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Karstadt: Politik bleibt optimistisch

Lübeck - Innenstadt: Der Wirtschaftsausschuss der Bürgerschaft diskutierte am Montag auch über die Karstadt-Schließung. Die klare Meinung: Über eine Nachnutzung des Gebäudes zu diskutieren, sei es noch viel zu früh. Es gelte, Karstadt in Lübeck zu halten.

Olivia Kempke, Geschäftsführerin des Lübeck Managements, richtet einen Apell an die Politiker: Sie sollten Karstadt noch nicht aufgeben. An drei Standorten sei es auch nach der Gläubigerversammlung noch gelungen, die Warenhäuser zu retten. Die Lübecker Politik solle sich geschlossen hinter den Standort und die Arbeitsplätze stellen.

Welche Versuche der Bürgermeister bereits unternommen hat, bleibt noch unklar. Eine entsprechende Antwort auf eine Anfrage der Grünen sei noch nicht fertig. Sie wird wohl erst zur Sitzung des Wirtschaftsausschusses im November veröffentlicht.

Der Aufruf vom Lübeck Management kam jedenfalls bei den Politikern an. Noch gehe es um die Rettung. "Jeder kann dazu beitragen, wenn er bei Karstadt einkauft", so SPD-Fraktionsvize Peter Reinhardt. Möglich sei auch, dass Karstadt nach einer Pause mit einem Konzept wieder an den Start gehe.

In der gleichen Sitzung wurde auch der "Einzelhandelsmonitor 2020" vorgestellt. Er enthält allerdings die Zahlen aus dem Jahr 2019 - vor der Coronakrise. Und bereits damals sahen die Zahlen für die Innenstadt nicht gut aus. Durch die Schließung der Filialen von Esprit und S. Oliver, die Verlagerung von Karstadt Sport und die Schließung des Pressezentrum hat sich der Leerstand an Verkaufsfläche in der Innenstadt von 7,9 auf 13,6 Prozent erhöht.

Lübecks Politik kämpft weiter um den Erhalt des Karstadt-Standortes. Foto: JW

Lübecks Politik kämpft weiter um den Erhalt des Karstadt-Standortes. Foto: JW


Text-Nummer: 140457   Autor: VG   vom 14.09.2020 um 19.06 Uhr

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Kommentare zu diesem Text:

Dr. P. Voeltz

schrieb am 14.09.2020 um 20.52 Uhr:
Im Grunde ist die Wurzel des Übels immer gleich: unverhältnismäßiger (den erwirtschafteten Einnahmen und sonstiger Kosten), zu hoher Mietzins oder Pacht. Solange den Vermietern/Verpächtern die Freiheit bleibt ihre Mieten/Pachten nicht der wirtschaftlichen Lage Mieter/Pächter auch nach unten anpassen zu müssen, werden sich solche Katastrophen nicht verhindern lassen. „Man muss die versteinerten Zustände zum Tanzen zwingen.“(Karl Marx).pv+

Horsti

schrieb am 14.09.2020 um 22.44 Uhr:
Dieser "Optimismus" ist sehr naiv, hat es doch der Vermieter Highstreet nicht einmal für nötig gehalten, auf Anfragen des Bürgermeisters in irgendeiner Form zu reagieren. Der Zug ist abgefahren, der Drops gelutscht etc.

Andre Warnke

schrieb am 14.09.2020 um 23.13 Uhr:
@Dr. P. Voeltz vom 14.09.2020 um 20.52 Uhr:

Im Grunde ist die Wurzel des Übels immer gleich: unverhältnismäßiger (den erwirtschafteten Einnahmen und sonstiger Kosten), zu hoher Mietzins oder Pacht. Solange den Vermietern/Verpächtern die Freiheit bleibt ihre Mieten/Pachten nicht der wirtschaftlichen Lage Mieter/Pächter auch nach unten anpassen zu müssen....

Verträge sind rechtsgültige Vereinbarungen, die von beiden Vertragspartnern einzuhalten sind. Gerade was Pacht oder Miete angeht. Niemand wird gezwungen, diesen Vertrag zu unterschreiben.

Die Höhe der Pacht oder Miete dem Verpächter "aufzuzwingen" ist ein schlechter Scherz der Planwirtschaft. Niemand würde ohne seine Kosten und Gewinne zu erwirtschaften,heute überhaupt einen Cent investieren! Warum auch, da er nicht darüber selbst bestimmen könnte.
Daher war in der DDR auch alles grau und man hatte keine Farbe und Autos mit 26 PS aus Plaste, die auf dem technischen Stand vom Moped waren.

Tarek Oecler

schrieb am 14.09.2020 um 23.33 Uhr:
@Dr. P. Voeltz:

*Vorwärts immer ,rückwärtes nimmer*

Hat auch nicht funktioniert. Man war Pleite.

Hans Brunner

schrieb am 15.09.2020 um 07.17 Uhr:
Ich kann mich der Erkenntnis von Herrn Voeltz mur anschließen und hinzufügen das auch die Stadt die Mieter und Pächter mit abstrusen neu erfundenen Abgaben überfordert. Beispiel Markiesensteuer. Auch hier ist Handlungsbedarf.

Lübecker Anwohner

schrieb am 15.09.2020 um 07.47 Uhr:
Wenn man die Medien Thema Karstadt verfolgt,zeichnen sich sehr viele Widersprüche ab.Ob die Politik, die Aussagen des Herrn Bürgerm.etc. Es bleibt Hoffnung für die Filiale!!!!!!!Aber,ob das Andere entscheiden, als der Karstädter Eigentümer selber?

Manfred Vandersee

schrieb am 15.09.2020 um 08.52 Uhr:
Die Zukunft der Innenstädte wird mit Sicherheit andere Prioritäten haben, als als Einkaufszentren zu dienen. Soviel steht fest. Innenstädte werden künftig reine Touristenzentren mit etwas Gastronomie und Kulturangebot werden sowie der Wohnort für Menschen, die es vorziehen unbedingt dort zu wohnen. Über diese zwangsläufige Entwicklung darf man jedoch nicht jammern, sondern sollte diese Entwicklung schlichtweg akzeptieren und zielgerichtet darauf hin arbeiten.

Die unsägliche "Immobilitätspolitik" der politisch links stehenden Parteien und deren Auto- und Wirtschaftsfeindlichkeit beschleunigen diese Entwicklung nur, sind jedoch nicht ausschlaggebend für diese Entwicklung.

Innenstädte können heutzutage schlichtweg mit dem Einzelhandel vor Ort in den Stadtteilzentren und dem Online-Handel rein von der Infrastruktur längst nicht mehr mithalten. Sie sind immer schlechter erreichbar, haben nur ein begrenztes Warenangebot und nur einen eng begrenztes Platzangebot für Waren. Gefühlt kann man bestimmte Produkte wie "weiße Ware" schon seit mindestens 20 Jahren da nicht mehr kaufen, sondern bestellt Waschmaschine, Kühlschrank oder Geschirrspüler selbstverständlich online oder vor Ort in den Stadtteilzentren und lässt sich die Waren ins Haus liefern mit der Entsorgung der Altgeräte.

Möchte man unbedingt die Innenstädte stärken, was nicht wirklich nachvollziehbar ist, so muss sich Politik auf Tourismus, Gastronomie und Kultur konzentrieren; erst dann macht das überhaupt Sinn. Die Innenstädte sind nur ein kleiner Teil einer ganzen Stadt, sprich lediglich ein Stadtteil von vielen. soviel ist klar.

Sam

schrieb am 15.09.2020 um 09.32 Uhr:
@Andre Warnke

gilt das auch für Mieten?
Solange Sozialwohnungen gebaut werden, die dem Markt schaden und günstige Wohnungen in Verhältnismäßig teuren Lagen schaffen, da ja jeder das Recht hat im Luxusviertel zu leben, müssen auch Geschäfte das Recht haben in zu teuren Lagen zu existieren.

Förderung für alle oder keinen.

K. Palte

schrieb am 15.09.2020 um 10.16 Uhr:
Vandersee hat recht. Weder die Mieten, noch das Auto sind es alleine, die Karstadt keine Chance mehr geben. Karstadt selbst hat verschlafen. Die Zeit für dieses Konzept ist abgelaufen. Neue Konezpte und Märkte sind entstanden, vor allem vor den Toren der Stadt und die Internetanbieter. Die Kunden haben sich anders orientiert. DAs Prinzip Innenstadt wie bisher hat keine Chance mehr. Vandersee beschreibt einen Ansatz, was man machen könnte, in anderen Städten, die Karstadt und andere Warenhäuser verloren haben, sind weitere Lösungen zu sehen. Hier in Lübeck heißt dies die Flächen für Wohnraum nutzen, kleine Geschäften Standorte anbieten, auch kulturellen Einrichtungen. Schließlich Angebote und Service für die Touristen verbessern.Ich nehme an, dass die Lübecker Bürgerschaft und Politik 10 Jahre und mehr brauchen wird, um diesen Wandel zu verstehen und Konsequenzen draus zu ziehen. Nicht nu bei diesem Thema. Der Traum und die Mär vom Hafen, den Lübeck nicht mehr braucht und der längst an Schnappatmung leidet, ist schon längst ausgeträumt, auch hier will es keiner wahrhaben. Wer diese Wahrheit ausspricht, wie es die Unabhängigen getan haben, wird zur Unperson verschrien. Hafen und Karstadt sollten Schwerpunktthema für die nächsten Wahlen sein, um die GroKo endgültig als unfähig für die Entwicklung der Stadt zu entlarfen.

Sebastian Berger

schrieb am 15.09.2020 um 10.26 Uhr:
Das Thema "Karstadt" ist doch Vergangenheit.
Die Frage ist doch wie bereits hier beschrieben, welchen Nutzen/Aufgabe die Innenstadt haben soll. Ergänzend zum Tourismus kann man Dauerweihnachtsmärkte, Dauerjahrmärkte im Allgemeinen in der ganzen Innenstadt verteilt anbieten. Das deckt sich auch mit der autofreien Politik und der Corornageplagten Schausteller. Einkaufen wie oben in den Kommentaren beschrieben ist ausgeschlossen, das Wohnen auch nur im eingeschränktem Ausmaß. Da stehen nicht allzu viele Möglichkeiten zur Verfügung.

Andre Warnke

schrieb am 15.09.2020 um 19.36 Uhr:
@ K.Palte

schrieb am 15.09.2020 um 10.16 Uhr:

"Vandersee hat recht. Weder die Mieten, noch das Auto sind es alleine, die Karstadt keine Chance mehr geben. Karstadt selbst hat verschlafen. Die Zeit für dieses Konzept ist abgelaufen. Neue Konezpte und Märkte sind entstanden, vor allem vor den Toren der Stadt und die Internetanbieter. Die Kunden haben sich anders orientiert."

Die Zeit hat gezeigt,daß nicht das Konzept "Einzelhandel" in der Stadt abgelaufen ist, sondern daß man versäumt hat, auch von Seiten der Stadt und deren Verantwortlichen(!) alles attraktiver zu machen und die Käufer eben nicht kampflos auf die Grüne Wiese abwandern zu lassen, indem man sie wie "Feinde" in der Stadt sieht und nur noch für Menschen da ist, die ihre Einkäufe und technische Dinge auf dem Rad, oder in Öffis transportieren (können).

Gerade wenn ich die Entwicklung auf der Grünen Wiese sehe, kannn ich nicht weitermachen wie bisher, oder den Parkraum verkleinern, Fahrspuren vor der Stadt auflösen,was zu gewollten Staus führt , alles immer unattraktiver machen und mehr "Sherrifs" einstellen, die jede Minute Falschparken sofort ahnden, usw.

Der nächste Schritt der Konfrontation ist schon aktuell bei HL live berichtet: Die Anwohnerparkplätze sollen "erheblich teurer" werden, laut Gruene. Warum?

Um Autofahrer, die eh dadurch auch bei Zahkungen von viel Geld keinen Anspruch auf einen reservierten Parkplatz haben(!) weiter aus der Stadt zu treiben. Das soll Politik sein, die die Käufer zufrieden stellt und "mehr Leben" und Umsatz in die Stadt bringt?
Viele Käufer übrigens , die mit dem Auto unterwegs sind, können nicht mehr ihre Einkäufe aufgrund des Alters tragen. Ebenso die Arztbsuche alleine ohne Auto bewältigen , oder längere Gehminuten vom Parkplatz laufen. Einige Ärzte sind nun auch schon abgewandert, weil die älteren Menschen( laut Aussage meines Arztes der ebenso die Stadt verlassen hat) nicht mit dem Rad fahren können, schon gar nicht bei Regen. So auch meine Eltern im Alter von 80 Jahren.
Das in Lübeck der Internethandel eine große Schuld am Abwandern der Kunden in der Stadt trägt , ist auch nicht wahr, da der Citty Park immer sehr gut besucht ist. Da stimmt das Gesamtkonzept eben. Das was man in HL nach Abgang von Schaulandt, Haerder, Anni Friede Rieckmann, usw, arrogant, hochnäsig und auf hohem Ross sitzend verschlafen hat.
Das typische "Weiter so..."