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Grüne: Bürger bei Entwicklung der Karstadt-Gebäude beteiligen

Lübeck: Nach der endgültigen Entscheidung über die Schließung der Lübecker Filialen von Karstadt und Karstadt Sport fordert die Bürgerschaftsfraktion von Bündnis 90 / Die Grünen eine umfassende Bürgerbeteiligung an der Entscheidung über die Nachnutzung der Karstadt-Gebäude.

Hierzu erklärt die wirtschaftspolitische Sprecherin Anka Grädner: “Die Gebäude von Karstadt und Karstadt Sport gehören zum Herzstück der Lübecker Innenstadt. Wie dieses Herzstück morgen aussehen soll geht uns alle an. Daher wünschen wir uns eine öffentliche und umfassende Diskussion der gesamten Stadtgesellschaft über die zukünftigen Nutzungsarten dieser zentralen Gebäude. Besonders irritiert haben uns in diesem Zusammenhang Vorfestlegungen des Bürgermeisters über mögliche Nutzungen (“Ein Hotel oder ein Ärztehaus mit Pflegezentrum werde es nicht geben, denkbar seien Einzelhandel, Büros, Uni-Institute, Gastronomie”). Der Bürgermeister ist hier nicht entscheidungsbefugt, die Entscheidung trifft die Bürgerschaft und anstatt solcher Hinterzimmermauscheleien wünschen wir uns eine offene und sorgfältige Debatte, insbesondere über gemeinwirtschaftliche Konzepte, die eine attraktive Belebung für die Innenstadt bedeuten und die Folgen für das Soziale, den Klimawandel, das Stadtklima und die Verkehrswende berücksichtigen.”

Der baupolitische Sprecher Arne-Matz Ramcke ergänzt: “Die im Rahmen der Karstadt-Insolvenz deutlich gewordene Abhängigkeit der Innenstädte von den Renditeinteressen einiger Immobilieneigentümer führt in vielen Städten zu einem Umdenken und sollte auch uns in Lübeck dazu bewegen, hier nach neuen Wegen zu suchen. Der sich abzeichnende Strukturwandel im Einzelhandel sollte genutzt werden, um auch die Lübecker Innenstadt gemeinwohlorientiert umzugestalten. Auch um in einer derart zentralen Lage einen längeren Leerstand zu vermeiden, ist hier in meinen Augen eine Beteiligung der Stadt durch Grunderwerb eine sinnvolle Option, insbesondere wenn sie zum Verkehrswert möglich ist. So lässt sich deren zukünftige Nutzung bestmöglich steuern und kontrollieren.”

Das Bürgerschaftsmitglied Dr. Axel Flasbarth fügt hinzu: “Zusätzlich lässt sich eine höhere Gemeinwohlorientierung auch erreichen, wenn die Konzepte der Nachnutzung nicht von ausschließlich renditeorientierten auswärtigen Developern entwickelt werden, sondern von Lübeckern für Lübeck. Am Beispiel des Core in Oldenburg und der Nördlichen Wallhalbinsel sehen wir, wie einheimische Entwickler mit Liebe und Gefühl für die eigene Stadt vielfältige Nutzungskonzepte entwickeln, die von der Stadtgesellschaft getragen werden, sich am “Community-Gedanken” orientieren und das Potential haben, zu einer deutlichen Attraktivitätssteigerung der Innenstadt beizutragen. Solch multifunktionale Umstrukturierungen von Bestandsimmobilien sind in der Regel sehr aufwendig und daher prädestiniert für lokale Entwickler mit exzellenten Kenntnissen und Vernetzung vor Ort.”

Dr. Axel Flasbarth schlägt vor, Lübecker Entwickler für die Gebäude zu gewinnen.

Dr. Axel Flasbarth schlägt vor, Lübecker Entwickler für die Gebäude zu gewinnen.


Text-Nummer: 140228   Autor: Grüne   vom 03.09.2020 um 14.59 Uhr

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