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Die PARTEI: Maskenpflicht in der Clemensstraße? Na super..

Lübeck: Archiv - 22.07.2020, 10.43 Uhr: Die Zahl der Partygäste auf Lübeckes Straßen hat in den Wochen eher zu- als abgenommen. Als Hotspots wurden der neue Drehbrückenplatz, der Carlebach-Park im Hochschulstadtteil und die Clemensstraße ausgemacht. Bürgermeister Jan Lindenau hat darauf verstärkte Maßnahmen gegen Partys auf öffentlichen Plätzen angekündigt und so für viele Diskussionen gesorgt. Für das Vorgehen hat der Vorsitzende der "Die PARTEI HL", Bastian Langbehn, aber nur begrenzt Verständnis.

Der Kommentar von Bastian Langbehn im Wortlaut:

(")Wir waren sehr erfreut, als wir hörten, dass der Bürgermeister sich so große Sorgen um seine Schäfchen in der Clemensstraße macht - traditionell sind wir ja eher...sagen wir "nicht so im Fokus". Aber dann gleich die große Ernüchterung. Doch fangen wir lieber vorne an…

Ohne einfach nur mit dem Finger auf andere zeigen zu wollen und zu plärren "aber die machen dies und das", möchte ich trotzdem kurz umreißen, wie sich die Realität, die im Rathaus bekanntlich noch nie eine tragende Rolle spielte, mir tatsächlich darstellt: Da wir ja unbedingt den Weihnachtsmarkt retten müssen (Vor was? Dem Weihnachtsmann? Oder weil die Betreiber der Buden fast alle in der cdU sind?), wurde zum Glück die MuK-Brücke während der Hauptreise- weil Ferienzeit rückgebaut. So konzentrieren sich tagsüber die Massen an Touristen auf die verbleibenden beiden Brücken und dementsprechend die Engelsgrube, hauptsächlich aber auf die Holstenstraße. Wo sind da denn die neuen Sheriffs mit ihren Schlagstöcken, Tränengas und Quartzhandschuhen, die man uns, als Ordnungsamt verkleidet, neuerdings zum Besuch in die Clemensstraße und scheinbar auch zu den anderen Plätzen schickt? Und wo sind diese Kollegen, wenn die Breite Straße so voll ist, dass man nicht mal hinfallen könnte - selbst wenn man wollte?

Nein, die armen Touristen wollen wir nicht belästigen. Außerdem zählen deren Infektionen dann ja auch in die Statistiken ihrer Heimatgemeinden und nicht in unsere. Wir stürzen uns lieber auf die Jugendlichen, die verständlicherweise bei dem Wetter nicht mehr daheim hocken wollen und abends mal weggehen.

Bitte verstehen Sie mich nicht falsch, auch ich bin alles andere als begeistert von der aktuellen Entwicklung an den Wochenenden. Nicht nur, dass man sich langsam daran gewöhnt hatte, in der ruhigsten Straße Lübecks zu wohnen *Zwinkersmiley*, es kommen jetzt auch mehr und mehr "Gäste", die die Straße für gewöhnlich meiden. Wie kommt das? Dadurch, dass alle "Filter" wie das A1 oder selbst das Sounds geschlossen bleiben müssen, sind wir die einzige Alternative hier. Und wir brauchen diese Filter dringend, wie sich zeigt. Der meiste Ärger passiert nämlich, wenn alles geschlossen ist. Diese seltsamen Vögel stressen rum, veranstalten "Saufduelle", spielen mit ihren grindigen Bluetoothboxen laute, aber vor allem auch schlechte Musik und gehen uns gehörig auf den Wecker. Das Stammpublikum war nie so. Um dem entgegenzuwirken, werden zB keine Hartstoff-Mischen verkauft - da der nahegelegene Supermarkt diese aber bis Mitternacht verkaufen darf, sind die Leute bestens eingedeckt. Hier könnte vielleicht das finnische Modell für Entspannung der Situation führen: kein Alkohol mehr ab 21 Uhr in allen Tankstellen, Supermärkten, etc.. Damit mache ich mir sicher keine Freunde, das ist mir klar, aber dafür bin ich auch nicht hier.

Des weiteren fehlen mir auch Sanktionen gegen die Deutsche Bahn. Denn schauen wir uns mal unseren Bahnhof an, wird selbst dem letzten Corona-Romantiker schnell klar, dass ein ausreichender Abstand hier höchstens in den feuchten Träumen einiger Bahnverantwortlicher einhaltbar ist. Oh, bevor ich es vergesse: Schönen Gruß von Genosse T. (sPD). Ich soll fragen, welcher Fachbereich denn für die ausufernde Aussenbestuhlung des Wiener Café Hauses (böses Bootleg. Anm.d.Red.) gegenüber der Arkaden verantwortlich ist? Da ist bald selbst ohne Abstand fast kein Durchkommen mehr. Um die ganze Diskussion zu einem fruchtbaren Ende zu führen und den Frieden in unserer schönen Stadt zu wahren, bitte ich nachdrücklich um die schnelle Einrichtung eines Runden Tisches oder Krisenstab oder wie auch immer wir das nennen wollen, an denen Verwaltung, aus der Sommerpause aufgescheuchte Politiker und vor allem die extrem betroffenen Gastronomen Platz finden, an dem wir uns dann mal schön ein, zwei Nächte die Köpfe heiß reden und am Ende geben wir uns alle die Hand, mit der wir vorher die Kuh vom Eis geschoben haben. Denn eins ist klar: für Corona kann keiner was und die Krise auf einige wenige abwälzen, die am Ende auf der Strecke bleiben entspricht nicht dem Lübschen Geist, der uns bei anderen Katastrophen immer durch die auch teils sehr schlimmen Zeiten bugsiert hat.

Und im Gegensatz zu Frau Dings von der Verwaltung möchte ich übrigens auch nicht, dass es bei zwei Infizierten bleibt. Ich will, das die beiden schnell wieder gesund werden und unsere letzten beiden Patienten waren. So, eine Frage zum Schluss möchte ich aber noch direkt an unseren Bürgermeister gerichtet wissen: Wer zur Hölle sind die schon erwähnten Sheriffs überhaupt? Gab es die irgendwo im Angebot? Es war in Lübeck immer guter Brauch, beim Ordnungsamt keine Ex-Security-Hanseln oder Fremdenlegionäre einzustellen. Woher der Sinneswandeln? Und wann wurde der Polizei das Gewaltmonopol entzogen? Sind mir da irgendwelche Meldungen entgangen? Also deeskalierend geht anders…

Ich geh mir jetzt erstmal ‘ne Mische holen…
Hochachtungsvoll,
Ihr Bastian Langbehn.

PS: An alle Helden der Kommentarspalte noch folgender Hinweis: bemüht euch nicht, ich lese es eh nicht :P Wer mit mir vernünftig über etwas sprechen möchte, darf sich gern mit mir treffen ;) ...und wer einen Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten(")

Bastian Langbehn, ist Mitglied der Bürgerschaft für Die PARTEI in der
Fraktion Bündnis ‘90/Die Grünen.

Bastian Langbehn, ist Mitglied der Bürgerschaft für Die PARTEI in der Fraktion Bündnis ‘90/Die Grünen.


Text-Nummer: 139449   Autor: Die PARTEI/Red.   vom 22.07.2020 um 10.43 Uhr

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