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Mord an Gebrauchtwagenhändler: Prozess geht weiter

Lübeck: Archiv - 18.08.2020, 11.35 Uhr: Am Donnerstag, dem 20. August, wird der Prozess gegen zwei litauische Staatsbürger vor dem Schwurgericht in Lübeck fortgesetzt. Vorgeworfen wird den Männern im Alter von 46 und 56 Jahren 1995 einen tunesischen Gebrauchtwagenhändler ermordet zu haben. Erster Verhandlungstag war am 7. August 2020.

Die Angeklagten sollen im Juli 1995 in Lübeck gemeinsam einen damals 44 Jahre alt gewesenen tunesischen Gebrauchtwagenhändler aus Habgier und zur Verdeckung einer anderen Straftat in dessen Wohnung durch multiple Stiche mit einem Messer und mit einem Schraubendreher ermordet haben. Es wird ihnen zur Last gelegt, sie hätten das Opfer getötet, um aus der Wohnung erhebliche Mengen Bargeld aus seitens des Geschädigten getätigten Autoverkäufen zu entwenden. Insgesamt sollen sie knapp 20.000 DM erbeutet haben.

Die Angeklagten sollen sich seinerzeit, wie der Getötete, im Bereich des Fahrzeughandels betätigt und mehrfach Gebrauchtwagen in Deutschland erworben und zum Weiterverkauf nach Litauen ausgeführt haben. Nachdem die Tat durch die Ermittlungen in den 1990er Jahren zunächst nicht hatte aufgeklärt werden können, wurden im Jahr 2003 im Rahmen der Aufarbeitung ungeklärter Altfälle mit modernen kriminaltechnischen Untersuchungsmethoden DNA-Spuren vom Tatort gesichert und in die deutsche zentrale DNA-Datenbank eingestellt. Durch einen automatisierten Abgleich von DNA-Datenbanken aus dem europäischen Ausland kam es 2015 zu einem Treffer mit dem Datensatz des jüngeren Angeklagten.

Durch anschließende Ermittlungen in Deutschland sowie im Wege der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen mit Litauen konnte der Tatverdacht so erhärtet werden, dass das Amtsgericht Lübeck im April 2016 Untersuchungshaftbefehl wegen Mordverdachts gegen den jüngeren Angeklagten erließ. Darüber hinaus gelang es, den älteren Angeklagten als mutmaßlichen Mittäter zu ermitteln, gegen den das Amtsgericht Lübeck ebenfalls Haftbefehl erließ. Der ältere der beiden Angeklagten ist nach einem zeitaufwendigen Auslieferungsverfahren im Februar 2020 zum Zwecke der Strafverfolgung aus Irland, wo er zuletzt gelebt hatte, überstellt worden. Der jüngere Angeklagte lebt in Litauen, das die Auslieferung seines Staatsangehörigen verweigert hat.

Das Gericht hat 12 Hauptverhandlungstage anberaumt. Die Zahl geladener Zeugen und Sachverständiger ist seitens des Landgerichts noch nicht mitgeteilt worden.

Das Gericht hat 12 Hauptverhandlungstage anberaumt.

Das Gericht hat 12 Hauptverhandlungstage anberaumt.


Text-Nummer: 139899   Autor: StAHL   vom 18.08.2020 um 11.35 Uhr

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