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HL historisch: Malender Weltenbummler aus Lübeck

Lübeck: Archiv - 09.08.2020, 12.00 Uhr: Er war gebürtiger Lübecker. Hier hatte er sein letztes Atelier, hier starb er. Zwischendurch sah er sich in der Welt um, erhielt Berufungen auf Lehrstühle für Malerei in Kassel und Berlin. Drei Orte im Norden bewahren ihm ein ehrendes Andenken: die Landeshauptstadt Kiel, die Nordsee-Insel Sylt und die Hansestadt Lübeck. Vor 50 Jahren, am 6. August 1970, starb der Lübecker Maler Albert Aereboe.

Geboren wurde Albert Aereboe am 31. März 1889. Sein Vater stammte aus dem Kreis Segeberg, war Pastor am Lübecker Dom. Gleich zwei berühmte Gymnasien Lübecks besuchte Aereboe als Schüler. Zunächst von 1896 bis 1900 das Katharineum, danach den Realschulzweig des Johanneums. Eine Lehre als Kirchenmaler absolvierte er anschließend in Berlin.

Zwischendurch hatte er Gelegenheit zu reisen. Er besuchte Moskau und das Baltikum, immer mit offenen Augen für moderne Kunstströmungen in jenen Ländern. 1914 ging er als Student an die Kunstakademie in München. Der erste Weltkrieg unterbrach die künstlerischen Ambitionen. Aereboe wurde 1916 eingezogen. Nach dem Ende des Krieges ließ Aereboe sich wieder in Lübeck nieder.

Die Staatliche Kunstakademie Kassel berief ihn 1919 zum Leiter einer Malklasse. In Kassel lernte er seine Frau Julie Katz kennen, die ebenfalls dort unterrichtete. Bald aber zog es ihn wieder in den Norden. In Berlin und in List auf Sylt unterhielt er Ateliers. Sein Berliner Domizil wurde 1943 ausgebombt; viele Arbeiten verbrannten.

Da seine Schwägerin ein Haus in Kampen auf Sylt hatte, zog der inzwischen verwitwete Aereboe zu ihr. 1959 schließlich wurde Lübeck wieder seine Heimat. Hier verbrachte er die letzten Jahre seines Lebens.

Auf einen bestimmten Stil lassen sich die Arbeiten Aereboes nicht festlegen. Er tummelte sich auf vielen Gebieten, kommentierte oder ergänzte mit seinen Arbeiten die wichtigsten Kunstrichtungen seiner Zeit.

An Ehrungen fehlte es ihm in seinem aufregenden Leben nicht. Schon 1923 hatte er in Berlin den Professorentitel erhalten. Schleswig-Holstein ehrte ihn 1958 mit dem Landeskulturpreis. Die Gemeinde Kampen auf Sylt verlieh ihm im Jahr drauf die Ehrenbürgerschaft und der Senat 1964 die Ehrenplakette der Hansestadt Lübeck.

Die Lübecker Museen bewahren das Andenken an Albert Aereboe. Foto JW

Die Lübecker Museen bewahren das Andenken an Albert Aereboe. Foto JW


Text-Nummer: 139742   Autor: TD   vom 09.08.2020 um 12.00 Uhr

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