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Nach Amok-Fahrt: Staatsanwaltschaft prüft Unterbringung

Lübeck: Archiv - 13.08.2020, 13.36 Uhr: Am Donnerstagmorgen, 13. August 2020, kurz nach halb acht, hat eine Autofahrerin durch ihre riskante und gefährliche Fahrweise in Lübeck mehrere Unfälle verursacht und dabei zwei Kinder verletzt. Sie fuhr in den Gegenverkehr, rammte unter anderem einen Linienbus, und steuerte auf Fußgänger zu. Zuletzt versuchte sie, einer Polizeibeamtin die Dienstwaffe zu entreißen. Eine einstwilige Unterbringung wird geprüft, wie die Staatsanwwaltschaft am Freitag mitteilte.

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Den bisherigen Ermittlungen der Polizei zufolge befuhr eine 34-Jährige mit ihrem Skoda Fabia aus der Hüxtertorallee kommend in Richtung Verteilerkreis Mühlentor. Da der Verkehr stockte, ist sie über den Gegenverkehr entgegengesetzt in den Verteilerkreis eingefahren. Dort touchierte ihr Wagen einen Linienbus und ein weiteres Fahrzeug. Hierbei wurde niemand verletzt. Die Frau flüchtete und fuhr weiter in die Kronsforder Allee.

Auf Höhe der Charlottenstraße steuerte sie auf einen 40-jährigen Lübecker mit seiner 7-jährigen Tochter zu, die an der dortigen Fußgängerampel mit ihren Fahrrädern standen. Der Vater zog sein Kind im letzten Moment ein Stück zur Seite. Dennoch wurde das Kind und ihr Fahrrad von dem Skoda erfasst. Das Mädchen verletzte sich und musste ärztlich versorgt werden. Nach dem Zusammenstoß hielt sie für einen kurzen Zeitpunkt ihr Fahrzeug an, setzte dann ihre Fahrt jedoch fort und fuhr die Kronsforder Allee weiter stadtauswärts.

Auf Höhe einer Tankstelle scherte sie aufgrund einer roten Ampel wieder über den Gegenverkehr auf den gegenüberliegenden Gehweg aus und verfehlte nur knapp mehrere zur Seite springende Fußgänger.

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Dann steuerte sie ihr Fahrzeug wieder auf die Straße. Im Kreuzungsbereich auf Höhe der Vorrader Straße kollidierte sie mit einem blauen VW Polo der aus der Vorrader Straße in die Kronsforder Allee einbiegen wollte. Der Skoda schleuderte weiter über ein Verkehrszeichen hinweg, durchbrach einen Grundstückszaun und kam dann mit Totalschaden zum Stillstand.

In dem Polo befand sich eine 30-jährige Lübeckerin mit ihren beiden Kindern (4 und 6 Jahre). Die Mutter und die beiden Kinder wurden mit einem Rettungswagen verletzt in eine Lübecker Klinik gebracht.

Hier endete die Fahrt der 34-Jährigen und sie konnte nachdem sie versucht hatte an die Pistole einer Polizeibeamtin zu kommen, vorläufig festgenommen werden.

Die 34-Jährige verletzte sich bei dem Unfall schwer und befindet sich ebenfalls in einer Lübecker Klinik. Die Entnahme einer Blutprobe wurde angeordnet und ihr Führerschein sichergestellt. Die beiden Fahrzeuge wurden durch ein Abschleppunternehmen geborgen.

Ergänzung von Freitag, 14. August:

In dem Verfahren wird durch die Staatsanwaltschaft nunmehr wegen des Verdachts der Gefährdung des Straßenverkehrs und wegen Körperverletzungsdelikten ermittelt. Derzeit soll im Auftrag der Staatsanwaltschaft gutachterlich untersucht werden, ob die Schuldfähigkeit der Beschuldigten beeinträchtigt war und, sofern dies der Fall sein sollte, aufgrund des Zustandes der Beschuldigten von ihr weitere erhebliche rechtswidrige Taten zu erwarten wären, die eine einstweilige Unterbringung erforderlich machen würden.

Die Fahrt endete in einem Grundstückszaun. Fotos: STE

Die Fahrt endete in einem Grundstückszaun. Fotos: STE


Text-Nummer: 139841   Autor: PD Lübeck/red.   vom 13.08.2020 um 13.36 Uhr

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