Diese Seite verwendet Cookies für die Funktionalität und für anonymisierte Statistiken.
Stimmen Sie auch der Verwendung von Cookies durch Drittanbieter auf dieser Website für die Schaltung von personalsierter Werbung zu? Weitere Informationen
Sie können Ihre Zustimmung jederzeit auf der Seite Impressum / Datenschutz widerrufen.
Dort finden Sie auch weitere Informationen zu Cookies.

Greenpeace demonstrierte vor dem Holstentor

Lübeck: Greenpeace Ehrenamtliche informierten am Samstag in Lübeck am Holstentorplatz über das EU-Mercosur Handelsabkommen und die damit verbundene Gefahr für den Amazonas-Regenwald. Mit Bauchläden und Hochzeitseinladungen feierten sie satirisch den Junggesellinnenabschied von Kanzlerin Angela Merkel vor der Liaison mit Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro.

Bild ergänzt Text

Die Hochzeit steht für das Abkommen - was augenzwinkernd umgesetzt ist, hat einen ernsten Hintergrund: “Dieses Abkommen heizt die Zerstörung des Amazonas-Regenwaldes weiter an”, sagt Ingrid Boitin von Greenpeace Lübeck. “Während ihrer EU-Präsidentschaft hat die Bundesregierung jetzt die Chance, diesen zerstörerischen Deal zu stoppen.”

Das Abkommen will die Handelsströme zwischen den vier südamerikanischen Mercosur-Staaten und der Europäischen Union ausbauen. "So will Europa, allen voran Deutschland, mehr Autos, aber auch mehr giftige Pestizide nach Südamerika exportieren", sagt Greenpeace. "Die Handelspartner auf der anderen Seite des Atlantiks versprechen sich durch die Reduzierung von Zöllen und Ausfuhrsteuern höhere Agrarexporte in die EU. Die Rinderzucht sowie der Anbau von Soja und anderen Agrargütern sind in Brasilien Haupttreiber von Waldzerstörung."

Schon jetzt haben die Brände in Amazonien in diesem Jahr größeren Schaden angerichtet als in jedem der 13 vergangenen Jahre. "In fast allen Fällen wurden die Feuer gezielt von Menschen gelegt, um landwirtschaftliche Flächen vorzubereiten", so Greenpeace. Werde das Handelsabkommen abgeschlossen, werde sich dieser Trend beschleunigen. "Dieser Deal aus dem letzten Jahrhundert schadet dem Amazonas-Regenwald, weiteren Ökosystemen Südamerikas und letztendlich dem Weltklima", sagt Ingrid Boitin.

Die Bundesregierung will den Abschluss während der EU-Ratspräsidentschaft vorantreiben und toleriert damit die umwelt- und menschenfeindliche Politik von Präsident Bolsonaro, meinen die Umweltschützer. "Zwar hat sich Kanzlerin Merkel kürzlich in einem Treffen mit Klima-Aktivistinnen kritisch gegenüber dem Abkommen geäußert, doch bislang hat sie keine entsprechenden Konsequenzen gezogen." Greenpeace setzt sich für eine Neuausrichtung von Handelsabkommen ein, die den Klima- und Biodiversitätsschutz und soziale Gerechtigkeit in den Mittelpunkt stellen.

Greenpeace Lübeck forderte den Stopp des Handelsabkommen mit Südamerika. Fotos: Claudia Wittmer

Greenpeace Lübeck forderte den Stopp des Handelsabkommen mit Südamerika. Fotos: Claudia Wittmer


Text-Nummer: 140269   Autor: Greenpeace/red.   vom 05.09.2020 um 17.57 Uhr

Text teilen: auf facebook +++ auf Twitter +++ über WhatsApp

Text ausdrucken. +++  Text ohne Bilder ausdrucken.