaltes Organismen schädigen. Nikotin ist ein Nervengift, dessen schädigende Wirkung ein Forscherteam der Universität San Diego untersucht hat. Fische beginnen zu zucken, drehen sich bäuchlings und gehen zu Boden. Zigarettenstummel enthalten noch weitere giftige Stoffe wie Arsen, Blei, Chrom, Kupfer, Cadmium, Formaldehyd, Benzol und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, die ihre schädigende Wirkung auf verschiedenste Weise entfalten. Das ist aber nur ein Teil des Gesamtproblems.

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Zigarrettenfilter gelangen als Mikroplastik in die Nahrung Die Filter sehen zwar aus wie Watte, bestehen aber in der Regel aus dem Kunststoff Celluloseacetat. Es dauert Jahrzehnte, bis dieser sich zersetzt. Dieser Plastikmüll landet als Mikroplastik angereichert in Meereslebewesen auf unseren Tellern. Fische, Schildkröten und andere Meereslebewesen verwechseln kleine im Wasser befindliche Kunststoffteile mit Nahrung. Dies kann bei etwas größeren Teilen den Verdauungstrakt verstopfen und die Tiere töten und bei sehr kleinen Nano-Partikeln sogar in das Körpergewebe übergehen. Bei Kammmuscheln zum Beispiel verteilen sich kleinste Plastikteile im Körper der Muschel bis zur Leber, den Muskeln, Kiemen und anderen Organen.

Zigarettenreste sind schädlich und gehören in den Müll, aber Lübeck ist keine Müllkippe für Zigarettenstummel. Lisa Panthel: "Jede Raucherin und jeder Raucher, die ein Einsehen haben und zukünftig die Schritte bis zum nächsten Mülleimer gehen oder einen Taschenaschenbecher benutzen, sorgen nicht nur für einen schöneren Anblick unserer Stadt sondern schonen auch unser Grundwasser."

Zigaretten enthalten über 7000 giftige Chemikalien, die mit dem Regen ausgespült werden. Fotos: Greenpeace Lübeck

Zigaretten enthalten über 7000 giftige Chemikalien, die mit dem Regen ausgespült werden. Fotos: Greenpeace Lübeck


Text-Nummer: 138342   Autor: Greenpeace Lübeck   vom 25.05.2020 um 09.35 Uhr

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