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Kurzarbeit bei 41 Prozent der Lübecker Unternehmen

Lübeck: Archiv - 03.06.2020, 10.24 Uhr: Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind nach wie vor deutlich sichtbar. Das gilt auch für die aktuellen Arbeitsmarktzahlen. Die Zahl der Arbeitslosen steigt weiter. Im Bezirk der Arbeitsagentur Lübeck, der die Hansestadt Lübeck und den Kreis Ostholstein umfasst, waren im Mai 2020 mehr Frauen und Männer von Arbeitslosigkeit betroffen als im Vormonat und im Vorjahr.

In der Hansestadt Lübeck waren Ende Mai 2020 10.078 Arbeitslose gemeldet, 493 (5,1 Prozent) mehr als vor einem Monat und 1.584 (18,6 Prozent) mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,4 Prozentpunkte zum Vormonat und 1,4 Prozentpunkte zum Vorjahr auf 8,7 Prozent an.

3.230 Arbeitslose und damit 233 (7,8 Prozent) mehr als im Vormonat und 862 (36,4 Prozent) mehr als im Vorjahr waren dem Rechtskreis des SGB III ("Arbeitslosengeld I", Betreuung durch die Agentur für Arbeit) zuzuordnen. Einen vergleichbaren Bestand an Arbeitslosen gab es zuletzt im Mai 2006.

Beim Jobcenter Lübeck ("Hartz 4", Rechtskreis SGB II) waren Ende Mai 2020 6.848 Arbeitnehmende arbeitslos gemeldet, das waren 260 (3,9 Prozent) mehr als im April 2020 und 722 (11,8 Prozent) mehr als im Mai 2019. Einen vergleichbaren Bestand an Arbeitslosen gab es zuletzt im Mai 2017.

"Die Auswirkungen der Corona-Pandemie beeinflussen nach wie vor den Arbeitsmarkt: auslaufende Arbeitsverträge werden nicht verlängert, Einmündungen in Weiterbildungsmaßnahmen bleiben aus, Übernahmen nach der Ausbildung verschieben sich. Im Vergleich zum Vorjahr müssen starke Einbrüche verzeichnet werden, die Dynamik wird jedoch etwas langsamer. Im Vergleich zum Vormonat meldeten sich weniger Arbeitskräfte aus einer Erwerbstätigkeit arbeitslos und es wurden mehr Arbeitsstellen zur Besetzung angeboten. Die Daten werden zur Monatsmitte erhoben. Der Stichtag am 14. Mai lag noch vor den Lockerungen für das Hotel- und Gastgewerbe. Gerade während der Pandemie werden innerdeutsche Reiseziele und damit die Ostseeregion an Wichtigkeit gewinnen, sodass wir mit weiteren Saisoneinstellungen in den nächsten Wochen rechnen", erklärt Markus Dusch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Lübeck.

"Die Kurzarbeit sichert zurzeit viele Jobs. So wird nicht nur Arbeitslosigkeit vermieden, sondern Arbeitsplätze erhalten. Unternehmen können flexibel und schnell den Betrieb wiederaufzunehmen ohne aufwendig nach neuem Fachpersonal suchen zu müssen. Vom 1. März bis 27. Mai sind im Agenturbezirk Lübeck 4.775 Anzeigen zur Kurzarbeit für 48.528 Beschäftigte eingegangen. Damit greifen rund 40 Prozent der Betriebe, die mindestens eine oder einen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten haben, auf dieses Instrument zurück. Wie stark die angezeigte Kurzarbeit tatsächlich genutzt wird, zeigt sich erst später in den Arbeitszeitabrechnungen. Dann steht fest, ob wirklich alle Beschäftigten im Unternehmen verkürzt gearbeitet haben oder nur ein Teil, weil sich zum Beispiel zwischenzeitlich Aufträge ergeben haben oder Vorsorgemaßnahmen gelockert wurden. Die Auszahlung der monatlich eingehenden Abrechnungen der Betriebe wird noch längere Zeit einen großen Teil unseres Personals binden", ergänzt Dusch.

Vom 1. März bis zum 27. Mai sind in der Hansestadt Lübeck 2.256 Anzeigen zur Kurzarbeit für 25.491 Beschäftigte eingegangen. Damit greifen rund 41 Prozent der Betriebe, die mindestens eine oder einen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten haben, auf dieses Instrument zurück.

Die Zahl der Arbeitslosen in ganz Schleswig-Holstein ist - im Vergleich zum Mai des Vorjahres - um 18.700 oder 23,8 Prozent auf 97.200 angestiegen. Die Arbeitslosenquote beträgt nun 6,2 Prozent, im Mai 2019 lag sie bei 5,0 Prozent. Im Vergleich zum Vormonat April hat sich die Arbeitslosigkeit um 5.000 oder 5,4 Prozent erhöht. Die Chefin der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit, Margit Haupt-Koopmann, geht auch in den kommenden Monaten von einem weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit aus.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie beeinflussen nach wie vor den Arbeitsmarkt.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie beeinflussen nach wie vor den Arbeitsmarkt.


Text-Nummer: 138520   Autor: Agentur für Arbeit/Red.   vom 03.06.2020 um 10.24 Uhr

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