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Mövensteinregatta: Pralles Programm in leichter Brise

Lübeck - Travemünde: Archiv - 10.08.2020, 12.05 Uhr: Souveräner Sach-Sieg zur F18-Deutschen Flimmernde Hitze, glitzernde Wellen und 50 Boote auf dem Wasser: Die Mövensteinregatta vor Travemünde geizte nicht mit sommerlichem Flair. Und obwohl sich in der Hochdruck-Wetterlage nur ein schwacher Wind einstellte, gelang dem ausrichtenden Lübecker Yacht-Club, allen Klassen ein ansehnliches Programm zu bieten.

Bei der Internationalen Deutschen Bestenermittlung (IDB) der Formula 18 wurde zudem der nationale Titel vergeben. Überlegen sicherten sich die Brüder Helge und Christian Sach auf ihrem Heimatrevier diese Auszeichnung.

Etwas erschöpft von der mentalen Anspannung war Wettfahrtleiter Wolle Bahr nach drei Tagen Regattasport. Von Freitag an musste er für die rund 100 Segler, die in diesem Corona-Sommer endlich mal wieder auf die Regattabahn wollten, den besten Wind für faire Bedingungen finden. Keine leichte Aufgabe, denn in der Hochsommer-Wetterlage stellte sich nur ein schwacher Grundwind ein. „Ich hätte mir natürlich etwas mehr Wind gewünscht. So mussten wir in einigen Wettfahrten am unteren Limit der erlaubten Windskala agieren. Dann sind wir als Wettfahrtleitung immer etwas skeptisch. Aber insgesamt können wir doch zufrieden sein, dass uns noch ein gutes Programm gelungen ist“, berichtete Bahr, der insbesondere am Samstag zwischen den beiden Wettfahrten eine lange Pause mit Warten auf segelbaren Wind einlegen musste.

Die Formula 18, die im Gegensatz zu den weiteren Klassen bereits am Freitag begonnen hatten, kamen am ersten Tag noch in den Genuss einer Thermik-Unterstützung für den Grundwind, die sich dann aber am Samstag und Sonntag nicht mehr einstellte. So segelten die F18-Katamarane neun Wettfahrten, die 14-Footer und Musto Skiffs sowie die Topcats konnten immerhin fünf Rennen absolvieren.

Auch wenn Wolle Bahr etwas mit dem Wind haderte, war es für die Teilnehmer ein gelungenes Wochenende. „Am ersten Tag waren durchweg gute Bedingungen, und zum Abschluss am Sonntag gab es auch noch mal ausreichend Wind, um Doppeltrapez zu fahren. Dazwischen war es nicht einfach, aber die Rennen waren letztlich alle fair“, berichtete Helge Sach.

Die Travemünder-Woche-Rekordsieger Helge und Christian Sach hatten allen Grund, mit dem Auftritt in der Lübecker Bucht zufrieden zu sein. In den beiden vergangenen Jahren hatten sie sich zur Travemünder Woche stets geschlagen geben müssen, jetzt hatten sie zur Mövensteinregatta mit einem geliehenen Boot wieder die richtige Einstellung gefunden. Vom ehemaligen Olympia-Teilnehmer und IDB-Konkurrenten Eckart Kaphengst aus Kiel bekamen sie einen „Exploder Skorpion“ und waren damit schließlich schnell unterwegs. „Wir mussten allerdings auch eine Lernkurve durchlaufen. Auf den Gennaker-Kursen waren wir von Anfang an schnell. Auf den Kreuzkursen mussten wir allerdings viel für den Speed arbeiten“, so Helge Sach. Dass ihre Titelserie mit den Einzelplatzierungen 3, 1, 1, 2, 2, 1, 1, 2, 1 unter den 22 Teilnehmern dennoch beeindruckend war, verdankte das Brüder-Duo der richtigen Taktik: „Bei diesen Windbedingungen muss man zusehen, dass man einen guten Start erwischt, und dann konsequent auf die richtige Seite fahren. Das hat bei uns gut geklappt.“

So kontrollierten die Sachs von Tag eins an souverän das Feld, fanden im Laufe der Serie aber in Youngster Jesse Lindstädt und dessen Vater Sven hartnäckige Widersacher: „Jesse ist nicht umsonst im letzten Jahr Vizeweltmeister der Nacra 15 geworden. Er gibt Vollgas, das merkt man. Und Sven hat unglaublich Erfahrung mit dem Boot“, sagte Helge Sach. Von der Erfahrung von Sven Lindstädt profitierten die Sachs aber auch selbst. Sie hatten sich einen kompletten Segelsatz von dem Hamburger Segelmacher geholt. Diesen auf Topspeed zu trimmen, war die Aufgabe von Christian Sach in gemeinsamer Arbeit mit seinem Sohn Johann. Helge Sach: „Die beiden haben gut zusammen gearbeitet. Ich hatte wenig Zeit, habe zuletzt Foil-Trainings gegeben. Für uns war das ein guter Testballon. Jetzt wollen wir noch die Kieler Woche segeln, und im nächsten Jahr steht die WM in Italien auf dem Plan.“

Hinter den Sachs belegten schließlich Jesse und Sven Lindstädt nach einem durchwachsenen ersten Tag und Topergebnissen am Samstag und Sonntag Platz zwei. Auf Rang drei schoben sich noch Gerd Schmitzer/Tina Vercouteren vom Bodensee, die am letzten Tag noch die Lokalmatadore Andreas Behem/Katharina Speckmann vom Bronzeplatz verdrängten.

Bei den 19 Crews der 14-Footer lieferten sich die Kieler Oliver Voß/Eike Ehrig und die vom Selenter See stammenden David und Peter Schafft ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Die abschließende Wettfahrt entschied schließlich zugunsten der Kieler, die im Endergebnis einen Punkt Vorsprung hatten. Einen weiteren Punkt zurück kamen Dennis Gehrlein/Lasse Nielandt (Oberhausen) auf den dritten Platz.

In den kleinen Feldern der Musto Skiffs und Topcats setzten sich Nino Sandmeier (Berlin/Musto Skiff) und Michael Winkelmann/Rene Treichel (Scharbeutz/Topcat) durch.

Alle Ergebnisse gibt es hier.

Mit geliehenem Boot segelten die Brüder Helge und Christian Sach eine souveräne Serie zum Titelgewinn bei der F18-Katamaranen. Foto: segel-bilder.de

Mit geliehenem Boot segelten die Brüder Helge und Christian Sach eine souveräne Serie zum Titelgewinn bei der F18-Katamaranen. Foto: segel-bilder.de


Text-Nummer: 139759   Autor: LYC   vom 10.08.2020 um 12.05 Uhr

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