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Karstadt: Die Partei schreibt an die Investoren

Lübeck: Archiv - 16.07.2020, 15.14 Uhr: Bastian Langbehn und Ali Alam von der Partei "Die Partei", die dem Satiremagazin Titanic nahe steht, hat einen Brief an die Finanzinvestoren geschrieben, die Karstadt-Immobilien besitzen.

Wir veröffentlichen den Brief - mit Ausnahme der Adressaten - im Wortlaut:

(")Liebe Firma (...) oder nein, liebe (...) oder liebe Investmentgesellschaft (...) oder dann doch (...)!? Oder gar (...)? Wer auch immer sich angesprochen fühlt, wenn es um Themen wie Karstadt, Rettung von Arbeitsplätzen, lustige Mietverschleierungsscharaden und den Standort Lübeck geht, jetzt mal zuhören!

Klar, es ist grad total en vogué, auf Kosten der Allgemeinheit Mieten als Verlust steuerlich in Deutschland abzusetzen und am Ende in Holland oder in Panama oder anderen Schurkenstaaten überhaupt keine Steuern zu zahlen! Dank sPD und einigen Verwirrten im EU-Ausland ist das sogar legal, aber was ihr euch da gebastelt habt...Hut ab! Dafür braucht man schon eine gehörige Portion Soziopathie!

Aber bitte, das ist ja euer gutes Recht...mit sooo vielen Anwälten darf man schon mal versuchen, ein schönes Konstrukt aufzubauen, das am Ende irgendwie keiner mehr durchblickt! Hauptsache, man muss von der Kohle nichts mehr abgeben - schon gar nicht für so einen Quatsch wie “Sozialversicherungen” etc. - und im Idealfall legt Papa Staat sogar noch was dabei! Bei euch ist Geld eben in guten Händen; da wird es ihm nie langweilig, weil es ständig zwischen verschiedensten Briefkastenfirmen hin und her jettet! Und hey, warum jetzt, wo euer schönes Kartenhaus grad so grandios in sich zusammengekracht ist, plötzlich anfangen und sowas wie Reue zeigen. Das is ja nur was für Mädchen haha...

Weil wir eine sehr fortschrittliche PARTEI sind, kupfern wir jetzt bei euch ab! Wir kaufen uns zwei Eisläden, verkaufen das Eis von Laden A an unseren anderen Laden B für 1000 € die Kugel und kaufen es danach selber für 10 Cent zurück, während wir es für 2 Cent aus China importieren! Und weil wir Streber sind und besonders gut aufgepasst haben, liefern wir das Eis überhaupt nicht, aber schreiben logischerweise fleißig Rechnungen und streichen den Verlust schön beim Finanzamt ein!

Was wir aber trotz Streberei und engagierten Nachfragen noch nicht so richtig in Erfahrung bringen konnten: Wie hoch genau ist die Miete in Lübeck für Karstadt eigentlich? Das wollte, oder eher konnte uns leider bisher niemand erzählen! Man hört es aber munkeln in der Stadt und laut dem Flurfunk ist es ein Betrag zwischen 1.000.000 und 3.000.000 EUR pro Monat (bei einem Verkehrswert von max. 200.000 EUR). Das ist mal ne Hausnummer!

Um Karstadt und seine Mitarbeiter, die ihr bisher nicht an eurem lustigen Spiel habt teilnehmen lassen - und schon gar nicht beteiligt - vor der Schließung und der daraus resultierenden Arbeitslosigkeit, die Innenstadt vor Leerstand und die Reste eurer Seelen vor der ewigen Verdammnis zu bewahren, hier ein paar versöhnende Vorschläge:

Vater Staat übernimmt die Gebäude in Lübeck und schenkt sie unserem Bürgermeister Jan Lindenau, der sich dann sicher freut! Dafür geht ihr dann nicht in’n Knast... Oder wir überspringen den Teil mit Lübeck und Jan und ihr überschreibt die Gebäude direkt den Angestellten!

Das ist für alle eine Win-Win-Win-Situation, denn keiner muss ins Gefängnis, Karstadt bleibt uns erhalten, die Steuerhinterziehungen verstecken wir in einer Schublade weit draußen vor der Stadt, in der Innenstadt steht kein oller leerer Betonklotz und keiner muss sich mit dem Arbeitsamt rumschlagen! So, jetzt mal Eier auf den Tisch und eingeschlagen! Herzschmiley.(")

Bastian Langbehn, Mitglied der Bürgerschaft, und Ali Alam, ehemaliger Bürgermeister- Kandidat, retten die Welt durch fleißiges Schreiben von Briefen.

Bastian Langbehn, Mitglied der Bürgerschaft, und Ali Alam, ehemaliger Bürgermeister- Kandidat, retten die Welt durch fleißiges Schreiben von Briefen.


Text-Nummer: 139363   Autor: Partei/red.   vom 16.07.2020 um 15.14 Uhr

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