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Forum für Migranten zum Zuzugsstopp

Lübeck: Das Vorstand des Forums für Migrantinnen und Migranten in der Hansestadt Lübeck begrüßt die eindeutige Ablehnung des AfD-Antrags "Zuzugsstopp" in der Bürgerschaftssitzung am Donnerstag. Für den Vorstand zeigt die Forderung sowohl die Absicht der AfD, "die Gesellschaft bewusst hinters Licht zu führen und zu spalten, als auch eine große Unmenschlichkeit."

Wir veröffentlichen die Mitteilung im Wortlaut:

(")In der Begründung Ihres Beschlussvorschlags bezieht sich die AfD insbesondere auf die Lübecker Stadtteile Moisling und Buntekuh und rückt verschiedene Zahlen ins Licht, um darzustellen, dass in diesen Stadtteilen für Neuzugewanderte keine Notwendigkeit mehr bestünde, die Deutsche Sprache zu benutzen. Dass in diesem Zusammenhang, zur Untermauerung dieser Behauptung, der Bevölkerungsanteil von Menschen mit Migrationshintergrund herangezogen wird, hält der Vorstand für bewusst irreführend. Der Begriff Migrationshintergrund ist eindeutig definiert - eine Person hat einen Migrationshintergrund, wenn sie selbst oder mindestens ein Elternteil nicht mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren wurde. Entsprechend argumentiert die AfD auf Basis statistischer Zahlen, die zu einem Großteil auch deutsche StaatsbürgerInnen erfassen.

In seiner Rede in der Bürgerschaftssitzung erklärt Aydin Candan, Vorstands- und Bürgerschaftsmitglied: "Besonders infam finde ich Ihre Stigmatisierung von Buntekuh und Moisling. Das ist genau der Ton, der nichts zum Besseren verändern wird. In beiden Stadtteilen wohnen genauso fleißige, engagierte und gesetzestreue Bürgerinnen und Bürger, wie in jedem anderen Stadtteil auch."

Genau diesen Menschen hat die AfD kürzlich einen Flyer in den Briefkasten geworfen - einen Flyer, der für den beantragten Zuzugsstopp wirbt und, laut AfD, das Vertrauen der BürgerInnen in die Demokratie wiederherzustellen soll. "Ich bin sicher, dass Menschen, ob mit oder ohne Migrationshintergrund, durch derartige Maßnahmen, Ihr Vertrauen in die freiheitlich demokratische Grundordnung verlieren! MitbürgerInnen, NachbarInnen, FreundInnen oder KollegInnen wurde ein Flyer in den Briefkasten geworfen, der suggeriert: "Wir wollen dich nicht hier!", "Du bist ein Mensch 2. Klasse!", "Für dich gelten nicht die gleichen Rechte!". Und dies ist ein Akt gegen die freiheitlich demokratische Grundordnung!"

In seiner Rede führte Aydin Candan weiter aus: "Was Sie fordern, ist schlicht inhuman und entspricht klar Ihrem Menschenbild! Ich bin froh, dass Sie dies auch so offen zeigen, denn so weiß jeder, woran man bei Ihnen ist! Es geht Ihnen um Hass, Ausgrenzung und zündeln am Gemeinwohl." Seit jeher ist Lübeck eine weltoffene Stadt, in der Menschen aus über 164 Nationen friedlich zusammenleben. "Auf das, was wir vor 5 Jahren in Lübeck geschafft haben, können wir stolz sein! Seien es die zügige und pragmatische Vorgehensweise der Hansestadt Lübeck, die schnelle und herzliche Hilfe der freien Träger oder die noch immer existierende Hilfe der LübeckerInnen!" Abschließend spricht er eine Einladung an die AfD aus, sich das ehrenamtliche Engagement und das friedliche Miteinander in den Stadtteilen anzuschauen und daran teilzuhaben.(")

Der Vorstand des Forums. Foto: Forum/Archiv

Der Vorstand des Forums. Foto: Forum/Archiv


Text-Nummer: 140146   Autor: Forum   vom 30.08.2020 um 12.09 Uhr

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