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Neue Perspektiven durch kreative Beschäftigung

Lübeck - St. Lorenz Nord: Archiv - 02.07.2020, 09.26 Uhr: Schönes und schön Nützliches herstellen – das ist das Motto der Arbeitsgelegenheit (sogenannter 1-Euro-Job) des Trägers IN VIA Lübeck e.V. "Die kleine Nähwerkstatt" in der Brolingstraße 51 in Lübeck. Es wird seit Kurzem und unter Einhaltung eines strengen Hygienekonzeptes und Schutzmaßnahmen wieder gehäkelt, gestrickt und selbstverständlich auch genäht.

Derzeit fertigen im Zwei-Schicht-System 13 langzeitarbeitslose Frauen unter Anleitung von qualifizierten Fachkräften eine Vielfalt von Gegenständen aus Stoff und Wolle an. Nach Fertigstellung werden diese ausschließlich bedürftigen Menschen und gemeinnützigen Einrichtungen unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Dabei handelt es sich aufgrund der Corona-Pandemie momentan vorranging um Mund-Nasen-Bedeckungen. Diese werden ausschließlich Menschen, die sonst keinen Zugang dazu hätten oder sich diese nicht leisten könnten (wie zum Beispiel Obdachlose) kostenfrei zur Verfügung gestellt. Es werden aber auch Dekorationsartikel, Kleidung, Taschen, Plüschtiere und Gebrauchsgegenstände gefertigt.

Sozialpädagogin Katharina Bretschneider erläutert: "Bei uns bekommen Menschen die Möglichkeit, ihren kreativen Bereich zu erproben und ihre individuellen Talente zu erkennen beziehungsweise weiterzuentwickeln. Wir holen die Menschen dort ab, wo sie stehen und ermutigen dazu, sich etwas zuzutrauen. Die meisten Teilnehmerinnen sind froh über diese Möglichkeit, werden offener, sie vernetzen sich und es entstehen manchmal sogar Freundschaften untereinander. Wenn ein eigenes Produkt fertiggestellt wurde, erfüllt sie das meist mit großem Stolz und Selbstvertrauen." Neben den vermittelten handwerklichen Kenntnissen und Fähigkeiten werden daher Schlüsselqualifikationen wie Team- und Konfliktfähigkeit, Zuverlässigkeit und Verantwortungsübernahme bei den Teilnehmerinnen geschult.

Die wöchentliche Arbeitszeit in dieser Arbeitsgelegenheit beträgt seitens der Teilnehmenden bis zu 25 Stunden und sie erhalten einen Stundensatz von zwei Euro, die sogenannte Mehraufwandsentschädigung. Sie wird nicht auf das Arbeitslosengeld II angerechnet und soll durch die Teilnahme an der Maßnahme entstehende zusätzliche Kosten – zum Beispiel Fahrtkosten – ausgleichen. Bezahlt werden nur die tatsächlich geleisteten Stunden. "Kundinnen und Kunden des Jobcenters Lübeck erwerben durch die Teilnahme an einer Arbeitsgelegenheit, für den Arbeitsmarkt verwertbare Fähigkeiten und Kenntnisse. Sie erhalten auf diese Weise ihre Arbeitsfähigkeit und –bereitschaft. Durch die Förderung und die Einübung einer sinnvollen und konstruktiven Tagesstruktur werden die Lebensverhältnisse insgesamt stabilisiert", berichtet Joachim Tag, Geschäftsführer Jobcenter Lübeck. Kooperationspartner des Projektes sind neben weiteren sozialen Trägern Obdachlosenprojekte, Frauenhäuser, die Lübecker Tafel und Sozialkaufhäuser.

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In der "Kleinen Nähwerkstatt" werden aufgrund der Corona-Pandemie derzeit überwiegend Mund-Nasen-Bedeckungen gefertigt. Foto: Agentur für Arbeit L.


Text-Nummer: 139109   Autor: Agentur für Arbeit L.   vom 02.07.2020 um 09.26 Uhr

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