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Gefährliche Viren bei Wildvögeln: Mithilfe erwünscht

Schleswig-Holstein: Archiv - 26.06.2020, 10.47 Uhr: Nachdem im Jahr 2018 erstmals landesweit in Schleswig-Holstein Wildvögel aufgrund einer Infektion mit dem Usutu-Virus (USUV) verendet sind und in 2019 zum ersten Mal das mit USUV eng verwandte West-Nil-Virus (WNV) bei einem Vogel in Hamburg festgestellt wurde, führt das Umweltministerium das Monitoringprogramm auf USUV und WNV auch 2020 fort.

Die Staatssekretärin für Umwelt- und Naturschutz Dorit Kuhnt sagt dazu: "Das Monitoring wird helfen mehr Erkenntnisse über die Verbreitung der Viren im Land zu gewinnen. Bürger können hierbei helfen, indem sie verendete Vögel bestimmter Arten beim zuständigen Veterinäramt abgeben."

Das landesweite Monitoringprogramm soll aktuelle Erkenntnisse über die Verbreitung beider Viren im Land liefern. Nachdem im Spätsommer 2017 zum ersten Mal USUV bei zwei Amseln im südlichen Landesteil nachgewiesen wurde, breitete sich das Virus im Folgejahr rasant in Schleswig-Holstein aus. In 2018 wurde somit erstmals landesweit USUV bei verendet aufgefunden Wildvögeln festgestellt. In 2019 hingegen wurde bei keinem untersuchten Vogel USUV nachgewiesen. WNV wurde trotz Untersuchungen bislang noch nicht in Schleswig-Holstein detektiert, jedoch hatte der Erreger in 2019 in Deutschland zu vermehrten Nachweisen geführt und wurde erstmals in Hamburg festgestellt.

Bürger können frisch verendete Amseln sowie Eulen und Greifvögel beim zuständigen Veterinäramt abgeben. Von dort werden die Tiere zur Untersuchung an das Landeslabor Schleswig-Holstein (LSH) überstellt. Die Tiere sollten hierzu beispielsweise in einen Gefrierbeutel eingepackt werden und Fundort und -datum auf der Verpackung notiert sein. Es wird empfohlen die toten Vögel aus allgemeinen Vorsichtnahmen nicht mit den bloßen Händen anzufassen und die Hände nach dem Einsammeln zu waschen.

Offensichtlich verunglückte, zum Beispiel überfahrene, Vögel sollten nicht eingesammelt und abgegeben werden. Eine Abholung der Vögel durch die Veterinärämter ist nicht möglich, vor Abgabe der Vögel sollten sich Bürger bitte über die Zugangsbedingungen zu den Veterinärämtern informieren.

USUV und WNV sind eng miteinander verwandt, haben beide ihren Ursprung in Afrika und werden von Stechmücken übertragen. Hauptwirte für die Viren sind jeweils Wildvögel, die mit Ausnahmen in den meisten Fällen nicht erkranken. Für das USUV sind daneben aber auch sehr empfängliche Vogelspezies wie die heimischen Amseln bekannt, welche sich sehr leicht infizieren. Klinisch zeigen diese infizierten Vögel häufig Symptome wie Teilnahmslosigkeit und Störungen des zentralen Nervensystems wie Taumeln oder Kopfverdrehen, gefolgt von vielen Todesfällen. Für eine Infektion mit dem WNV sind verschiedene Vogelarten, darunter Eulenarten sowie einige Greifvögel hochempfänglich. Die Vögel entwickeln auch massive klinische Erkrankungen, die bis zum Tod führen können.

Weitere Informationen zum Usutu- sowie West-Nil-Virus bei Tieren finden sich in den FAQs unter www.schleswig-holstein.de/usutu

Bürger können frisch verendete Amseln sowie Eulen und Greifvögel beim zuständigen Veterinäramt abgeben. Symbolbild.

Bürger können frisch verendete Amseln sowie Eulen und Greifvögel beim zuständigen Veterinäramt abgeben. Symbolbild.


Text-Nummer: 138997   Autor: MELUND SH/Red.   vom 26.06.2020 um 10.47 Uhr

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