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Junges Politikforum: Beteiligung auf Augenhöhe

Lübeck: Nach der Jugendhilfeausschusssitzung am letzten Donnerstag steht fest: Lübeck bekommt eine demokratische Kinder- und Jugendvertretung. Das Junge Politikforum Lübeck setzt sich bereits seit zwei Jahren für mehr Beteiligungsmöglichkeiten in Lübeck ein und ist erfreut über diesen Beschluss.

Der Kompromissvorschlag von Ausschussmitgliedern der CDU und SPD, der die Errichtung einer Kinder- und Jugendvertretung inkludiert, wurde einstimmig als Beschlussempfehlung vom Jugendhilfeausschuss in die Bürgerschaft verwiesen. Vorgesehen ist eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Vertretern der Parteien, der Verwaltung und am wichtigsten: Vertretern der Jugend, die den genauen Aufbau der Kinder- und Jugendvertretung festlegen sollen. Das Junge Politikforum Lübeck wird sich aktiv an dem Prozess der Etablierung und Realisierung beteiligen, sowie sich für eine adäquate finanzielle und personelle Ausstattung einsetzen.

Dazu Thore Schönfeldt, Mitbegründer des Jungen Politikforums: „Das Ergebnis lässt uns erwartungsvoll in die Zukunft blicken. Endlich bekommt Lübeck eine Vertretung für Kinder und Jugendliche, deren Anliegen leider bisher größtenteils übergangen worden sind. Der einstimmig angenommene Antrag im Jugendhilfeausschuss ist ein wichtiger Schritt für das gemeinsame Zusammenleben. Wohl aber nicht der letzte! Jetzt heißt es, einen konkreten Plan auszuarbeiten. Es ist wichtig, dass dabei Kinder und Jugendliche beteiligt werden sollen. Wir brauchen für die Zukunft Verfahren auf Augenhöhe, um die rechtlich vorgeschriebene und gewünschte Partizipation sicherzustellen.“

Konkret wurde folgendes in die Bürgerschaft weitergereicht, wo es mit hoher Wahrscheinlichkeit beschlossen wird: Lübeck soll auf jeden Fall eine Kinder- und Jugendvertretung bekommen. Um die konkrete Ausgestaltung dieser auszuarbeiten, sollen einer Arbeitsgruppe als Diskussionsgrundlagen ein Antrag der FDP-Fraktion und der dazugehörige Ergänzungsantrag von der Fraktion GAL/Freie Wähler vorgelegt werden. Anfangen sollen die Treffen im diesjährigen Herbst, gegen März 2021 sollen Ergebnisse und Vorschläge vorgestellt werden. Auch soll das Budget für Kinder- und Jugendarbeit im Lübecker Kommunalhaushalt neu verhandelt werden.

Hangzhi Yu, amtierender Stadtschülersprecher, äußert sich hierzu vorsichtig optimistisch: „Im alltäglichen Engagement von uns Jugendlichen und Schülern stößt man immer wieder frustriert darauf, dass unsere Stimme von der Politik nicht ausreichend gehört wird. Dass wir jetzt nach langer Arbeit unserem Ziel so nah wie nie zuvor sind, stimmt uns zuversichtlich. Obwohl zwar eine Beteiligung von Jugendlichen im Entstehungs- und Konkretisierungsprozess vorgesehen ist, müssen wir dafür kämpfen, dass unsere Meinung nicht untergeht. Mit dieser Motivation werden wir in die Arbeitsgruppe hineingehen und das Beste herausholen!“

Auch Emma Dührkop, Mitbegründerin des Jungen Politikforums, freut sich: „Die Entscheidung, die der Jugendhilfeausschuss getroffen hat, ist sehr wichtig. Jugendbeteiligung ist ein wichtiges Thema; deswegen wurden auch so viele Anträge zu dem Thema gestellt. Die Entscheidung, die der Ausschuss getroffen hat, ist ein wichtiges Signal für die Zukunft und macht es möglich, die Ideen aller zu einem guten Konzept zu vereinbaren. Vor allem werden Jugendliche aktiv in den Ausgestaltungsprozess eingebunden.“

Das Junge Politikforum Lübeck hofft bei diesem maßgeblichen Prozess auf eine angemessene Repräsentation von Kindern und Jugendlichen sowie auf Vorschläge aus der Arbeitsgruppe, "die das antiquierte Verständnis der Hansestadt in Punkto Beteiligung von jungen Menschen effektiv nach vorne bringen". Gerade ein kombiniertes Modell sowohl aus einer Einwohnerversammlung für junge Menschen zur Sammlung von Ideen und Meinungen als auch einem von den betroffenen jungen Menschen gewählter kleinerer Beirat, der die Relevanz und anstehender kommunalpolitischer Themen beurteilt sowie themenspezifisch geeignete Beteiligungsformen im Dialog mit der Verwaltung zu ermöglichen versucht, stellt ein Wunsch des Jungen Politikforums dar.

„Der Beschluss des Jugendhilfeausschusses macht Mut und signalisiert den Willen der Lübecker Politik, die Kinder und Jugendlichen unserer Stadt besser zu beteiligen. Es wurde auch klar, dass es ein langer und mühsamer Weg wird, der vor der Politik und Verwaltung liegt, um die Versäumnisse der letzten Jahrzehnte nachzuholen und Kinderund Jugendbeteiligung endlich in angemessener Form zu betreiben“, ergänzt Maxim Loboda, Vertretung der Jugend als beratendes Mitglied im Jugendhilfeausschuss.

Infos zum Jungen Politikforum www.jupo-luebeck.de

Das Forum hatte vor dem Ausschuss der Bürgerschaft demonstriert. Foto: JuPo Lübeck

Das Forum hatte vor dem Ausschuss der Bürgerschaft demonstriert. Foto: JuPo Lübeck


Text-Nummer: 140313   Autor: JuPo   vom 07.09.2020 um 20.27 Uhr

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