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Theater startet mit Doppelprogramm in die Spielzeit

Lübeck: Feinsinniges Psychogramm trifft auf skurril-amüsante Farce. Das Theater Lübeck eröffnet die Spielzeit 2020/21 mit zwei Einaktern, die die Möglichkeiten und Grenzen der Tele-Kommunikation beleuchten: Am 28. August um 19.30 Uhr werden die Monooper »Die menschliche Stimme (La voix humaine)« von Francis Poulenc und die Kammeroper »Das Telefon oder ›L’amour à trois‹« von Gian Carlo Menotti im Großen Haus erstmals auf die Bühne gebracht.

Tele-Kommunikation im Wandel der Zeit. Anno 1930. »Hallo, wir sind zu mehreren in der Leitung, legen Sie auf!« – »Hallo! Man unterbricht uns.« Vor unserem geistigen Auge tauchen junge Damen aus alten Filmen auf, wie sie eifrig zahllose Verbindungskabel in zahlreiche Buchsen stecken. Telefonieren als Mangelkommunikation. Jean Cocteau zeichnet 1930 in »Die menschliche Stimme« eine Frau, die Realitätsverweigerung ins Extrem treibt – aus Angst vor einem Leben mit dieser Realität. Das Telefon scheint ihr ideales Medium, um den Geliebten zurückzugewinnen. Sie muss jedoch erkennen, dass die vermeintlich beste Waffe sich gegen sie kehrt: »Früher traf man sich. Konnte das Unmögliche wagen, den Geliebten mit Küssen und Umarmungen überzeugen. Aber mit diesem Apparat hier ist Schluss und aus.« Francis Poulenc lässt daraus 1958 die Seelenlandschaft einer irrsinnig Liebenden entstehen.

Anno 1975. Wer erinnert sich noch an den Sound der Wählscheibe und das Klicken vom Viertel­anschluss? Telefonieren als Fetisch. Lucy kann nur per Telefon kommunizieren. Sie will auch gar nicht anders; reale Gespräche von Angesicht zu Angesicht sind ihre Sache nicht. Und würde Ben sie nicht mit ihren eigenen Mitteln stellen, wo bliebe das Happy End? Gian Carlo Menotti beweist 1946 in seinem musikalischen Sketch »Das Telefon oder L’amour à trois«, dass die Telefonitis schon vor Jahrzehnten grassierte. Uns stehen heute bloß schlagkräftigere Mittel zur Verfügung … Anno 2020. Man stelle sich vor: Corona-Lockdown ohne Smartphone oder Zoom-Konferenzen. Und doch: »Früher traf man sich …«.

Infos zum Kartenkauf sowie Servicehinweise unter www.theaterluebeck.de.

Regisseur Rainer Vierlinger inszeniert zwei Stücke zum Thema Telefon. Foto: Theater Lübeck

Regisseur Rainer Vierlinger inszeniert zwei Stücke zum Thema Telefon. Foto: Theater Lübeck


Text-Nummer: 139952   Autor: Theater Lübeck   vom 19.08.2020 um 14.44 Uhr

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