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Lübeck Management zu Karstadt: Fehler in der Politik

Lübeck - Innenstadt: Archiv - 19.06.2020, 14.22 Uhr: Die Lübecker Karstadt-Filiale soll nach den aktuellen Plänen des Unternehmens geschlossen werden. Olivia Kempke, Geschäftsführer des Lübeck Managements, erhebt schwere Vorwürfe gegen die Politik. Sie habe es versäumt, ein klares Bekenntnis zur Innenstadt abzugeben.

Laut NDR stehen in Hamburg vier der sieben Filialen vor der Schließung: Schließen sollen die Standorte Wandsbek, Bergedorf sowie die beiden Geschäfte in der Mönckebergstraße und im Alstertal Einkaufszentrum. In Mecklenburg-Vorpommern steht die Filiale in Neubrandenburg vor dem Aus.

Bürgermeister Jan Lindenau informierte sich am Freitag bei Karstadt Lübeck und hatte alle anderen Termine abgesagt. Ein Ergebnis gibt es noch nicht.

Olivia Kempke, Geschäftsführerin des Lübeck Managements, spricht von einem "Stich ins Herz der Innenstadt". Überrascht sei sie allerdings nicht. Lübeck habe es in den vergangenen zehn Jahren versäumt, ein klares Bekenntnis zur Innenstadt abzugeben und lieber auf die "grüne Wiese" gesetzt. Noch vor einem Jahr habe Karstadt dies gefordert, berichtet sie. Jetzt gebe es zwar einen Innenstadt-Manager und bald ein neues Bürgerzentrum in der Königstraße. "Jetzt ist es aber zu spät."

"Das ist eine ganz bittere Botschaft für die Beschäftigten im Karstadt-Traditionsland Schleswig-Holstein. Wenn die Informationen stimmen, zahlen wieder mal die Beschäftigten der betroffenen Filialen die Zeche für die Fehler des obersten Managements und die Ignoranz der Unternehmensführung, was Vorschläge von Betriebsräten und Beschäftigten angeht", so Matthias Baumgart, Landesfachbereichsleiter Handel, von ver.di Nord. Kein Unternehmen habe die Innenstädte im Land so mitgeprägt wie Karstadt. Es hätte massive Auswirkungen auf die Innenstädte, wenn dieser Anker verschwinden würde. Wann Filialen in die Schließung gehen sollen ist noch nicht bekannt. "Wir brauchen schnellstens einen Schulterschluss mit der Landespolitik und den Kommunen", so Susanne Schöttke, Landesbezirksleiterin von ver.di Nord.

"Es kann nicht sein, dass die ehemaligen Karstadt Häuser mit den Beschäftigten einfach von der Karte radiert werden. Ich fordere die Landesregierung auf, hier gegenzusteuern und unverzüglich die Kommunalpolitik, die Unternehmensvertreter und auch die Vermieter an den Tisch zu holen, um gemeinsam ein Konzept zu erarbeiten damit dieser Kahlschlag und ein weiteres Sterben der Innenstädte in Schleswig-Holstein verhindert werden kann", so Schöttke weiter. Es müsse jetzt schnellstens gehandelt werden, denn bereits am 22. Juni soll die Gläubigerversammlung von GKK das Konzept beschließen.

Im Original-Ton hören Sie das vollständige Interview von Harald Denckmann mit Olivia Kempke.

Auch Karstadt Lübeck wird nach den aktuellen Problemen von den Schließungen betroffen sein. Archivfoto: JW, O-Ton: Harald Denckmann

Auch Karstadt Lübeck wird nach den aktuellen Problemen von den Schließungen betroffen sein. Archivfoto: JW, O-Ton: Harald Denckmann


Hier hören Sie den Originalton:

Text-Nummer: 138832   Autor: Ver.di/NDR/VG   vom 19.06.2020 um 14.22 Uhr

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