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Unter 10.000: Zahl der Arbeitslosen in Lübeck sinkt

Lübeck: Archiv - 01.07.2020, 10.29 Uhr: Die Lage auf dem Arbeitsmarkt scheint sich langsam wieder etwas zu entspannen. In der Hansestadt Lübeck ging die Arbeitslosigkeit wieder unter die 10.000-Grenze zurück. Im Juni 2020 waren 9.959 Arbeitslose gemeldet, 119 (1,2 Prozent) weniger als vor einem Monat und 1.698 (20,6 Prozent) mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote ging um 0,1 Prozentpunkte zum Vormonat zurück und stieg um 1,5 Prozentpunkte zum Vorjahr auf 8,6 Prozent an.

"Es zeigt sich ein Lichtstreifen am Horizont. Die Lockerungen der Corona-Einschränkungen führten dazu, dass auch der Personalbedarf zum Vormonat wieder anstieg, mehr Frauen und Männer eine Beschäftigung aufnehmen konnten und sich weniger Arbeitnehmende aus einer Beschäftigung heraus arbeitslos meldeten. Von den sehr günstigen Bedingungen des Vorjahres sind wir jedoch noch weit entfernt, auch wenn der Abstand geringer wird", erläutert Markus Dusch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Lübeck.

3.206 Arbeitslose und damit 24 (0,7 Prozent) weniger als im Vormonat und 907 (39,5 Prozent) mehr als im Vorjahr waren dem Rechtskreis des SGB III (("Arbeitslosengeld I", Betreuung durch die Arbeitsagentur) zuzuordnen. Einen vergleichbaren Bestand an Arbeitslosen gab es zuletzt im Juni 2006.

Beim Jobcenter Lübeck ("Hartz 4", Rechtskreis SGB II) waren Ende Juni 2020 6.753 Arbeitnehmende arbeitslos gemeldet, das waren 95 (1,4 Prozent) weniger als im Mai 2020 und 791 (13,3 Prozent) mehr als im Juni 2019. Einen vergleichbaren Bestand an Arbeitslosen gab es zuletzt im Juni 2017.

Die Kurzarbeit sichert zurzeit viele Jobs. Vom 01. März bis 25. Juni sind in der Hansestadt Lübeck 2.309 Anzeigen zur Kurzarbeit für 26.558 Beschäftigte eingegangen. Damit greifen rund 42 Prozent der Betriebe, die mindestens eine oder einen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten haben, auf dieses Instrument zurück.

"Die Kurzarbeit sichert zurzeit viele Jobs. So wird nicht nur Arbeitslosigkeit vermieden, sondern Arbeitsplätze erhalten. Unternehmen können flexibel und schnell den Betrieb wiederaufzunehmen ohne aufwendig nach neuem Fachpersonal suchen zu müssen. Vom 01. März bis 25. Juni sind im Agenturbezirk Lübeck 4.879 Anzeigen zur Kurzarbeit für 50.369 Beschäftigte eingegangen. Damit greifen rund 41 Prozent der Betriebe, die mindestens eine oder einen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten haben, auf dieses Instrument zurück. Wie stark die angezeigte Kurzarbeit tatsächlich genutzt wird, zeigt sich erst später in den Arbeitszeitabrechnungen. Dann steht fest, ob wirklich alle Beschäftigten im Unternehmen verkürzt gearbeitet haben oder nur ein Teil, weil sich zum Beispiel zwischenzeitlich Aufträge ergeben haben oder Vorsorgemaßnahmen gelockert wurden. Für die Abrechnung haben Unternehmen drei Monat Zeit. Im Juli werden die Agenturdaten zur tatsächlichen Inanspruchnahme für den März vorliegen", ergänzt Dusch.

Die Anzeigen kamen aus den verschiedensten Branchen. Während in einigen Bereichen wie Hotels, Gastronomie, Reisebüros, Tourismus und Einzelhandel (ohne Lebensmittel) die Geschäfte wieder anlaufen, könnten andere wie Messebau, Veranstaltungswesen oder Kulturschaffende noch länger von Kurzarbeit betroffen sein.

Insgesamt waren in Lübeck und Ostholstein 15.644 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 612 (3,8 Prozent) weniger als im Vormonat und 2.771 (21,5 Prozent) mehr als im Vorjahresmonat. Einen höheren Bestand an Arbeitslosen gab es zuletzt im Juni 2015. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen ging um 0,2 Prozentpunkte zum Vormonat zurück und stieg um 1,3 Prozentpunkte zum Vorjahr auf 7,1 Prozent.

Die Lage auf dem Arbeitsmarkt scheint sich langsam zu entspannen.

Die Lage auf dem Arbeitsmarkt scheint sich langsam zu entspannen.


Text-Nummer: 139092   Autor: Agentur für Arbeit/red   vom 01.07.2020 um 10.29 Uhr

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