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Lübeck statt Kiel: Die Partei schreibt an Karstadt-Vorstand

Lübeck: Archiv - 02.07.2020, 14.22 Uhr: Der Kreisvorstand der Partei "Die Partei", die dem Satiremagazin "Titanic" nahe steht, hat einen offenen Brief an den Karstadt-Vorstand verfasst. Lars Küther und Bastian Langbehn werben für den den Erhalt des Standortes Lübeck.

Wir veröffentlichen den Brief im Wortlaut:

(")Sehr geehrte Chefetage der GALERIA Karstadt Kaufhof GmbH,
im Speziellen die Herren Wolfram Keil, Miguel Müllenbach und Guido Mager,

heute möchten wir uns mit einem dringenden offenen Brief an Sie wenden, in dem wir eine große Bitte an Sie äußern möchten: Bitte schließen Sie den Karstadt-Standort Lübeck nicht!

Wir haben großes Verständnis, dass im Rahmen einer Insolvenz Köpfe rollen müssen - irgendwer sollte auf jeden Fall Schuld sein an der Misere - aber ebenso wie Sie möchten wir auf keinen Fall dass es Ihre sind! Aber eben auch nicht die der Lübecker Mitarbeiter!

Wir haben reichlich, aber nicht lange *zwinkersmiley*, beraten und kamen zu dem eindeutigen Ergebnis, dass es aus vielerlei Gründen für Sie, für uns und vor allem für alle Kundinnen und Kunden das Beste ist, wenn sie anstelle von Lübeck den Standort kihl (oder “Kiel”, wie es der Laie wohl nennt) schließen!

Natürlich möchten wir Ihnen die Gründe, die zu diesem Entschluss unsererseits führten, nicht vorenthalten!

Vorweg den offensichtlichsten: Lübeck ist wunderschön! Lübeck ist eine junggebliebene Hansestadt, mit einer herrlichen mittelalterlichen Altstadt, in der trotz UNESCO Weltkulturerbe-Titel zwei große Konsumtempel für Ihr Unternehmen entstanden, die wir natürlich weiterhin gerne von fröhlichen Konsumentinnen und Konsumenten umspült sehen wollen würden. In kihl hingegen regiert der Beton - sowohl im Stadtbild als auch in den Köpfen vieler Bewohnerinnen und Bewohnern. Sollten Sie wirklich klugerweise diesen Standort schließen, wäre das kein großer Eingriff in das Stadtbild; es würde schlicht vermutlich niemandem auffallen.

Lübeck war und ist Königin der Hanse, Das mag im ersten Moment nach einer ollen Räuberpistole aus Zeiten eines Klaus Dieter Störtebekers klingen, aber die Hanse ist noch heute ein lebendiger Wirtschaftsverbund, der Jahr für Jahr viele, viele Besucher, Touristen und anderes Gekröse in die Straßen und Gassen der Innenstadt lockt. Natürlich strömen nicht alle in Ihre Häuser - dann müssten wir diesen Brief nicht schreiben - aber die Marke Karstadt ist präsent, bleibt im Gespräch und führt so zu Umsätzen an anderen Standorten.

Weiterer wichtiger Aspekt ist, wie sollte es anders sein, das liebe Geld. Lübeck ist im Gegensatz zu kihl wesentlich abhängiger von “seinem Karstadt” - das muss man offen zugeben. Wir haben keine “Spezis” im Landtag und können uns nicht “an vollen (Landesmittel-) Töpfen laben”. Klingt im ersten Moment hart, aber wir sind als Stadt auch stolz darauf, benötigte Mittel selbst zu generieren - eben und gerade weil wir auf die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer setzen, die ja zum großen Teil auch Bürger, Bewohner, ja auch Nachbarn sind und auch weil wir so gut darin sind, Touristinnen und Touristen abzumelken; ganz im Geiste der alten “Pfeffersäcke”... *zwinkersmiley*

Um der Wahrheit weiterhin die Ehre zu geben: Das waren bis hier sehr naheliegende Gründe. Ein weiteres Plus, das vielleicht nicht sofort ins Auge fällt, sind die Lübecker selbst! Wir sind hier alle sehr pfiffige Zeitgenossinnen und Zeitgenossen und stehen Ihnen jederzeit mit Vorschlägen, Rat und Tat zur Seite; schließlich haben wir alle dasselbe Ziel: “den Karren wieder flott bekommen”! Daher gibt es schon jetzt einen Think Tank, bestehend aus Politik, Bürgern und Wirtschaftsweisen, der an einem neuen, bahnbrechenden Konzept für Karstadt in seinen beiden verbliebenen Häusern arbeitet, um auch in Zukunft diesen quirligen Marktplatz im Herzen der Altstadt pulsieren lassen zu können.

Jetzt aber mal Hand auf’s Herz: Nehmen wir einmal an, jemand aus Ihrer Mitte plant in diesen wilden Corona-Zeiten einen Urlaub mit der Familie oder den (Haus-) Freunden im echten Norden. Würden Sie dann diese schönste Zeit des Jahres nicht viel lieber in einer Stadt verbringen, in der es attraktive Museen gibt, in der das beste Theater des schönsten Bundeslandes der Welt steht, die durch ihre vielen, geheimnisvollen und wunderschönen alten Gassen und Gänge nie Langeweile aufkommen lässt und die nicht zuletzt auch einen herrlichen Strand in der Nähe hat? Natürlich würden Sie! Und was glauben Sie, mit was für leuchtenden Augen ihr Anhang sie anstrahlt und zu Ihnen aufsieht, wenn Sie ihm auch noch sagen können: “Schaut euch diese florierende Filiale an! Die habe ich (mit) gerettet”!

Gut, Sie könnten auch den Moloch kihl wählen, auch da könnten Sie die Rettungskarte ausspielen...aber vermutlich wird gar niemand überhaupt erst mit hier hoch fahren! kihl...also echt ma... *augenverdrehenderschmolley*

Lassen Sie uns abschließend zusammenfassend feststellen, dass es überhaupt keinen (legalen) Grund gibt, kihl der Hansestadt Lübeck den Vorzug zu geben! Ihre Vorgänger wollten schon 1912 nicht mehr in kihl bleiben, wechselten damals nach Hamburg. Lassen Sie uns weiter festhalten, dass Lübeck das größere Potenzial hat, aus dieser Filiale eine Musterfilliale für alle anderen verbleibenden Standorte zu machen - in Zusammenarbeit mit Politik, Mitarbeitern und Bewohnern.

Und lassen Sie uns die Vorstellung, dass wir jetzt in Ihnen den starken Wunsch geweckt haben, sich unsere schöne Stadt zumindest einmal anzuschauen! Bei einem solchen Besuch stehen wir selbstverständlich zu Beratungen und Gesprächen jeder Art in unserem “Büro” im Café Niederegger zur Verfügung - der Bürgermeister selbst hat leider immer einen sehr vollen Terminplan…

Ihrer Antwort blicken wir sehr zuversichtlich entgegen und verbleiben bis dahin mit freundlichsten Grüßen (auch an die Lieben daheim)!

i.A. Bastian Langbehn
Vorsitzender des KV(")

Bastian Langbehn ist Vorsitzender der Partei Die Partei in Lübeck.

Bastian Langbehn ist Vorsitzender der Partei Die Partei in Lübeck.


Text-Nummer: 139122   Autor: Die Partei/red.   vom 02.07.2020 um 14.22 Uhr

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