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Protest am Flughafen verzögerte ersten Abflug

Lübeck: Archiv - 17.08.2020, 11.04 Uhr: Am Montagmorgen gegen 5 Uhr startete "Extinction Rebellion" seine Protestaktionen am Flughafen Lübeck gegen die Aufnahme von Inlandsflügen. Mehreren Personen gelang es auf die Startbahn zu gelangen und sich dort festzukleben. Der erste Start verzögerte sich um rund 50 Minuten. 18 Personen wurden in Gewahrsam genommen.

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16 Aktivisten gelangten auf die Rollbahn, drei von ihnen klebten sich am Boden fest. Foto: XR

"Wir richten uns mit der Aktion speziell gegen Kurzstreckenflüge", erklärt Lukas Schnermann aus dem Presseteam der Bewegung. "Die Zeitersparnis gegenüber einer Zugreise ist in der Regel gering oder nicht vorhanden. Im Gegensatz dazu ist der Ausstoß von Treibhausgasen um 450 Prozent höher als bei einer Zugreise. Diese Art der Mobilität können wir uns angesichts der fortschreitenden Klimakatastrophe nicht mehr leisten."

Bild ergänzt TextFoto: XR

Aktivisten sollen bei der Blockade des Flugfeldes einen Banner mit der Aufschrift "Kurzstreckenflüge nur für Insekten." ausgerollt haben, der aber dann von Sicherheitskräften auf dem blockierten Rollfeld zerrissen worden sei. Einen Eindruck der Aktion können sich Interessierte durch ein Video auf facebook.com/ machen.

Bild ergänzt TextFoto: Sebastian Kai Ising

Das Protestcamp, das bereits am Sonntag aufgebaut wurde, verlaufe "ruhig und friedlich" berichtet Polizeisprecher Ulli Fritz Gerlach. Lediglich bei der Besetzung der Startbahn und bei einem Passagier, der sich am Flugzeug festkleben wollte, griff die Polizei ein. Bei der Aktion am Flugzeug solidarisierten sich zwei weitere Personen. Alle drei mussten am Boden bleiben. Stand 10.30 Uhr wurden 18 Personen in Gewahrsam genommen. Sie müssen sich auch in einem Ermittlungsverfahren verantworten. Sieben Personen wurden nach Feststellung der Personalien entlassen. Die Polizeidirektion Lübeck ist mit zahlreichen Beamtinnen und Beamten vor Ort. Sie wird von Bereitschaftspolizistinnen und -polizisten der 1. Einsatzhundertschaft aus Eutin unterstützt.

An der Fahhraddemo von "Fridays For Future" vom Klingenberg zum Flughafen nahmen nach Polizeiangaben rund 70 Personen teil.

Gösta Beutin, klimapolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke im Deutschen Bundestag begleitete die Proteste (wir berichteten). "Leider war es ihm nicht möglich sein Amt als parlamentarischer Beobachter wahrzunehmen, da Sicherheitskräfte und Polizei den Zugang zu den Geschehnissen weiträumig absperrten und es somit Presse und Parlament unmöglich machten eine demokratische Gegenöffentlichkeit herzustellen", teilte sein Wahlkreisbüro am frühen Morgen mit. Nach einem Gespräch konnte die Situation geklärt werden, der Bundestagsabgeordnete erhielt Zugang zum Gelände. "Für Spätzle kurz Mal nach Stuttgart fliegen, wie es die Flughafenwerbung verspricht, ist in Zeiten der Klimakrise zynisch", so der Politiker. "Die Proteste von Extinction Rebellion und Fridays For Future gegen Kurzstrecken-Flüge vom Flughafen Lübeck sind richtig und notwendig. Aktionen zivilen Ungehorsams sind legitim, angesichts dessen, dass die Hansestadt Lübeck selbst den Klimanotstand ausgerufen hat, aber nicht handelt."

Flughafen und Lübeck Air argumentieren dagegen: "Wir bringen die starken Branchen des Nordens, wie Ernährungswirtschaft, Maschinenbau und Medizintechnik, näher an die Wirtschaftsräume des deutschen Südens heran. Und Ostsee-Urlauber aus Bayern und Baden-Württemberg eine bequeme Anreise von nur gut einer Stunde bis Lübeck.
Wir starten allerdings auch in einer Zeit, in der das Wohl der Fluggäste weit über ein schönes Ambiente und schnelle Prozesse hinausgeht", sind sich Prof. Dr. med. Winfried Stöcker und Prof. Dr.-Ing. Jürgen Friedel, die Geschäftsführer der Airline und des Flughafens, einig. "Wir sorgen beim Aufenthalt im Flughafengebäude und während des Fluges für Schutz der Passagiere und des Personals vor einer Ansteckung mit Covid-19."

Sechsmal die Woche, Montag bis Freitag und Sonntag wird ab sofort nach München und Stuttgart geflogen. Lübeck Air und die dänische Air Alsie bedienen diese Strecke mit einer ATR 72-500.

Der Start wurde von Protesten der Gruppe Extinction Rebellion begleitet. Foto: Sebastian Kai Ising

Der Start wurde von Protesten der Gruppe Extinction Rebellion begleitet. Foto: Sebastian Kai Ising


Text-Nummer: 139888   Autor: VG/XR/Polizei   vom 17.08.2020 um 11.04 Uhr

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