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Bürgerbeauftragte fordert mehr Engagement gegen Kinderarmut

Schleswig-Holstein: Archiv - 18.09.2020, 10.33 Uhr: Die Bürgerbeauftragte für soziale Angelegenheiten Samiah El Samadoni nimmt den Weltkindertag am 20. September) zum Anlass, um auf den besorgniserregend hohen Anteil der Kinder und Jugendlichen hinzuweisen, die in Armut leben.

"Wenn wir am Weltkindertag über Kinderrechte sprechen, dann müssen wir auch über die Ursachen sprechen, weshalb Kindern und Jugendlichen der Zugang zu ihren Rechten oftmals verwehrt bleibt. Eine zentrale Ursache sind die prekären sozialen Verhältnisse, in denen viele Kinder und Jugendlichen nach wie vor aufwachsen", mahnte El Samadoni heute in Kiel.

Laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung aus Mai 2020 sind in Deutschland 21,30 Prozent beziehungsweise 2,8 Millionen Kinder und Jugendliche oft viele Jahre ihrer Kindheit von Armut bedroht. Das Ergebnis beruht auf einem kombinierten Messansatz, der sowohl die Armutsgefährdungsquote als auch Kinder im Grundsicherungsbezug berücksichtigt. "Die Kinder- und Jugendarmut bleibt trotz der vor der Corona-Krise jahrelang guten wirtschaftlichen Entwicklung ein ungelöstes strukturelles Problem", so die Bürgerbeauftragte. Damit verbunden seien erhebliche Folgen für das Aufwachsen, das Wohlbefinden, die Bildung und die Zukunftschancen der Kinder.

Zahlreiche außerhäusliche Unterstützungsangebote staatlicher oder zivilgesellschaftlicher Natur konnten während des Corona-Lockdowns nicht fortgesetzt werden ­ mit Folgen für die bedürftigsten Kinder und Jugendlichen. "Auch beim Homeschooling sind Kinder aus armen Verhältnissen stärker benachteiligt, verfügen sie doch seltener über die notwendige technische Ausstattung und haben zum Teil auch keine Rückzugsräume zum ungestörten Lernen", hob El Samadoni hervor.

Der Studie zufolge haben 24 Prozent der Kinder im Grundsicherungsbezug keinen internetfähigen PC im Haushalt und 13 Prozent keinen ruhigen Platz zum Lernen. Fast die Hälfte der Kinder wohnt in einer Wohnung, in der nicht ausreichend Zimmer zur Verfügung stehen. Insgesamt kritisiert El Samadoni die zu geringen Anstrengungen der Politik, Kinderarmut wirksam zu bekämpfen. Dabei hilft auch die Auszahlung des sogenannten "Kinderbonus" in Höhe von insgesamt 300 kaum, der bis Jahresende ausgezahlt wird. "Der Kinderbonus ist ein Tropfen auf den heißen Stein", so El Samadoni. "Grundsätzlich müssen Haushalte mit minderjährigen Kindern finanziell besser gestellt werden, als das bisher der Fall ist."

Die Bürgerbeauftragte für soziale Angelegenheiten Samiah El Samadoni weist auf den besorgniserregend hohen Anteil der
Kinder und Jugendlichen hin, die in Armut leben.

Die Bürgerbeauftragte für soziale Angelegenheiten Samiah El Samadoni weist auf den besorgniserregend hohen Anteil der Kinder und Jugendlichen hin, die in Armut leben.


Text-Nummer: 140557   Autor: LTSH   vom 18.09.2020 um 10.33 Uhr

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