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Ausflugstipp: Die Lübecker Bucht vor 75 Jahren

Ostholstein: Archiv - 18.07.2020, 15.07 Uhr: Unser Ausflugstipp führt nach Pönitz in das Museum für Regionalgeschichte der Gemeinde Scharbeutz. Es wird geleitet und betreut von ehrenamtlichen Kräften. Aktuell wird dort die Situation in der Lübecker Bucht zum Kriegsende vor 75 Jahren gezeigt.

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Das Museum bedient weniger die intellektuell-historisch gestalteten musealen Konzepte, sondern überzeugt durch seine eindrucksvolle Vielfalt und für viele, besonders für jüngere Besucher, unbekannter Exponate aus dem damaligen Leben und Alltag. Die erläuternden Texte sind eher sparsam und zurückhaltend. Es verbleibt ein nachhaltiger Eindruck von der Not, den Erschwernissen und der Ungewissheit über die Zukunft der vielen vom Krieg betroffenen Schicksale.

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Die Cap-Arcona-Katastrophe wird mit bisher wenig bekannten Bildern, Texten und Dokumenten in ihrer einzigartigen Dramatik den Besuchern vermittelt. Die damaligen Ereignisse waren von dem nahen Kriegsende durch die immer wieder neuen Entwicklungen und Ungewissheiten für die einzelnen Schicksale gekennzeichnet. Die Zuflucht von Flüchtlingen und Soldaten in den Norden von Schleswig-Holstein erreichte fast einen Anteil von 50 Prozent der damaligen Bevölkerung.

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Der Einzug der Besatzungsmächte dominierte alle Lebensbereiche und die ersten Schritte der Demokratisierung begannen auf kommunaler Ebene. Noch lange litten die Menschen unter der Last der Not als Folgen des Krieges. Mit Munitionsversenkungen in unmittelbarer Nähe entstand die Existenz künftiger tödlicher Altlasten durch versenkte Munition in der Ostsee.

Für manch einen Besucher gibt die Sonderausstellung Anlass genug, einen Bogen zu den heutigen Verhältnissen und Entwicklungen zu spannen. Er empfindet eine nicht zu übersehende Aktualität und Parallelität zu den Ereignissen vor 75 Jahren und wie es zu dieser Entwicklung kommen konnte. Einen umfassenderen Einblick in die verschiedenen Themenbereiche der Sonderausstellung gibt ein Flyer, der unter www.museum-scharbeutz.de abrufbar ist.

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Neben der Sonderausstellung sind noch weitere Themenbereiche zu sehen, die als Dauerausstellung eingerichtet sind. So ein kleiner Kaufmannsladen, wie ihn nur die Großeltern unserer heutigen Jugend, als sie selbst noch Kinder waren, kennen. Ältere werden sich wieder an die Lebensmittelkarten erinnern, welche die Zuteilung von Lebensmitteln an die Familien regelten, der kreischende und pfeifende Volksempfänger - im Volksmund hinter vorgehaltener Hand mit „Göbbelsharfe“ verspottet – ist Zeuge der Frühzeit des Radios als Produkt für den Massenmarkt, oder das alte Telefon, über das nur wenige Auserwählte verfügten.

Die Sonderausstellung ist dienstags und sonntags von 14 Uhr bis 18 Uhr geöffnet. Außerhalb dieser Zeiten können Besuche und Führungen unter 04503/73273 vereinbart werden. Die Sonderausstellung endet am 29. November 2020.

Die Sonderausstellung zeigt das Leben in der Lübecker Bucht vor 75 Jahren. Fotos: Karl Erhard Vögele

Die Sonderausstellung zeigt das Leben in der Lübecker Bucht vor 75 Jahren. Fotos: Karl Erhard Vögele


Text-Nummer: 139391   Autor: KEV   vom 18.07.2020 um 15.07 Uhr

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