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Landesbeauftragter mahnt: So geht es nicht mehr weiter

Schleswig-Holstein: Archiv - 05.06.2020, 11.32 Uhr: Dem Landesbeauftragten für Menschen mit Behinderung, Ulrich Hase wird täglich mehrfach von Angehörigen und in Wohnformen der Eingliederungshilfe lebenden Betroffenen berichtet, dass sie unter den Auflagen für Besuche und Ausgehbeschränkungen sehr leiden.

Der Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderung, Ulrich Hase:

(")Es geht so nicht mehr weiter. Die psychischen und körperlichen Folgen die durch die inzwischen fast 3 Monate anhaltende Isolation der Menschen verursacht werden, sind sehr gravierend und nicht weiter verantwortbar. Die Menschen fühlen sich eingesperrt und isoliert. Das berichten mir auch Mitarbeitende von Wohneinrichtungen.

Der Gesundheitsschutz für besonders gefährdete Gruppen steht an erster Stelle. Das ist auch weiterhin gut und richtig. Es war richtig, die Besuchs- und Ausgehverbote für eine gewisse Zeit auszusprechen. Aber: obwohl die Infektionszahlen inzwischen deutlich niedriger sind und in allen Bereichen große Lockerungen erfolgen, ist dies für Menschen mit Behinderungen, die in Wohnstätten, Wohnheimen und Wohngruppen leben und ihre Angehörigen nicht spürbar.

Menschen mit Behinderungen sitzen am Fernseher und sehen volle Strände und Städte. Kitas werden wieder geöffnet, aber die Werkstätten nur zu einem geringen Teil. In den Medien sind Lockerungen für Menschen mit Behinderungen kein Thema. Das ist für die Betroffenen schwierig auszuhalten.

Angehörige empfinden die Auflagen und Einschränkungen von Besuchen zunehmend als große Belastung. Am gravierendsten wirken sich die fehlenden Berührungen, der fehlende Körperkontakt und die fehlende intensive Zeit mit den wichtigsten Bezugspersonen auf die Betroffenen aus. Es fehlen daneben Bewegungs- und Freizeitmöglichkeiten, Joggen, Fahrradfahren, mal in die Stadt gehen, wie andere auch. (")

Obwohl in allen Bereichen große Lockerungen erfolgen, ist dies für viele Menschen mit Behinderungen und ihre Angehörigen nicht spürbar.  Symbolbild: JW

Obwohl in allen Bereichen große Lockerungen erfolgen, ist dies für viele Menschen mit Behinderungen und ihre Angehörigen nicht spürbar. Symbolbild: JW


Text-Nummer: 138559   Autor: LT SH   vom 05.06.2020 um 11.32 Uhr

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