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Philharmonisches Orchester setzt Beethoven-Zyklus fort

Lübeck: Mit dem ersten Sinfoniekonzert des Philharmonischen Orchesters der Hansestadt Lübeck setzt Stefan Vladar am 13. und 14. September seinen durch die Coronakrise unterbrochenen Beethoven-Zyklus in der Musik- und Kongresshalle fort. Dabei werden mit der 2. und der 4. Sinfonie die am wenigsten bekannten Sinfonien Ludwig van Beethovens zu hören sein.

Steht die 2. Sinfonie meist im Schatten von Beethovens Erstling, so hat es die 4. Sinfonie durch die Umklamme­rung der 3. und der 5. Sinfonie mit ihren verkaufsförderlichen Titeln "Eroica" beziehungsweise "Schicksals­sinfonie" nicht ganz leicht. Für die drei Konzerttermine am 13. September um 11 Uhr und 18 Uhr sowie am 14. September um 19.30 Uhr soll es noch Restkarten geben, erhältlich unter Tel. 0451/399600 sowie persönlich an der Theaterkasse (Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 10 bis 18.30 Uhr, Samstag 10 bis 13 Uhr).

Anhand umfänglichen Skizzenmaterials kann man beim Entstehungsprozess von Beethovens 2. Sinfonie beobachten, dass sich der Komponist im Zweifelsfall immer wieder für die unkonventionell­ste und ungewöhnlichste Lösung entschieden hat. So verwundert es nicht, dass die Zeitgenossen die 2. Sinfonie zunächst als "zu lang, zu grell, zu schwierig, zu kolossal, zu wild" tituliert haben – eine Einschätzung, die sich erst durch die Konfrontation mit den "viel wilderen" späteren Sinfonien rela­tivierte. Scharfe Kontraste kennzeichnen die Faktur dieser Sinfonie. Die Musik wird immer mehr zum "Drama". Publikumserwartungen werden ganz bewusst durch (für damalige Verhältnisse) schock­artige Wendungen getäuscht. Die Ansätze der historisch-informierten Aufführungspraxis werden dem Innovativen dieser früher oft zu harmlos interpretierten Sinfonie sicherlich besser gerecht.

Beethovens 4. Sinfonie trägt klassizistische Züge. In ihrem Charakter findet sich nichts von der gewalttätigen Energie der vorausgegangenen 3. Vielmehr zieht sich ein Gestus der grazilen Dezenz durch diese auch kammermusikalischere Sinfonie. Als "heiter, verständlich und sehr einnehmend gehalten" beschrieb sie ein Rezensent später. Interessanterweise hat gerade diese Sinfonie die Komponisten der Romantik nachhaltig beeindruckt. Felix Mendelssohn Bartholdy wählte die 4. für sein Debüt beim Gewandhaus in Leipzig, und vor allem die ungewöhnlich starre, bereits auf Gustav Mahlers 1. Sinfonie vorausweisende, langsame Einleitung war es, die Robert Schumann begeisterte, der die Sinfonie mit den Worten "griechisch schlanke Maid zwischen zwei Nordlandriesen" umschrieb. Dirigent Stefan Vladar

Philharmonisches Orchester der Hansestadt Lübeck Konzerte
Sonntag, 13. September, 11 und 18 Uhr
Montag, 14. September, 19.30 Uhr
Musik- und Kongresshalle, Konzertsaal

Tickets an der Theaterkasse 0451/399600 sowie online

Das erste Sinfoniekonzert des Philharmonischen Orchesters der Hansestadt Lübeck widmet sich den Werken von Ludwig van Beethoven. Foto: Archiv/Olaf Malzahn.

Das erste Sinfoniekonzert des Philharmonischen Orchesters der Hansestadt Lübeck widmet sich den Werken von Ludwig van Beethoven. Foto: Archiv/Olaf Malzahn.


Text-Nummer: 140297   Autor: Theater Lübeck   vom 07.09.2020 um 13.44 Uhr

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