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Gelungene Integration: Aus Eritrea nach Lübeck

Lübeck: Archiv - 20.08.2020, 10.18 Uhr: Abrham Fitwi flüchtete aus Eritrea und lebt seit Mai 2015 in Deutschland. Durch die Unterstützung eines engagierten Sprachpartnerehepaares und der Handwerkskammer gelang ihm vor zwei Jahren der Einstieg über ein zweiwöchiges Berufspraktikum bei der ortsansässigen Firma Wache GmbH. In dem Praktikum erhielt er die Chance, sein Können unter Beweis zu stellen und einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.

"Er überzeugte uns mit seinem handwerklichen Geschick, seiner freundlichen Art und zeigte großes Interesse an den gestellten Aufgaben. Von dieser betrieblichen Erprobung profitieren in der Regel beide Seiten, da sich im Vorfeld einer Einstellung die Möglichkeit des gegenseitigen Kennenlernens bietet", erzählt Geschäftsführerin Claudia Wache.

Da Anfang 2019 eine Ausbildung in dem mittelständischen Unternehmen nicht möglich war, nahm Fitwi vorerst eine Tätigkeit als Produktionshelfer auf. Somit konnte er das Unternehmen bereits kennenlernen und gleichzeitig auf dem deutschen Arbeitsmarkt Fuß fassen. Er wusste, dass Kenntnisse der deutschen Sprache eine Grundvoraussetzung für die Integration in den Arbeitsmarkt sind. Deshalb verbesserte er seine Sprachkenntnisse auf das Niveau B2 und erreichte über die Abendschule den ersten allgemeinbildenden Schulabschluss (ehemals Hauptschulabschluss). Am 1. August war es dann soweit: Es wurde ein Ausbildungsvertrag zum Feinwerkmechaniker mit der Wache GmbH geschlossen.

Bild ergänzt TextAuszubildender Abrham Fitwi an seinem Arbeitsplatz bei der Wache GmbH

Stolz erklärt der 25-jährige: "Die Ausbildung machen zu können, ist für mich etwas ganz Besonderes und eine große Chance. Dafür bin ich sehr dankbar. Ich bekomme unterschiedliche Dinge beigebracht und lerne jeden Tag viel. Diese Ausbildung ist eine gute Basis und wird mir auch später die Chance auf einen besser bezahlten Job bieten".

Allerdings räumt er ein: "Das erste Jahr an der Berufsschule war nicht immer leicht. Obwohl ich bereits einige Deutschkenntnisse hatte, verstand ich die vielen Fachbegriffe kaum." Der Unterrichtsstoff musste also kontinuierlich nachgearbeitet werden. Mit der Zeit verstand er die fremden Begriffe immer mehr und sie wurden zur Routine.

Joachim Tag, Geschäftsführer des Jobcenters Lübeck ist sich sicher: "Die Aufnahme einer Ausbildungs- oder Arbeitsstelle ist für Menschen mit Fluchthintergrund ein entscheidender Schritt für eine erfolgreiche Integration. Der demografische Wandel und der damit einhergehende Fachkräftemangel können durch Zuwanderung zumindest teilweise kompensiert werden. Es eröffnen sich gleichzeitig Chancen für Arbeitgeber ihren Fachkräftebedarf ein Stück weit zu sichern." Die Wache GmbH bildet in der Regel mit dem Ziel aus, die Auszubildenden bei Eignung im Anschluss in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis zu übernehmen.

"Neben Herrn Fitwi beschäftigen wir einen weiteren Auszubildenden mit Fluchthintergrund, der seine Ausbildung ebenso erfolgreich meistert. Die Einstellungen liefen insgesamt sehr unkompliziert und unbürokratisch ab. Betriebe können bei Bedarf diverse Hilfestellungen von verschiedenen Institutionen vor Ort erhalten", erklärt Claudia Wache und macht Unternehmen Mut Menschen mit Fluchthintergrund einzustellen.

Unterstützung in der Ausbildung: Abrham Fitwi und Geschäftsführerin Claudia Wache. Fotos: 
Jobcenter Lübeck

Unterstützung in der Ausbildung: Abrham Fitwi und Geschäftsführerin Claudia Wache. Fotos: Jobcenter Lübeck


Text-Nummer: 139964   Autor: Jobcenter Lübeck   vom 20.08.2020 um 10.18 Uhr

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