Diese Seite verwendet Cookies für die Funktionalität und für anonymisierte Statistiken.
Stimmen Sie auch der Verwendung von Cookies durch Drittanbieter auf dieser Website für die Schaltung von personalsierter Werbung zu? Weitere Informationen
Sie können Ihre Zustimmung jederzeit auf der Seite Impressum / Datenschutz widerrufen.
Dort finden Sie auch weitere Informationen zu Cookies.

Völkerkunde: Erste Ausstellung unter neuer Leitung

Lübeck: Archiv - 15.09.2020, 13.18 Uhr: Ein Teil der berühmten Lübecker Völkerkundesammlung ist ab dem 17. September im St. Annen Museum zu sehen. Der neue Leiter der Sammlung Leiter Dr. Lars Frühsorge zeigt unter dem Titel „Nordwärts / Südwärts. Begegnungen zwischen dem Polarkreis und Lübeck“ einen Blick auf die Kulturen am Polarkreis.

Während Lübeck als „Königin der Hanse“ bislang als Zivilisationsbringerin für den Norden galt, soll hier der Fokus erstmals umgekehrt auf den Einfluss des Nordens auf die norddeutsche Lebenswelt gelegt werden. Die althergebrachte Sichtweise auf den Norden aus der Perspektive Lübecks wird aus heutiger Sicht hinterfragt und neu interpretiert.

Anhand zahlreicher lange in der Völkerkundesammlung verborgener Schätze aus Skandinavien, Sibirien, Grönland, Kanada und Alaska werden alle Facetten der Wahrnehmung der nördlichen Kulturen aufgezeigt. Zu sehen sind traditionelle und moderne Kunst, aber auch Gebrauchsgegenstände wie Musikinstrumente, Kleidung, Jagdwaffen, Haushaltsutensilien und Ritualgegenstände. Einige dieser Stücke zählen zu den ältesten Objekten der Lübecker Museen und wurden noch nie ausgestellt. Fotografien bis heute isolierter Weltgegenden, Videos und Hörstationen mit Legenden, Reiseberichten und Musik, aber auch Objekte aus der traditionellen Lebenswelt des Schamanismus sowie geniale Erfindungen der Sami und Inuit erlauben es, tiefer in vergangene Zeiten und fremde Kulturen einzutauchen. Doch auch erste touristische Souvenirs oder Postkarten geben Aufschluss über das Bild, das vom „Leben im Norden“ bis heute vermittelt werden soll.

Auch unbequemen oder politischen Themen soll in der Ausstellung „Nordwärts / Südwärts“ nachgegangen werden. Was machten die Nazis in der Arktis? Welche Rolle spielte Lübeck in Zeiten des Walfangs? Welche Geschichte verbindet sich mit der schwedischen Kirche in der Hafenstraße? Bezüge zu aktuellen Problemen wie dem Klimawandel, dem Kreuzfahrttourismus oder der Erschließung von arktischen Rohstoffen sowie die kontroversen Diskussionen um die Pipeline Nord Stream werden aufgezeigt.

Für Kinder ist eine Sektion mit arktischem Spielzeug vorgesehen, unter anderem mit einem Videospiel einer indigenen Gemeinschaft aus Alaska. Zudem ist die Ausstellung sehr modern konzipiert und wartet mit zahlreichen Audio- und Videostationen auf, wo beispielsweise ein exklusiv für die Ausstellung produziertes Musikvideo von Mari Boine, der international bekanntesten Sängerin der Sami, zu sehen ist.

„Die Ausstellung ist für mich gewissermaßen eine Art Versuchslabor, um neue Themenfelder und Vermittlungsformen auszuprobieren und einen kleinen Ausblick zu geben, wohin sich die Sammlung entwickeln könnte, wenn es zu einer Wiederöffnung kommt“, so Dr. Lars Frühsorge, der die Völkerkundesammlung nun seit November 2018 leitet.

Die Ausstellung wird am Donnerstag, 17. September um 17 Uhr eröffnet. Es sprechen Prof. Dr. Hans Wißkirchen, Leitender Direktor der Lübecker Museen sowie Annette Borns, Stiftungsratsvorsitzende der Kulturstiftung Hansestadt Lübeck. Eine Einführung in die Ausstellung gibt Dr. Lars Frühsorge. Akustisch untermalt wird die Vernissage von Charlotte Peters, Kristina Nadj und Charlie Chen. Die Teilnahme beträgt 8 Euro; ermäßigt 4 Euro, für Kinder 2,50 Euro. Aufgrund der durch die aktuellen Sicherheits- und Hygienevorschriften ist die Teilnehmerzahl auf 45 Personen beschränkt, weswegen eine verbindliche Anmeldung vorab unbedingt erforderlich ist unter elke.krueger@luebeck.de oder telefonisch unter 0451/122-4146. Eine Videoaufzeichnung der Eröffnung ist dann unter www.vks.die-luebecker-museen.de abzurufbar.

Die Figur eines Seehundjägers aus Inukjak. Foto: Museen

Die Figur eines Seehundjägers aus Inukjak. Foto: Museen


Text-Nummer: 140477   Autor: Museen/red.   vom 15.09.2020 um 13.18 Uhr

Text teilen: auf facebook +++ auf Twitter +++ über WhatsApp

Text ausdrucken. +++  Text ohne Bilder ausdrucken.