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Gerüchte und ihre Folgen

Lübeck: In ihren Gedanken zum Wochenende geht Pastorin i.R. Ellen Naß auf die schlimmen Folgen ein, die Gerüchte haben. Sie trafen und treffen auch Religionen, zum Beispiel die ersten Christen.

Es wird oft erwähnt, wie viel Schuld Christen im Laufe der 2000 Jahre seit Jesus auf sich geladen haben. Was gerne vergessen und selten erwähnt wird ist die Tatsache, dass Christen in den ersten 3 Jahrhunderten ihres Glaubens verfolgt wurden. Auch heute findet in vielen Gebieten unserer Welt Christenverfolgung statt (Christen sollen die am stärksten verfolgte Gruppe weltweit sein, laut Spiegel), wenn auch nicht bei uns in Deutschland.

Heute möchte ich mich aber mit den Zeiten damals beschäftigen, als Christen verfolgt wurden. Das Erstaunliche ist, dass Menschen damals gar nicht so viel anders waren als wir heute. Um die Verfolgung der ja eigentlich harmlosen Christen zu rechtfertigen, wurden ihnen die schlimmsten Verbrechen angedichtet. Wir wissen das, weil Werke erhalten sind, in denen Christen sich rechtfertigen und versuchen, nachzuweisen, dass das alles gar nicht stimmt.

Ein Vorwurf an die Christen lautete, sie würden heimlich bei ihren Treffen Kinder töten und das Fleisch von ihnen essen und das Blut trinken. Das konnte ich noch verstehen. Wenn man sich vorstellt, dass ein römischer Beamter heimlich an einem Abendmahlsgottesdienst teilgenommen hatte, gehört hatte: Dies ist mein Blut – trinkt – ohne zu wissen, was Abendmahl bedeutete, dann konnte es ja durchaus zu solchen Missverständnissen kommen.

Traurig ist, dass später den Juden genau das gleiche vorgeworfen wurde. Dort wird kein Abendmahl gefeiert, da konnte man nichts missverstehen. Das zeigt, dass es auch kein Missverständnis war, sondern dass einfach einer verhassten Minderheit alles mögliche an Schlechtem unterstellt wurde. Ich war immer nur froh, dass wir über solchen Aberglauben und derartig obskure Schuldzuweisungen hinausgewachsen waren.

Nun geht es Kindern teilweise wirklich schlecht. Wer sich für das Wohl von Kindern einsetzen möchte, der hätte dazu viele Möglichkeiten. Er/ sie könnte sich im Kinderschutzbund engagieren, ehrenamtlich sich in einem Verein oder der Kirchengemeinde um Kinder oder Jugendliche kümmern. Man könnte sich dafür einsetzen, dass Kinderarbeit aufhört, dass Kinder überall auf der Welt in die Schule gehen können, könnte gegen Kindersoldaten in vielen Konflikten dieser Erde sein. Missbrauchsskandale und Kinderpornografie muss ich gar nicht erwähnen, so viele Strukturen gibt es, in denen Kinder ausgebeutet und gequält werden.

Stattdessen wurde diese uralte Sage wiederbelebt, die Menschen schon seit über 2000 Jahren zum Verhängnis wurde. Sogar Morde hat es deswegen gegeben, weil jemand die angeblich gefangenen Kinder befreien wollte. Wie kann es sein, dass solche angeblichen frei erfundenen Grausamkeiten mehr Macht entwickeln als die tatsächliche Not vieler Kinder, vieler Menschen?

Jesus hat gesagt: „Liebet eure Feinde, tut wohl denen, die euch hassen, segnet, die euch verfluchen.“ Diese Worte Jesu sind schwer zu befolgen, aber sie haben den Christen in den ersten Jahrhunderten Kraft gegeben, Verfolgung zu ertragen, auch Verleumdungen zu ertragen.

Sie sollten uns dazu ermahnen, nun nicht unsererseits andere zu verfolgen und zu verleumden. Es ist unsäglich, dass Christen das im Mittelalter und danach getan haben, ihre eigene Geschichte der Verfolgung so verleugnet haben. Diese Worte sollten uns dazu bewegen, Anschuldigungen zu prüfen, und, wenn sie nur Gerüchte sind, dann sie abzuweisen und für Unterdrückte einzutreten. Wir sollten solidarisch sein, uns einsetzen für unsere Glaubensgeschwister, die in anderen Ländern verfolgt werden.

In diesen schweren Zeiten schwirren viele Gerüchte durch unsere Welt. Jesu Worte erinnern uns, nichts auf Gerüchte zu geben, sondern den Menschen zu sehen, der uns braucht.

Ellen Naß erinnert an die Worte: Liebet eure Feinde.

Ellen Naß erinnert an die Worte: Liebet eure Feinde.


Text-Nummer: 140405   Autor: red.   vom 12.09.2020 um 08.41 Uhr

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